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23.10.2026
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Milliarden vom Golf für Trumps Schwiegersohn? Kushner wehrt sich!

Milliarden vom Golf für Trumps Schwiegersohn? Kushner wehrt sich!
Symbolbild: KI-generiert

Ein neues Enthüllungsbuch erhebt schwere Vorwürfe gegen Jared Kushner, Donald Trumps Schwiegersohn und heutigen Sondergesandten. In einem Vorabauszug, den das US-Magazin Vanity Fair am Donnerstag veröffentlicht hat, heißt es, Kushner habe während Trumps erster Amtszeit Zugriff auf geheime Auslandskonten mit rund zwei Milliarden Dollar von Herrschern am Golf gehabt. Kushner bestreitet das entschieden.

Das Buch trägt den Titel „Princes and Thieves“ und soll bei einem Imprint von Simon & Schuster erscheinen. Geschrieben hat es ein früherer Sicherheitsreporter von The Intercept. Nach eigenen Angaben hat er vier Jahre daran recherchiert.

Ein Agentenkrimi um ein gehacktes iPhone

Was das Buch schildert, klingt nach einem Spionagethriller. Ende 2017 soll der niederländische Militärgeheimdienst einen Hacker des russischen Geheimdienstes GRU umgedreht haben. Über ihn sei man an einen Server in Rostow gelangt, auf dem Screenshots von Kushners iPhone gelegen hätten.

Anfang 2018 hätten die Niederländer dann selbst Zugang zum Gerät gefunden. Sie hätten den Bildschirm mitlesen können. Dabei sollen sie beobachtet haben, wie Kushner sich bei einem Bankkonto in den Emiraten einloggte. Auf dieses Konto seien über eine Bank in Aserbaidschan Hunderte Millionen Dollar geflossen. Belege wie Kontoauszüge oder Überweisungsdaten enthält der Auszug nach Kushners Darstellung nicht.

Konto „Alpha“ und eine Milliarde in Israel

Dem Buch zufolge hätten Saudi-Arabien und die Emirate rund 750 Millionen Dollar auf ein Konto namens „Alpha“ bei der First Abu Dhabi Bank überwiesen. Es habe einer staatlich finanzierten Stiftung gehört, und Kushner sei zeichnungsberechtigt gewesen. Weitere rund eine Milliarde Dollar soll Emirate-Herrscher Mohamed bin Zayed nach Israel verschoben haben. Ein Informant spricht laut Buch vom „persönlichen Nutzen“ Kushners.

Benjamin Netanjahu soll angeregt haben, das Geld bei der israelischen Zentralbank zu parken. Der frühere US-Botschafter David Friedman nennt die Behauptungen über seine eigene Rolle „zu 100 Prozent falsch“. Selbst der Autor räumt ein, es sei unklar, ob die Niederländer dieses zweite Konto je gesehen hätten.

Kushners Gegenschlag: „Völlig verrückt“

Kushner reagierte auf X mit scharfen Worten. Übersetzt schrieb er:

„Die Behauptungen dieses Autors sind völlig verrückt, kategorisch falsch und haben nie stattgefunden.“

Er sei damals einer der am genauesten beobachteten Menschen der Welt gewesen, schrieb er weiter. Mehrere Untersuchungen des Kongresses und ein Sonderermittler hätten sich mit ihm befasst, er habe über 30 Stunden ausgesagt. Den Auszug nannte er eine Mischung aus Fantasie, Fiktion und politischem Aktivismus. Sein Anwalt erklärte, solche Konten gebe es nicht und habe es nie gegeben. Kushner habe kein Gesetz gebrochen.

Unbewiesen, aber nicht ohne Vorgeschichte

Bewiesen ist nichts. Trotzdem sind Kushners enge Geschäfte am Golf nicht neu. Medienberichten zufolge investierte der saudische Staatsfonds PIF nur sechs Monate nach Kushners Abschied aus dem Weißen Haus zwei Milliarden Dollar in seine Firma Affinity Partners. Ein internes Prüfgremium des Fonds soll zuvor Bedenken angemeldet haben. Nach Angaben des demokratischen Senators Ron Wyden kamen 2024 rund 99 Prozent des Kapitals von Affinity aus dem Ausland, vor allem aus Saudi-Arabien, den Emiraten und Katar.

Das Timing ist politisch heikel. Kushner verhandelt heute wieder als Sondergesandter im Nahen Osten. Ein ehemaliger Ankläger aus dem Team von Robert Mueller sagt: Falls Kushner den Royals Gegenleistungen versprochen habe, könne er gegen Bestechungsgesetze und das Gesetz zur Registrierung ausländischer Agenten verstoßen haben. Wer würde da nicht genau hinsehen wollen?

Für Beobachter wirkt es wie eine klassische Oktober-Überraschung kurz vor den Zwischenwahlen. Ob mehr dahintersteckt als ein Bestseller mit politischer Sprengkraft, muss sich erst zeigen. Am Ende braucht es Beweise und keine Schlagzeilen. Bis dahin gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

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