
Millionärs-Exodus nach Nashville: Wo Lamborghinis Cowboystiefel ablösen

Amerikas Superreiche kehren New York, Los Angeles und Chicago den Rücken und ziehen nach Nashville in Tennessee. Laut einer Datenanalyse der Nachrichtenagentur Bloomberg hat sich die Zahl der Verkäufe von Luxusimmobilien, die zum teuersten Prozent der USA gehören, in der Region seit 2017 verdreifacht. Aus der Stadt der Country-Musik wird gerade ein Spielplatz für Multimillionäre.
Vom Honky-Tonk zum Hotspot für Millionäre
Wer zum teuersten Prozent des US-Immobilienmarkts gehören will, braucht inzwischen viel Geld. Die landesweite Schwelle lag 2025 laut Bloomberg bei rund drei Millionen Dollar. Vor der Pandemie gab es Nashvilles Top-Anwesen noch mit deutlichem Abschlag gegenüber den Nobelvierteln an den Küsten. Dieser Rabatt ist inzwischen praktisch verschwunden.
Wie verrückt der Markt geworden ist, zeigen ein paar Zahlen. Nahe der Kleinstadt Franklin wird gerade ein Anwesen für 34,8 Millionen Dollar angeboten. Dazu gehören knapp 50 Hektar Land, eine Villa mit rund 1.200 Quadratmetern Wohnfläche, vier Scheunen und großzügige Reitanlagen. Für ein Penthouse im Four-Seasons-Turm in der Innenstadt werden 33,5 Millionen Dollar aufgerufen. Interessenten sollen sich laut Bericht sogar aus Dubai gemeldet haben.
Der Makler Jamie Parsons beschreibt den Preissprung mit einem konkreten Fall:
„Die Preise sind einfach explodiert. Ich kenne eine Immobilie, die 2021 für sechs Millionen Dollar verkauft wurde. 2026 ging sie für über 18 Millionen weg – und falls daran überhaupt etwas gemacht wurde, dann nicht viel.“
Das Haus hat seinen Preis also verdreifacht, ohne dass ein Handwerker viel daran getan hätte. Mit Wertschöpfung hat das wenig zu tun. Es ist reine Nachfrage, angetrieben von einer gewaltigen Welle neuen Geldes.
Supersportwagen im Clubhaus
Mit dem Geld kommt der Glamour. Südlich von Nashville betreibt 111 Motorcars eine exklusive Garage, die halb Autohaus und halb Country Club ist. Mehr als 120 Kunden stellen dort ihre Porsches, Lamborghinis und seltenen Pagani-Supersportwagen unter. Ein Pagani Huayra kostet laut Bloomberg rund vier Millionen Dollar. Mitgründer Jeremy Scates betreue nach eigenen Angaben allein für einen einzigen Kunden 150 Fahrzeuge.
Doch der Boom hat auch Verlierer, und zwar ausgerechnet unter den Wohlhabenden. Richard Florida, Professor an der Vanderbilt University, beschreibt das so:
„Die Superreichen verdrängen die bloß Wohlhabenden. Dadurch kommen sich die bloß Wohlhabenden – zumindest in ihren eigenen Augen – arm vor. Sie sagen: ‚Früher stand ich ganz oben, jetzt bin ich ein Niemand.‘ Für Außenstehende sehen natürlich alle reich aus.“
Das eigentliche Geheimnis: der Fiskus
Warum ausgerechnet Tennessee? Die Antwort ist schlicht. Der Bundesstaat erhebt keine Einkommensteuer. Dazu kommen viel freies Land und eine boomende Unternehmenslandschaft. Für Wohlhabende, die genug haben von den hohen Lebenshaltungskosten und Steuern in Kalifornien, New York oder Illinois, ist das ein starkes Argument.
Hier liegt die eigentliche Lehre der Geschichte. Wer mit seinem Kapital frei umziehen kann, geht dorthin, wo man ihn nicht ausnimmt. Amerikanische Bundesstaaten konkurrieren offen um Leistungsträger und Unternehmer. Tennessee gewinnt dieses Rennen gerade deutlich.
Und Deutschland?
Hierzulande läuft es ganz anders. In internationalen Vergleichen der OECD liegt Deutschland bei der Belastung durch Steuern und Abgaben regelmäßig in der Spitzengruppe. Die schwarz-rote Koalition unter Friedrich Merz nimmt mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen neue Schulden in historischem Ausmaß auf, die später jemand bezahlen muss. Kritiker fragen deshalb zu Recht, wie lange Fleiß und Unternehmergeist hier noch eine Heimat haben, wenn der Staat immer mehr verlangt.
Nashville zeigt außerdem, wie schnell Immobilienpreise heiß laufen können, wenn viel Geld auf ein begrenztes Angebot trifft. Ob solche Bewertungen auf Dauer halten, weiß niemand. Wer sein Vermögen unabhängig von Standorten, Steuermodellen und Marktübertreibungen schützen will, kann deshalb auch auf physisches Gold und Silber setzen, als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio. Edelmetalle gibt es seit Jahrtausenden, und sie lassen sich überallhin mitnehmen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich. Der Inhalt gibt unsere eigene Meinung und die uns vorliegenden Informationen wieder.
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