
Moskau unter Druck: Russland verschleudert Öl mit Rekordrabatt und wirft Gold auf den Markt
Der Kreml steckt in der Klemme. Während Wladimir Putin nach außen hin Stärke demonstriert und der Ukraine-Krieg in sein viertes Jahr geht, offenbaren die nackten Zahlen ein anderes Bild: Russlands Staatsfinanzen geraten zunehmend unter Wasser. Das Flaggschiff-Rohöl Urals wird am Weltmarkt mit dem größten Preisnachlass seit fast drei Jahren verramscht, und die Zentralbank sah sich gezwungen, erstmals seit Monaten wieder Gold aus ihren Reserven zu verkaufen – satte 300.000 Unzen.
Urals-Öl: Vom Goldesel zum Sorgenkind
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Der durchschnittliche Preisnachlass für russisches Urals-Öl aus den westlichen Häfen des Landes sei laut Daten von Argus Media auf 30,62 US-Dollar unter den globalen Referenzpreis Dated Brent gestiegen. Das entspreche dem größten Abschlag seit April 2023. An den Exporthäfen werde die Sorte derzeit zu einem Preis von knapp über 40 US-Dollar pro Barrel gehandelt – ein Wert, der weit unter den 59 US-Dollar pro Barrel liegt, die Moskau bei der Planung seines Staatshaushalts für das laufende Jahr zugrunde gelegt hatte.
Im Ostseehafen Primorsk notierte Urals am vergangenen Freitag bei 42,09 US-Dollar, in Noworossijsk am Schwarzen Meer sogar nur bei 40,44 US-Dollar. Selbst wenn das Öl seinen Hauptabnehmer Indien erreicht, schrumpfe der Rabatt gegenüber Brent lediglich auf etwa 12 Dollar pro Barrel – immer noch die größte Differenz seit fast drei Jahren. Ob der sogenannte Lieferaufschlag, also die erhebliche Spanne zwischen Export- und Lieferpreisen, tatsächlich in russischer Hand verbleibe, sei dabei keineswegs gesichert.
Sanktionsdruck zeigt Wirkung – doch zu welchem Preis?
Die westlichen Sanktionen entfalten offenkundig ihre beabsichtigte Wirkung. Die USA hatten Ende vergangenen Jahres die beiden größten russischen Ölproduzenten Rosneft und Lukoil auf die schwarze Liste gesetzt und zeitweise die Zölle für Indien auf 50 Prozent für den Kauf von russischem Urals-Öl verdoppelt. Zwar habe US-Präsident Donald Trump einen zusätzlichen Zoll von 25 Prozent auf indische Waren zwischenzeitlich wieder aufgehoben – als Geste im Rahmen eines bilateralen Handelsabkommens. Doch ein US-Gericht entschied am Freitag, dass Trumps Anwendung des International Emergency Economic Powers Act zur Verhängung von Zöllen rechtswidrig gewesen sei.
Hinzu kommt: Das Vereinigte Königreich und die Europäische Union haben seit dem 1. Februar eine verschärfte Preisobergrenze für russisches Öl eingeführt. Europäische Unternehmen dürften demnach nur dann Dienstleistungen wie Transport und Versicherung für russisches Rohöl erbringen, wenn dieses weniger als 44,10 Dollar pro Barrel koste. Eine Schlinge, die sich immer enger zieht.
Analysten warnen bereits, dass sich das russische Haushaltsdefizit auf 7,3 Billionen Rubel verdoppeln könnte. Weniger Einnahmen bedeuten weniger Steuerzahlungen der nationalen Ölgesellschaften an den Kreml – eine Abwärtsspirale, die sich kaum aufhalten lässt, solange der Krieg andauert und die Sanktionen bestehen bleiben.
