
Mercosur-Abkommen: Irlands Bauern wehren sich gegen Brüsseler Freihandelswahn

Tausende Traktoren rollten am vergangenen Samstag durch die Straßen von Athlone im Herzen Irlands. Die Botschaft der Landwirte war unmissverständlich: „Nein zu Mercosur" prangte auf unzähligen Schildern, die an den schweren Landmaschinen befestigt waren. Was sich hier abspielte, war weit mehr als ein lokaler Protest – es war ein Aufschrei gegen eine Handelspolitik, die europäische Bauern zu Verlierern der Globalisierung zu machen droht.
Ein Vierteljahrhundert Verhandlungen – und am Ende verlieren die Falschen
Nach sage und schreibe 25 Jahren zäher Verhandlungen haben sich die 27 EU-Mitgliedstaaten am Freitag mehrheitlich auf das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten geeinigt. Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay – das sind die Partner, mit denen Brüssel nun Geschäfte machen will. Die Unterzeichnung soll am 17. Januar in Paraguay erfolgen.
Doch nicht alle EU-Länder tragen diesen Kurs mit. Frankreich und Irland stimmten gegen das Abkommen – und das aus gutem Grund. Denn während die EU-Kommission vollmundig von einer Steigerung der europäischen Exporte um bis zu 39 Prozent schwärmt, verschweigt sie geflissentlich, wer die Zeche für diesen vermeintlichen Erfolg zahlen wird: die heimischen Landwirte.
99.000 Tonnen billiges Rindfleisch – ein Todesstoß für europäische Betriebe?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Zusätzliche 99.000 Tonnen preiswertes Rindfleisch aus Südamerika sollen künftig auf den europäischen Markt strömen. Für irische Farmer, deren Existenz maßgeblich von der Fleischproduktion abhängt, ist das keine abstrakte Handelspolitik – es ist eine existenzielle Bedrohung.
„Wir erwarten, dass die irischen Europaabgeordneten sich hinter die Landwirtschaft stellen und das Mercosur-Abkommen ablehnen"
Mit diesen Worten wandte sich Francie Gorman, Vorsitzender des irischen Bauernverbands IFA, an die Politik. Die letzte Hoffnung ruht nun auf dem EU-Parlament, das dem Handelsvertrag noch zustimmen muss.
Doppelte Standards: Europäische Bauern im Nachteil
Was die Landwirte besonders erbittert, ist die offensichtliche Ungerechtigkeit des Abkommens. Während europäische Bauern strengste Umwelt- und Produktionsstandards einhalten müssen, gelten für südamerikanische Konkurrenten deutlich laxere Regeln. Trotz zahlreicher Zugeständnisse der EU-Kommission bleibt diese fundamentale Schieflage bestehen. Die Bauern fürchten – und das zu Recht – dass Produkte auf den europäischen Markt gelangen, die den hiesigen Qualitätsanforderungen nicht genügen.
Europaweiter Widerstand formiert sich
Die irischen Proteste stehen nicht allein. Bereits am Freitag hatten Bauern in Polen, Frankreich und Belgien gegen das Mercosur-Abkommen demonstriert. Auch in Brandenburg blockierten Landwirte Autobahnzufahrten. Es formiert sich ein europaweiter Widerstand gegen eine Handelspolitik, die offenbar mehr den Interessen der Großindustrie als dem Wohl der ländlichen Bevölkerung dient.
Die Frage, die sich stellt, ist simpel: Für wen macht die EU eigentlich Politik? Für die Automobilkonzerne, die ihre Fahrzeuge nach Südamerika exportieren wollen? Oder für die Bauernfamilien, die seit Generationen das Land bewirtschaften und Europa mit hochwertigen Lebensmitteln versorgen? Die Antwort aus Brüssel scheint eindeutig – und sie gefällt den Landwirten ganz und gar nicht.
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