
Moskau trotzt Trumps Zolldrohungen: Russland will Kuba mit Öl versorgen

Während die karibische Insel Kuba in einer beispiellosen Energiekrise versinkt, zeichnet sich ein geopolitisches Kräftemessen ab, das an die dunkelsten Tage des Kalten Krieges erinnert. Der Kreml erklärte am Donnerstag unverblümt, man diskutiere aktiv darüber, welche Hilfe man dem sozialistischen Bruderstaat leisten könne – und wischt dabei die Drohungen aus Washington schlicht vom Tisch.
Kreml-Sprecher gibt sich betont gelassen
Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten, ließ sich von den amerikanischen Zolldrohungen offenkundig nicht beeindrucken.
„Wir wollen keine Eskalation, aber andererseits haben wir derzeit ohnehin nicht viel Handel", erklärte Peskow laut der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti gegenüber Journalisten. Eine Aussage, die in ihrer scheinbaren Beiläufigkeit kaum provokanter hätte sein können. Denn was Peskow damit eigentlich sagt: Trumps wirtschaftliche Druckmittel gegen Russland sind längst ausgereizt. Wer bereits unter massiven Sanktionen steht, den schrecken zusätzliche Zölle kaum noch.
Gleichzeitig betonte der Kreml-Sprecher, man wolle einen „konstruktiven Dialog" mit den Vereinigten Staaten über Kubas sich verschärfende Energiekrise suchen. Es sei jedoch aus „offensichtlichen Gründen" unmöglich, diese Angelegenheiten derzeit öffentlich zu erörtern. Man darf getrost annehmen, dass hinter den Kulissen bereits Fakten geschaffen werden.
Kubas Zusammenbruch in Zeitlupe
Die Lage auf der Karibikinsel ist dramatisch – und das ist noch eine Untertreibung. Kuba, seit über 60 Jahren Gegenstand eines amerikanischen Handelsembargos, steckt in einer wirtschaftlichen Abwärtsspirale, die mittlerweile die grundlegendste Infrastruktur erfasst hat. Das Stromnetz der Insel ist bereits mehrfach landesweit zusammengebrochen. Die Regierung in Havanna sah sich gezwungen, drastische Notfallmaßnahmen zu verkünden: Treibstoffrationierungen, die Schließung touristischer Einrichtungen, verkürzte Schultage und eine auf vier Tage reduzierte Arbeitswoche in staatlichen Betrieben.
Besonders bezeichnend für das Ausmaß der Krise: Internationale Fluggesellschaften können auf Kuba nicht mehr auftanken. Air Canada strich daraufhin sämtliche Flüge auf die Insel und kündigte an, rund 3.000 bereits vor Ort befindliche Kunden in den kommenden Tagen zurückzuholen. Ein Land, das seine eigenen Flughäfen nicht mehr mit Kerosin versorgen kann – das ist kein vorübergehender Engpass, das ist ein Staatskollaps auf Raten.
Trumps Druckkulisse gegen Maduro und Castro-Erben
Die Vereinigten Staaten haben ihren Druck auf Kubas Führung seit Anfang Januar massiv verschärft. Auslöser war eine außergewöhnliche Militäroperation zur Absetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro – eines langjährigen Verbündeten Havannas. Das Weiße Haus erklärte die kommunistische Regierung Kubas zur „ungewöhnlichen und außerordentlichen Bedrohung" und drohte jedem Land, das direkt oder indirekt Öl an Kuba liefert, mit empfindlichen Zöllen.
Doch genau hier offenbart sich das strategische Dilemma Washingtons. Russland, ohnehin mit westlichen Sanktionen überzogen wie kaum ein anderes Land, hat schlicht wenig zu verlieren. Moskau nutzt die kubanische Krise geschickt, um seine geopolitische Präsenz in der westlichen Hemisphäre zu demonstrieren – ganz in der Tradition sowjetischer Machtprojektion. Dass ausgerechnet Donald Trump, der sich als härtester Verhandler der Weltgeschichte inszeniert, hier an seine Grenzen stößt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Ein gefährliches Spiel mit historischen Parallelen
Die Konstellation erinnert fatal an die Kubakrise von 1962, als die Welt am Rande eines Atomkriegs stand. Natürlich sind die Vorzeichen heute andere – doch die Grunddynamik bleibt erschreckend ähnlich: Eine Großmacht versucht, ihren Einfluss in der unmittelbaren Nachbarschaft der anderen auszuweiten, während Washington mit wirtschaftlichem und militärischem Druck dagegenhält. In einer Welt, in der gleichzeitig der Ukraine-Krieg tobt und der Nahe Osten in Flammen steht, ist ein weiterer geopolitischer Brandherd das Letzte, was die internationale Gemeinschaft braucht.
Für die Menschen auf Kuba freilich sind diese machtpolitischen Schachzüge von bitterer Irrelevanz. Sie stehen an leeren Tankstellen, sitzen im Dunkeln und erleben, wie ihr Land buchstäblich den Stecker gezogen bekommt. Ob russisches Öl oder amerikanischer Druck – am Ende zahlt die Bevölkerung den Preis für die ideologische Verbohrtheit ihrer Führung und die geostrategischen Ambitionen fremder Mächte.
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