
Netanjahu: Sturz des Iran-Regimes ist "zum Greifen nah"

Während im Weißen Haus offenbar auf Deeskalation vor den Zwischenwahlen gedrängt wird, dreht Israels Premier den Ton nach oben: Benjamin Netanjahu hat am Donnerstag bei einer Rosch-Haschana-Veranstaltung in Tel Aviv vor dem Generalstabsforum der israelischen Armee erklärt, der Sturz der Führung in Teheran sei die "zentrale Mission" – und diese sei "zum Greifen nah". Ein Satz mit Sprengkraft für Ölmärkte, Energiepreise und die Geldbeutel deutscher Verbraucher.
Washington will Ruhe – Jerusalem will das Ende des Regimes
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, der sich auf vier mit den Beratungen vertraute Personen stützt, drängen enge Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump darauf, eine weitere Eskalation im Iran-Krieg bis zu den Midterms im November zu vermeiden. Das Kalkül sei durchsichtig: Wahlverluste der Republikaner sollen begrenzt werden.
Dumm nur, dass sich Kriege selten an Wahlkalender halten. Berichten zufolge kam es bereits in der Nacht zu neuen wechselseitigen Angriffen zwischen den USA und dem Iran. Die Strategie stehe damit schon jetzt unter Druck.
"Das Regime wankt"
Netanjahu zeigte sich in seiner Rede überzeugt, die iranische Führung sei geschwächt wie nie und kämpfe ums Überleben. Als Gründe nannte er unter anderem den Gaza-Feldzug seit dem 7. Oktober 2023 und das Vorgehen gegen die Hisbollah.
"Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Bedrohung ein für alle Mal beseitigen können – mit anderen Worten: dieses Regime zu stürzen."
Und weiter: Es sei kein Zufall, dass Israel derzeit nicht angegriffen werde. Man kenne dort Israels Stärke. Zugleich warnte er unmissverständlich: "Legt euch nicht mit uns an." Israels Verteidigungsministerium habe zuletzt klargestellt, dass selbst ein begrenzter Angriff auf israelische Interessen eine massive militärische Antwort auslösen werde.
Der Aufstand, der nicht kommt
Israelische Stellen verweisen seit Monaten auf Mossad-Strukturen im Iran und deuten einen möglichen Volksaufstand an. Nach rund einem halben Jahr Krieg blieb dieser bislang aus. Beobachter erklären das nüchtern: Unter Kriegsrecht und US-Bomben rückt eine Bevölkerung selten demonstrativ an die Seite des Angreifers – und Sicherheitsapparate gewinnen im Ausnahmezustand eher an Macht, statt sie zu verlieren.
Kritiker in Washington monieren zudem, Israel wolle die militärische Hauptlast bei den USA sehen. Auffällig sei, dass die Rufe nach Eskalation regelmäßig lauter würden, sobald Washington auf die Bremse trete.
Was das fĂĽr Europa bedeutet
Für Deutschland ist der Konflikt längst kein fernes Geschehen mehr. Medienberichten zufolge kletterte Brent-Öl zuletzt in Richtung 100 Dollar, nachdem in der Straße von Hormus ein Tanker getroffen worden sein soll. Der Goldpreis bewegte sich Berichten zufolge um die Marke von 4.300 Dollar.
Durch Hormus fließt ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Öls. Steigen Energiepreise, folgt die Inflation – und damit die Rechnung für Heizung, Sprit und Lebensmittel. Eine Bundesregierung, die zeitgleich Hunderte Milliarden an neuen Schulden auftürmt, hat gegen einen importierten Preisschock wenig in der Hand.
Genau in solchen Phasen zeigt sich, warum physische Edelmetalle als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen ihren festen Platz haben: Sie kennen kein Gegenparteirisiko und keine Wahlkampftaktik.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich recherchieren und entscheidet selbst über seine Investments.

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