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Kettner Edelmetalle
24.03.2026
21:31 Uhr

Moskaus Griff nach den Sternen: Russland will mit eigenem Satellitennetz Starlink Paroli bieten

Während der Westen technologisch immer weiter voranschreitet und Elon Musks Starlink-Netzwerk mit über 7.000 Satelliten den Erdorbit dominiert, versucht Russland nun verzweifelt, den Anschluss nicht zu verlieren. Am Abend des 23. März brachte das russische Raumfahrtunternehmen Bureau 1440 erstmals eine Serienpartie von 16 Satelliten der Konstellation „Rassvet" ins All – ein Projekt, das Moskau als ebenbürtiges Gegenstück zu Starlink verkaufen möchte. Doch die Realität sieht ernüchternd aus.

16 gegen 7.000 – ein Wettlauf mit enormem Rückstand

Die Satelliten wurden mit einer Sojus-2.1B-Trägerrakete in eine Übergangsumlaufbahn befördert, wie das Unternehmen der russischen Wirtschaftszeitung Kommersant mitgeteilt habe. Nach Angaben von Bureau 1440 seien die Satelliten vom firmeneigenen Kontrollzentrum übernommen worden. Sobald die Bordsysteme überprüft und hochgefahren seien, sollten die Raumfahrzeuge ihre Zielumlaufbahn ansteuern. Die Technik klingt durchaus ambitioniert: 5G-NTN-Kommunikationstechnik, Laser-Terminals für die Verbindung zwischen den Satelliten sowie Plasmaantriebe sollen zum Einsatz kommen.

Doch man muss die Zahlen nüchtern betrachten. Sechs Testsatelliten befanden sich bislang im Orbit. Nun kommen 16 weitere hinzu. SpaceX hat seit 2019 bereits mehr als 7.000 Starlink-Satelliten ins All gebracht. Der Rückstand ist nicht nur gewaltig – er ist geradezu grotesk. Und das in einem Bereich, in dem Russland einst als unangefochtene Raumfahrtnation galt.

Milliarden-Investitionen mit ungewissem Ausgang

Alexei Schelobkow, Geschäftsführer des Mutterkonzerns IKS Holding, räumte gegenüber Kommersant ein, dass die nächste Phase der Entfaltung Dutzende weiterer Starts erfordern werde. Es handele sich um einen „komplexen ingenieurtechnischen Weg, der mit technologischen Risiken verbunden" sei. Eine bemerkenswert ehrliche Einschätzung für russische Verhältnisse.

Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow habe zuvor angekündigt, dass bis 2035 mehr als 900 Satelliten des Rassvet-Netzwerks in den Orbit gebracht werden sollten. Der kommerzielle Betrieb mit über 250 Satelliten könnte demnach bereits im kommenden Jahr beginnen – wobei man bei russischen Zeitplänen stets eine gewisse Skepsis walten lassen sollte. Ursprünglich war der Start der ersten Serienpartie bereits für 2025 vorgesehen gewesen und musste auf 2026 verschoben werden.

Die Finanzierung erfolgt im Rahmen des russischen Nationalprojekts „Datenwirtschaft". Aus dem Bundeshaushalt seien 102,8 Milliarden Rubel – umgerechnet rund 1,26 Milliarden US-Dollar – eingeplant. Bureau 1440 wolle zusätzlich 329 Milliarden Rubel, also etwa 4 Milliarden US-Dollar, an Eigenmitteln bis 2030 investieren. Ob diese Summen angesichts der westlichen Sanktionen und der angespannten russischen Haushaltslage tatsächlich fließen werden, steht freilich auf einem anderen Blatt.

Militärische Dringlichkeit als eigentlicher Treiber

Was bei der offiziellen Darstellung eines zivilen Breitband-Projekts gerne unter den Tisch fällt: Der Aufbau einer eigenen Satellitenkonstellation hat für Moskau vor allem militärische Dringlichkeit. SpaceX hatte in Zusammenarbeit mit der Ukraine nicht verifizierte Starlink-Terminals gesperrt, die russische Truppen zuvor illegal über Drittstaaten beschafft und an der Front zur Koordination von Drohneneinsätzen genutzt hatten. Ein bemerkenswerter Vorgang – russische Soldaten, die auf die Technologie des vermeintlichen Gegners angewiesen sind, um ihren eigenen Krieg zu führen.

Der ukrainische Elektronikexperte Serhii Beskrestnow erklärte, ein Großteil der russischen Einheiten habe daraufhin den Zugang zum Satelliteninternet verloren. Russische Militärblogs kritisierten die entstandene Abhängigkeit von einer Technologie außerhalb eigener Kontrolle – eine Kritik, die durchaus berechtigt erscheint, unabhängig davon, auf welcher Seite man steht.

Ein Lehrstück über technologische Souveränität

Dieser Vorgang sollte auch in Deutschland aufhorchen lassen. Die Frage der technologischen Souveränität ist keine abstrakte Debatte für Sonntagsreden, sondern hat handfeste strategische Konsequenzen. Wer sich in kritischen Infrastrukturbereichen vollständig von ausländischen Anbietern abhängig macht – sei es bei Satellitenkommunikation, Energieversorgung oder digitaler Infrastruktur –, begibt sich in eine verwundbare Position. Russland erfährt diese Lektion gerade auf schmerzhafte Weise.

Ob das Rassvet-Netzwerk jemals eine ernsthafte Konkurrenz für Starlink darstellen wird, darf bezweifelt werden. Der technologische Vorsprung von SpaceX ist erdrückend, die westlichen Sanktionen erschweren den Zugang zu Schlüsselkomponenten, und Russlands industrielle Kapazitäten sind durch den andauernden Krieg in der Ukraine ohnehin bis an ihre Grenzen belastet. Doch allein der Versuch zeigt, wie sehr sich die geopolitischen Machtverhältnisse zunehmend auch im Weltraum manifestieren – und wie wichtig es für jede Nation ist, in Schlüsseltechnologien nicht den Anschluss zu verlieren.

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