
Machtpoker im Pazifik: China tobt über westliches Großmanöver vor der eigenen Haustür

Während Europa sich in endlosen Debatten über Gendersternchen und Klimakleber verliert, verschieben sich am anderen Ende der Welt die geopolitischen Tektonikplatten mit bedrohlicher Geschwindigkeit. Im Westpazifik hat das diesjährige Balikatan-Manöver begonnen – eine militärische Machtdemonstration, die Peking in helle Aufregung versetzt und einmal mehr zeigt, wie fragil die globale Sicherheitsarchitektur geworden ist.
17.000 Soldaten üben den Ernstfall
Der Name „Balikatan" bedeutet auf Tagalog „Schulter an Schulter" – und genau das demonstrieren die Vereinigten Staaten und die Philippinen derzeit mit einer der größten und komplexesten Ausgaben dieses jährlichen Militärmanövers. Mehr als 17.000 Soldaten nehmen teil, davon allein rund 10.000 US-Militärangehörige. Die Übungen erstrecken sich über nahezu drei Wochen und umfassen Gefechtsszenarien an Land, in der Luft, zur See und im Cyberraum – einschließlich scharfer Schießübungen in philippinischen Provinzen, die unmittelbar am Südchinesischen Meer und an der brisanten Taiwanstraße liegen.
Besonders bemerkenswert: Erstmals beteiligt sich Japan mit einer scharfen Schießübung. Soldaten der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte sollen mit einer Typ-88-Antischiffsrakete ein ausgemustertes Schiff nordwestlich der Insel Luzon versenken. Ein symbolischer Akt, der in Peking wie ein Donnerschlag eingeschlagen sein dürfte. Auch Frankreich und Kanada entsenden Truppen – alle drei Nationen haben mit Manila entsprechende Abkommen geschlossen, die den Einsatz und Aufenthalt ihrer Soldaten auf philippinischem Boden regeln.
Peking reagiert mit scharfer Rhetorik
Chinas Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Außenamtssprecher Guo Jiakun erklärte bei einer Pressekonferenz in Peking, militärische Kooperation dürfe das gegenseitige Verständnis und Vertrauen in der Region nicht untergraben. Was die Asien-Pazifik-Region am dringendsten brauche, sei „Frieden und Ruhe", und was sie am wenigsten brauche, sei „die Einmischung externer Kräfte, die Spaltung und Konfrontation schaffen". Den beteiligten Staaten warf der Sprecher vor, sich sicherheitspolitisch enger zusammenzuschließen – was ihnen am Ende selbst schaden und auf sie zurückfallen werde.
Man muss kein Geostratege sein, um die Ironie in diesen Worten zu erkennen. Ausgerechnet jenes Land, das weite Teile des Südchinesischen Meeres für sich beansprucht, künstliche Inseln zu Militärbasen ausbaut und regelmäßig philippinische Fischer und Küstenwachschiffe bedrängt, beklagt sich über „Einmischung externer Kräfte". Peking spielt hier ein altbekanntes Spiel: Man stilisiert sich zum Opfer, während man selbst die Regeln der internationalen Ordnung nach Belieben dehnt.
Ein Pulverfass namens Südchinesisches Meer
Das Südchinesische Meer ist längst mehr als nur ein maritimes Streitgebiet – es ist eine der gefährlichsten Sollbruchstellen der Weltpolitik. Neben China erheben auch die Philippinen, Vietnam, Malaysia, Brunei und Taiwan Ansprüche auf Teile dieses Seegebiets, durch das eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt verläuft. Ein internationales Schiedsgericht hat Chinas weitreichende Ansprüche bereits 2016 als unbegründet zurückgewiesen. Peking ignoriert dieses Urteil bis heute schlicht.
Marine-Generalleutnant Christian Wortman betonte bei der Eröffnung des Manövers, der Fokus der USA auf den Indo-Pazifik und die Zusagen an die Philippinen blieben trotz anderer Konfliktherde gültig. Der philippinische Generalstabschef Romeo Brawner erklärte seinerseits, das multinationale Manöver stärke die Abschreckung und die Widerstandsfähigkeit gegen Angriffe in der Region – wohlweislich ohne ein bestimmtes Land beim Namen zu nennen.
Was Deutschland daraus lernen sollte
Für Deutschland und Europa sollte dieses Kräftemessen im Pazifik ein Weckruf sein. Die Zeiten, in denen man sich bequem hinter dem amerikanischen Schutzschild verstecken konnte, neigen sich dem Ende zu. Die Pax Americana bröckelt, und die Frage, ob die USA die freie Schifffahrt in den Weltmeeren dauerhaft garantieren können und wollen, steht längst im Raum. Unter Präsident Trump, der massive Zollerhöhungen gegen nahezu alle Handelspartner verhängt hat, verschiebt sich der Fokus amerikanischer Außenpolitik zunehmend in Richtung bilateraler Deals statt multilateraler Ordnung.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz täte gut daran, die Entwicklungen im Indo-Pazifik nicht als fernes Rauschen abzutun. Deutschlands Wohlstand hängt an offenen Handelswegen – und das Südchinesische Meer ist eine Lebensader der globalen Wirtschaft. Statt sich in ideologischen Grabenkämpfen zu verlieren, braucht dieses Land eine nüchterne, an nationalen Interessen orientierte Sicherheitspolitik. Ob das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur auch in eine glaubwürdige Verteidigungsfähigkeit fließt, wird sich zeigen müssen.
Eines steht fest: Die Welt wird nicht friedlicher, indem man wegschaut. Das Balikatan-Manöver mag Peking verärgern – doch in einer Zeit, in der autoritäre Mächte ihre Einflusssphären mit brachialer Gewalt ausweiten, ist militärische Stärke und Bündnistreue kein Provokationsakt, sondern eine schlichte Notwendigkeit.
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