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20.10.2026
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Minen-Krieg in Hormus: Tanker brennen, Öl kratzt an 110 Dollar!

Minen-Krieg in Hormus: Tanker brennen, Öl kratzt an 110 Dollar!
Symbolbild: KI-generiert

Vor der KĂŒste Omans brennt es wieder. Die britische Seesicherheitsbehörde UKMTO meldete am Dienstag einen neuen Zwischenfall rund 121 Seemeilen östlich der omanischen KĂŒste. Regionalen Berichten zufolge stehen zwei Tanker in Flammen, und Irans Revolutionsgarden (IRGC) feiern das öffentlich als Erfolg ihres Minenkriegs.

Teheran prahlt mit Seeminen

Die UKMTO blieb gewohnt knapp. Das Schiff sei gegen 10 Uhr GMT im Zuge laufender militĂ€rischer AktivitĂ€ten in der Region in eine „Interaktion“ geraten. Behörden seien informiert, die Ermittlungen dauerten an.

Teheran redet dagegen offen. Auf ihrer offiziellen Nachrichtenseite Sepah News erklĂ€rte die IRGC, zwei „regelverletzende Öltanker“ seien durch Minen ihrer Marine in Brand gesetzt und gestoppt worden. Die Schiffe hĂ€tten demnach einen „illegalen Übergang“ im sĂŒdlichen Teil der Straße von Hormus genutzt. UnabhĂ€ngig bestĂ€tigt ist die iranische Darstellung bislang nicht. Das galt laut Nachrichtenagenturen auch schon fĂŒr Ă€hnliche Meldungen vom Wochenende. Damals sollen zwei Supertanker mit jeweils rund zwei Millionen Barrel Rohöl an Bord getroffen worden sein.

Ein Nadelöhr als Erpressungshebel

FĂŒr die Weltwirtschaft gibt es kaum einen empfindlicheren Punkt. Vor dem Krieg, den die USA und Israel Ende Februar gegen Iran begonnen haben, lief Medienberichten zufolge rund ein FĂŒnftel des weltweiten Ölverbrauchs durch die Meerenge. Seitdem verlangt Teheran, dass jedes Schiff vor der Durchfahrt um Erlaubnis bittet. Washington antwortet mit einer eigenen Seeblockade gegen iranische Ölexporte.

Die Tanker sind damit faktisch zum Pfand geworden. Irans Erster VizeprĂ€sident Mohammad Reza Aref sagte laut der Staatsagentur IRNA, sein Land habe „keine Wahl“, als die Kontrolle ĂŒber Hormus durchzusetzen. Ein IRGC-Sprecher drohte nach Angaben von Al Jazeera sogar, Unterseekabel in der Meerenge ins Visier zu nehmen. An diesen Leitungen hĂ€nge der weltweite Internet- und Datenverkehr. Und er kĂŒndigte „neue Ziele und neue Waffen“ an.

Sieben Bedingungen – und kein Ende in Sicht

Außenminister Abbas Araghchi zufolge liegt Teherans Angebot noch auf dem Tisch, die Meerenge binnen sieben Tagen wieder zu öffnen. Allerdings stellt Iran seit Mitte September folgende Bedingungen:

  • Aufhebung der Seeblockade und der Sanktionen auf iranische Ölexporte
  • Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte
  • Ende des Krieges gegen Iran und seine regionalen VerbĂŒndeten
  • Abzug der US-Truppen aus der Umgebung der iranischen Grenzen
  • EntschĂ€digung fĂŒr KriegsschĂ€den und keine Einmischung in Irans Atom- und Raketenprogramm

Ein Kompromissangebot? Eher ein Wunschzettel. Katar und Pakistan vermitteln zwar, Pakistans Armeechef Munir ist bereits in Teheran. Das iranische Außenministerium nennt die US-Antwort allerdings „unvollstĂ€ndig und unzureichend“.

Die Rechnung landet in Europa

An den MĂ€rkten wird es teuer. Brent notierte laut Bloomberg knapp unter 110 US-Dollar je Barrel und damit nahe dem höchsten Stand seit Mai. Die US-Sorte WTI lag bei rund 99 Dollar. Wer in Deutschland tankt oder mit Öl heizt, spĂŒrt das direkt. FĂŒr eine Industrie, die ohnehin unter hohen Energiekosten leidet, ist das ein weiterer Tiefschlag.

Zugleich verliert PrĂ€sident Trump offenbar die Geduld mit den EuropĂ€ern. Er warf Europa vor, die USA im Iran-Konflikt nicht zu unterstĂŒtzen, und deutete an, Washington könne seine UnterstĂŒtzung fĂŒr Europa ĂŒberdenken. Berlin steht damit zwischen Energieschock und transatlantischem Liebesentzug. Eine eigene Strategie der Bundesregierung ist dabei kaum zu erkennen.

Sicherheit in unsicheren Zeiten

Die Lage bleibt brandgefĂ€hrlich, im wörtlichen Sinne. Trump droht Berichten zufolge mit einer neuen MilitĂ€roperation, möglicherweise nach den Zwischenwahlen im November. Iran verbĂŒndet sich immer enger mit Russland. Und jeden Tag kann eine weitere Mine das nĂ€chste Schiff treffen.

In solchen Phasen zeigt sich, welche Werte unabhĂ€ngig von Lieferketten, Meerengen und politischen Launen bestehen. Physisches Gold und Silber haben ĂŒber Jahrhunderte Krisen ĂŒberdauert. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie eine sinnvolle Absicherung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte eigenstĂ€ndig recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst.

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