
Merz als Außenkanzler? Die Deutschen sehen das ganz anders
Die Selbstinszenierung der Union stößt auf harten Widerstand in der Bevölkerung. Während CDU-Granden wie Jens Spahn nicht müde werden, Friedrich Merz als diplomatischen Weltmann zu preisen, zeichnet eine aktuelle INSA-Umfrage ein ernüchterndes Bild: Gerade einmal 27 Prozent der Deutschen attestieren dem Bundeskanzler, deutsche Interessen im Ausland überzeugend zu vertreten. Eine satte Mehrheit von 56 Prozent stellt ihm hingegen ein miserables Zeugnis aus.
Das Wunschbild vom Kanzleramt zerbricht an der Realität
Noch am Dienstag verstieg sich Jens Spahn zu der Behauptung, der außenpolitische Kurs des Kanzlers sei „goldrichtig". Man fragt sich unwillkürlich, in welcher Parallelwelt der CDU-Fraktionsvorsitzende eigentlich lebt. Denn die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache: Das Narrativ vom „Außenkanzler" Merz verfängt schlichtweg nicht beim deutschen Volk.
Besonders alarmierend dürfte für die Regierung der Blick auf die junge Generation sein. Nur magere 19 Prozent der 18- bis 29-Jährigen finden die Interessenvertretung durch Merz überzeugend. Diese jungen Menschen werden mit den langfristigen Folgen heutiger Außenpolitik leben müssen – und sie haben das Vertrauen in den Kanzler nahezu vollständig verloren. Selbst bei den über 70-Jährigen, traditionell eine Bastion konservativer Zustimmung, reicht es mit 41 Prozent nicht für eine Mehrheit.
Selbst die eigene Klientel zweifelt
Parteipolitisch betrachtet offenbart sich ein weiteres Desaster für Merz. Zwar unterstützen ihn 64 Prozent der Unionsanhänger – was angesichts der Parteibindung kaum überrascht. Doch in allen anderen Wählersegmenten sieht es düster aus. Bei der AfD sind es gerade einmal sieben Prozent, bei SPD und Grünen jeweils 36 Prozent.
Besonders pikant: Die FDP-Anhänger, obwohl außenpolitisch der Union nahestehend, zeigen mit nur 32 Prozent Zustimmung deutliche Vorbehalte. Dies könnte ein unmissverständliches Signal sein, dass die persönliche Ablehnung der Person Merz schwerer wiegt als gemeinsame politische Überzeugungen. Der Mann polarisiert – und zwar nicht zu seinen Gunsten.
Ein Generationsbruch in der Außenpolitik
Die Umfrage legt zudem einen fundamentalen Generationsbruch bei den außenpolitischen Prioritäten offen. Während 70 Prozent der über 70-Jährigen Frankreich als zentralen Bezugspunkt sehen, halten jüngere Deutsche mit 38 Prozent stärker an den USA fest. Merz' auf Paris und Brüssel fokussierte Außenpolitik spricht damit vornehmlich ein älteres Publikum an – eine Wählerschaft, die naturgemäß schrumpft.
Hinzu kommt die fehlende integrative Kraft seiner Diplomatie. Während Frankreich noch parteiübergreifend Zustimmung findet, sind andere Schlüsselstaaten hochgradig polarisiert. Fast die Hälfte der AfD-Anhänger fordert engere Beziehungen zu Russland; bei den Grünen spielt Putins Reich faktisch keine Rolle. Außenpolitik ist damit längst kein Konsensfeld mehr, sondern Teil innenpolitischer Lagerbildung geworden.
Ein Kanzler ohne Rückhalt
Die Zahlen entlarven das Selbstbild der Regierung als das, was es ist: eine Chimäre. Friedrich Merz, der vor der Weltöffentlichkeit deutsche Arbeitnehmer als faul diffamierte und im Ausland bereits als „Kanzler der Ukraine" verspottet wird, hat offenkundig den Draht zur eigenen Bevölkerung verloren. Seine Außenpolitik mag in Brüsseler Hinterzimmern Applaus finden – beim deutschen Volk erntet sie mehrheitlich Kopfschütteln.
Man könnte meinen, ein Kanzler mit solchen Zustimmungswerten würde innehalten und seinen Kurs überdenken. Doch davon ist bei Merz nichts zu spüren. Stattdessen reist er von Staatsbesuch zu Staatsbesuch, während daheim die Zustimmung bröckelt. Die Frage drängt sich auf: Für wen macht dieser Mann eigentlich Außenpolitik? Für Deutschland jedenfalls nicht – zumindest nicht nach Meinung der Mehrheit seiner Bürger.

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