
Monroe-Doktrin 2.0: Trumps aggressive Außenpolitik als Zeichen eines untergehenden Imperiums?

Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich – dieses geflügelte Wort gewinnt angesichts der jüngsten außenpolitischen Eskalationen der Trump-Administration eine beunruhigende Aktualität. Was sich derzeit im amerikanischen Hinterhof abspielt, erinnert auf erschreckende Weise an die imperiale Expansionspolitik des 19. Jahrhunderts.
Parallelen zur Monroe-Doktrin von 1817
Die Rhetorik aus Washington klingt wie ein Echo aus längst vergangenen Zeiten: Feindliche Gruppen südlich der Grenze würden die umliegenden Gebiete terrorisieren und Unruhe stiften. Militärische Maßnahmen seien erforderlich, einschließlich der Entsendung amerikanischer Truppen in das Hoheitsgebiet eines anderen souveränen Staates. Dieser wird beschuldigt, die Drogenkartelle nicht unter Kontrolle zu haben.
Was nach Donald Trump klingt, beschreibt tatsächlich auch die Politik von Präsident James Monroe vor mehr als zwei Jahrhunderten. Damals beschwerte sich das Weiße Haus über die Seminolen, die angeblich die Grenzgebiete nördlich des spanischen Florida terrorisierten. Truppen wurden entsandt, um sie zu zerschlagen. Der indigene „Terror" war der Vorwand – Florida war der eigentliche Preis. Zwei Jahre später trat Spanien Florida an die Vereinigten Staaten ab.
Mexiko im Fadenkreuz der amerikanischen Machtpolitik
Trump hat wiederholt damit gedroht, US-Truppen nach Mexiko zu entsenden, um die Drogenkartelle zu bekämpfen. Seine Worte gegenüber Fox News nach der Operation gegen den venezolanischen Präsidenten Maduro offenbaren eine beunruhigende Mischung aus scheinbarer Freundlichkeit und unverhohlenem Drohpotenzial:
„Wir verstehen uns sehr gut mit ihr, sie ist eine gute Frau. Aber die Kartelle regieren Mexiko. Sie regiert Mexiko nicht … sie hat große Angst vor den Kartellen … Und ich habe sie mehrfach gefragt: ‚Möchten Sie, dass wir die Kartelle ausschalten?' … Irgendetwas muss mit Mexiko geschehen."
Diese Aussage ist nicht nur diplomatisch fragwürdig, sondern stellt die Souveränität eines Nachbarlandes offen in Frage. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum wird als machtlose Figur dargestellt, die ihr eigenes Land nicht kontrollieren könne.
Historische Muster und ihre Konsequenzen
Die Geschichte Mexikos mit den Vereinigten Staaten ist von territorialen Verlusten geprägt. Nach dem Krieg in den späten 1840er Jahren verlor Mexiko Texas, New Mexico und Kalifornien an seinen nördlichen Nachbarn. Die Unabhängigkeit von Spanien, die in Phasen während der 1810er Jahre errungen und 1821 vollendet wurde, konnte das Land nicht vor amerikanischer Expansion schützen.
Was bedeutet es, wenn eine Weltmacht auf außenpolitische Konzepte des 19. Jahrhunderts zurückgreift? Kritische Beobachter sehen darin ein Zeichen des Niedergangs. Ein Imperium, das seine globale Vormachtstellung nicht mehr aufrechterhalten kann, zieht sich auf seinen unmittelbaren Einflussbereich zurück und versucht dort, seine Macht zu konsolidieren.
Proteste gegen die aggressive Außenpolitik
Die Reaktionen in Lateinamerika sind entsprechend heftig. In Mexiko-Stadt versammelten sich Demonstranten mit mexikanischen und venezolanischen Flaggen vor der US-Botschaft, um gegen die Bombardierung Venezuelas zu protestieren. Die Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau mitten in der Nacht hat die Region erschüttert und alte Ängste vor amerikanischem Interventionismus wieder aufleben lassen.
Die Rückkehr zur Monroe-Doktrin – jenem außenpolitischen Grundsatz, der den amerikanischen Kontinenten zur exklusiven Einflusssphäre der USA erklärte – wirft fundamentale Fragen auf. Erleben wir den Beginn einer neuen Ära des amerikanischen Imperialismus in der westlichen Hemisphäre? Oder handelt es sich um die verzweifelten Zuckungen eines Imperiums, das seine beste Zeit hinter sich hat?
Für Europa und insbesondere für Deutschland sollten diese Entwicklungen ein Weckruf sein. Ein Partner, der seine eigenen Nachbarn mit militärischer Gewalt bedroht und die Souveränität anderer Staaten missachtet, ist kein verlässlicher Verbündeter. Die transatlantischen Beziehungen stehen vor einer Zerreißprobe, deren Ausgang ungewiss bleibt.
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