
Merz stellt sich gegen Trump: Kuba-Intervention ohne jede Grundlage
Es ist ein bemerkenswerter Moment, wenn ein deutscher Bundeskanzler dem mĂ€chtigsten Mann der Welt öffentlich widerspricht. Friedrich Merz hat bei den deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen in Hannover unmissverstĂ€ndlich klargestellt, dass er eine mögliche US-Intervention in Kuba fĂŒr völlig ungerechtfertigt hĂ€lt. Von dem karibischen Inselstaat gehe, so der CDU-Politiker, âkeinerlei erkennbare GefĂ€hrdung fĂŒr Drittstaaten" aus â trotz aller innenpolitischen Probleme des kommunistischen Regimes.
Trumps DrohgebÀrden gegen den Karibikstaat
Der Hintergrund ist brisant: US-PrĂ€sident Donald Trump hatte bereits Mitte April â mitten in der Eskalation des Iran-Konflikts â laut darĂŒber nachgedacht, nach Beendigung der dortigen Operationen in Kuba âvorbeizuschauen". Kuba sei ein âgescheiterter Staat", so Trump. Schon zuvor hatte der 47. PrĂ€sident der Vereinigten Staaten mehrfach mit einem schĂ€rferen Vorgehen gegen die Karibikinsel gedroht und offen von einer möglichen âĂbernahme" gesprochen. Man fĂŒhlt sich unweigerlich an die Zeiten der Schweinebucht-Invasion von 1961 erinnert â ein Kapitel amerikanischer AuĂenpolitik, das bekanntlich in einem Desaster endete.
Merz zwischen BĂŒndnistreue und Prinzipientreue
Die Positionierung des Kanzlers verdient durchaus Anerkennung. Merz betonte, er stehe zwar fĂŒr eine starke eigene VerteidigungsfĂ€higkeit ein, doch VerteidigungsfĂ€higkeit bedeute nicht, das Recht zu haben, in anderen Staaten militĂ€risch zu intervenieren, nur weil deren politische Systeme nicht den eigenen Vorstellungen entsprĂ€chen. Ein kluger Satz. Denn so richtig es ist, das kommunistische Regime in Havanna fĂŒr seine UnterdrĂŒckung der eigenen Bevölkerung zu kritisieren â so falsch wĂ€re es, daraus einen Interventionsgrund zu konstruieren.
Der Kanzler riet dringend dazu, etwaige Konflikte mit diplomatischen Mitteln und friedlich anzugehen, âum nicht hier einen neuen Konflikt auf der Welt ohne Not zu beginnen". Angesichts der ohnehin brodelnden Krisenherde â vom andauernden Ukraine-Krieg bis zur dramatischen Eskalation im Nahen Osten â eine Mahnung, die man nur unterstreichen kann. Die Welt braucht wahrlich keinen weiteren Brandherd.
Brasiliens Lula schlÀgt in dieselbe Kerbe
Auch Brasiliens PrĂ€sident Luiz InĂĄcio Lula da Silva stellte sich entschieden gegen eine mögliche Invasion. Mit rhetorischen Fragen, die an Deutlichkeit nichts zu wĂŒnschen ĂŒbrig lieĂen, fragte er: Wo bleibe die Selbstbestimmung der Völker? Wo die Achtung der Menschenrechte? Wo die Achtung der UN-Charta? Man mag von Lulas linker Politik halten, was man will â in diesem Punkt hat er nicht unrecht. Das Völkerrecht kennt keine Klausel, die militĂ€rische Interventionen gegen missliebige Regime legitimiert, solange von diesen keine unmittelbare Bedrohung ausgeht.
Ein Balanceakt fĂŒr die neue Bundesregierung
FĂŒr Friedrich Merz und seine GroĂe Koalition ist die Kuba-Frage ein diplomatischer Drahtseilakt. Einerseits bleibt das transatlantische BĂŒndnis mit Washington das RĂŒckgrat deutscher Sicherheitspolitik â gerade in Zeiten, in denen Europa seine VerteidigungsfĂ€higkeit massiv ausbauen muss. Andererseits kann ein deutscher Kanzler nicht schweigend zusehen, wenn ein VerbĂŒndeter offen mit der Verletzung der territorialen IntegritĂ€t eines souverĂ€nen Staates droht, mag dessen Regime noch so verachtenswert sein.
Die klare Haltung von Merz in dieser Frage ist richtig und wichtig. Deutschland sollte sich nicht in einen weiteren Konflikt hineinziehen lassen, der weder seinen Interessen dient noch dem Weltfrieden zutrĂ€glich wĂ€re. Dass der Kanzler dies offen ausspricht, zeugt von einer auĂenpolitischen Standfestigkeit, die man sich auch in anderen Bereichen â etwa bei der unkontrollierten Migrationspolitik der vergangenen Jahre oder der wirtschaftlichen SelbstschwĂ€chung durch ideologiegetriebene Energiepolitik â gewĂŒnscht hĂ€tte. Bleibt zu hoffen, dass diese Klarheit kein Einzelfall bleibt.
- Themen:
- #CDU-CSU
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik





