Gold als Notreserve: Moskau greift zum Tafelsilber
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf Russlands Goldreserven. Die russische Zentralbank verkaufte im Januar 300.000 Unzen Gold und reduzierte damit ihre Bestände auf 74,5 Millionen Unzen. Es war der erste Rückgang der Goldreserven seit Oktober. Bei einem durchschnittlichen Rekordpreis von rund 4.700 US-Dollar pro Unze im Januar hätte dieser Verkauf Russland bei einer Transaktion zu Marktpreisen etwa 1,4 Milliarden US-Dollar eingebracht.
Die Zentralbank habe bereits im vergangenen Jahr mit dem Abbau ihrer Goldreserven im Rahmen sogenannter Spiegeloperationen begonnen, die mit dem Verkauf von Vermögenswerten des Nationalen Wohlfahrtsfonds durch das Finanzministerium verbunden gewesen seien. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2025 habe das Ministerium 419 Milliarden Rubel – umgerechnet rund 5,5 Milliarden US-Dollar – aus dem Fonds ausgegeben und Gold sowie Devisen verkauft, um den Rückgang der Öl- und Gaseinnahmen angesichts des wachsenden Haushaltsdefizits auszugleichen.
Die Ironie der Geschichte: Trotz des Verkaufs stieg der Gesamtwert der russischen Goldreserven im Januar um 23 Prozent auf 402,7 Milliarden US-Dollar – getragen allein durch den rasanten Preisanstieg des Edelmetalls. Seit der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 habe der steigende Goldwert zu einem Gewinn geführt, der in seiner Höhe mit den in Europa eingefrorenen Devisenreserven Russlands vergleichbar sei. Ein Umstand, der einmal mehr die überragende Bedeutung von Gold als Wertaufbewahrungsmittel in Krisenzeiten unterstreicht.
Was bedeutet das für den Goldpreis – und für uns?
Dass eine der größten Zentralbanken der Welt Gold verkauft, mag auf den ersten Blick beunruhigend klingen. Doch man sollte die Relationen nicht aus den Augen verlieren: Russland fördert jährlich rund 10 Millionen Unzen Gold. Der Verkauf von 300.000 Unzen ist im globalen Kontext ein Tropfen auf den heißen Stein. Entscheidend ist vielmehr die Botschaft, die dahintersteckt: Selbst unter extremem fiskalischem Druck greift Moskau auf Gold zurück, weil es – anders als eingefrorene Devisenreserven – tatsächlich verfügbar und verwertbar ist.
Für den deutschen Bürger sollte diese Entwicklung ein Weckruf sein. Während Russland seine Rohstoffe verkauft, um den Krieg zu finanzieren, häuft der Westen – und insbesondere Deutschland – immer neue Schulden an. Das von der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz beschlossene 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur, die astronomischen Kosten für den Wiederaufbau der Ukraine, die auf geschätzte 580 Milliarden Euro beziffert werden, und die fortlaufende Alimentierung einer verfehlten Migrationspolitik – all das wird den deutschen Steuerzahler auf Generationen hinaus belasten. Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Dieses Versprechen hat sich als das entpuppt, was es von Anfang an war: heiße Luft.
Die Lehre aus Russlands Goldverkäufen ist paradoxerweise eine zutiefst positive für das Edelmetall selbst: Gold behält seinen Wert, wenn Währungen schwächeln, Sanktionen greifen und Staatshaushalte implodieren. Es ist und bleibt der ultimative sichere Hafen – nicht nur für Zentralbanken, sondern gerade auch für den privaten Anleger, der sein Vermögen vor der schleichenden Enteignung durch Inflation und Staatsschulden schützen möchte.
Physische Edelmetalle wie Gold und Silber bleiben in diesen turbulenten Zeiten eine der wenigen Anlageklassen, die weder von Sanktionen eingefroren noch von politischen Entscheidungen über Nacht entwertet werden können.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Quellen. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, eigene Recherchen durchzuführen und seine Anlageentscheidungen auf Basis seiner individuellen Situation zu treffen. Eine Haftung für etwaige finanzielle Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Überlegungen resultieren, wird ausdrücklich ausgeschlossen.
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