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Kettner Edelmetalle
06.06.2026
15:20 Uhr

Northvolt-Desaster in Heide: Wie aus 300 Millionen Steuergeld nur noch 31 wurden

Northvolt-Desaster in Heide: Wie aus 300 Millionen Steuergeld nur noch 31 wurden

Es ist eine dieser Geschichten, die das ganze Elend deutscher Industriepolitik in einem einzigen Bild verdichten: Ein Batteriezellenwerk, das die Zukunft der deutschen E-Auto-Industrie verkörpern sollte, verkommt zu einer der teuersten Bauruinen Schleswig-Holsteins. Aus hunderten Millionen Euro Steuergeld wurde ein Millionengrab – und nun hat ein Gericht festgestellt, dass die Landesregierung das Parlament über die Risiken im Dunkeln tappen ließ. Willkommen in der Realität des grün-schwarzen Zukunftsversprechens.

Wenn ein „Profi“ und ein „Ehrenmann“ Wirtschaft machen

Das Vorzeigeprojekt Batteriezellenwerk Heide ist untrennbar mit zwei Namen verbunden: dem ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Die beiden Herren schätzen sich nicht nur politisch, sondern auch persönlich. Günther bescheinigte Habeck jüngst „Professionalität“, woraufhin dieser zurückgab, er habe schon immer gewusst, dass Günther „ein Ehrenmann“ sei. Man möchte fast meinen, es handle sich um eine Kabarettnummer – doch die Pointe zahlt am Ende der Steuerzahler.

Wie sieht es also aus, wenn ein selbsternannter Profi und ein bekennender Ehrenmann gemeinsam die Wirtschaft voranbringen? Man spendierte der schwedischen Mutterfirma Northvolt kurzerhand einen KfW-Kredit über satte 600 Millionen Euro – abgesichert mit jeweils 300 Millionen von Bund und Land. Zur Eröffnung der Baustelle 2024 wurde geboßelt, gelächelt und für die Kameras posiert. Was konnte da schon schiefgehen?

Die Warnungen waren da – man ignorierte sie

Eine ganze Menge, wie sich herausstellte. Denn die Risiken waren keineswegs ein Geheimnis. Das Institut für Weltwirtschaft Kiel macht deutlich, dass Northvolt bereits damals in wirtschaftlichen Nöten steckte. Selbst der VW-Konzern, einst größter Anteilseigner, hatte seine Beteiligung bereits weitgehend abgewertet. Ein simpler Anruf bei den Wolfsburgern hätte vermutlich Aufschluss gegeben.

Auch die Investitionsbank Schleswig-Holstein warnte das Wirtschaftsministerium bereits im Frühjahr 2023, dass die Fördermittel möglicherweise nicht reichen und weiterer Geldbedarf entstehen könnte. Doch wer mit ideologischem Tunnelblick auf die heilige Energiewende starrt, der lässt sich von lästigen Fakten nicht aufhalten.

Nur acht Monate nach dem ersten Spatenstich beantragte Northvolt in den USA Gläubigerschutz und meldete im März 2025 in Schweden Insolvenz an.

Der Steuerzahler blutet – die Politik zuckt mit den Schultern

Die KfW forderte den Kredit zurück, doch bei einem insolventen Unternehmen ist nun einmal nicht viel zu holen. Ein Ausfall von rund 620 Millionen Euro bleibt am Steuerzahler hängen. Die Opposition im Kieler Landtag, die der Kreditaufnahme im guten Glauben zugestimmt hatte, fühlte sich getäuscht – und klagte vor dem Landesverfassungsgericht. Mit Erfolg: Das Gericht stellte fest, dass die Landesregierung ihre Pflichten gegenüber dem Parlament verletzt habe.

Die Konsequenzen? Man ahnt es bereits. Ministerpräsident Günther hatte vollmundig verkündet: „Ich bin derjenige, der die Hauptverantwortung übernimmt.“ Geschehen ist nichts. Von Einsicht oder gar Reue keine Spur – stattdessen verwahrte er sich empört gegen die Vorwürfe des Rechnungshofes, der in einem 84-seitigen Sonderbericht einen Verstoß gegen die Haushaltsverordnung feststellte. In der Politik gelten eben andere Spielregeln als in der freien Wirtschaft. Ein Vorstandschef, der einen Totalverlust dieser Größenordnung verantwortet hätte, könnte seinen Schreibtisch noch am selben Tag räumen.

31 Millionen für ein 300-Millionen-Gelände

Doch es kommt noch bitterer. In Berlin und Kiel feiert man sich bereits dafür, dass 153 Millionen Euro noch nicht verbauter Mittel „gerettet“ werden konnten – mit der vagen Aussicht auf weitere 69 Millionen. Der Schaden läge dann „nur noch“ bei rund 400 Millionen Euro.

Wirklich pikant wird es jedoch beim Wert des Geländes selbst: Ein Gutachten beziffert den Wert der Fläche, in die rund 300 Millionen Euro flossen, auf gerade einmal 31 Millionen Euro. Der reine Grundstückswert liegt laut KPMG sogar bei mageren 11,8 Millionen. Was in der Presse als „Ramschpreis“ kursiert, ist nichts anderes als die nackte Realität eines brachial gescheiterten Großprojekts – große Teile der ursprünglichen Bauleistungen sind schlicht nicht mehr verwertbar und damit praktisch abgeschrieben.

Tickt noch eine weitere Zeitbombe?

Und als wäre das Debakel nicht schon groß genug, deutet sich womöglich weiteres Ungemach an. Bereits 2020 soll die damalige rot-schwarze Koalition einen weiteren Kredit für Northvolt über 525 Millionen US-Dollar zu 80 Prozent verbürgt haben. Die Risikoposition des Bundes betrage „somit gegenwärtig 376 Millionen US-Dollar zuzüglich Finanzierungskosten“, so der Bericht eines Fachreferenten im Wirtschaftsausschuss des Bundestags vom Dezember 2024. Ob diese Bombe noch tickt oder zwischenzeitlich entschärft wurde – darüber herrscht beredtes Schweigen.

Ein Lehrstück über staatliche Industriepolitik

Das Northvolt-Desaster ist mehr als ein bedauerlicher Einzelfall. Es ist das Sinnbild einer Politik, die mit dem Geld der Bürger umgeht wie mit Spielgeld am Roulettetisch – und die niemals zur Rechenschaft gezogen wird. Während ehrliche Familienunternehmer für jeden Cent kämpfen müssen und unter erdrückender Bürokratie ächzen, verbrennen Politiker dreistellige Millionenbeträge im Namen einer ideologisch überfrachteten Transformation und gehen anschließend zur Tagesordnung über.

Wer sich fragt, warum immer mehr Bürger das Vertrauen in Politik und staatlich gelenkte Wirtschaftsprojekte verlieren, der findet in Heide die Antwort. Es ist genau diese Mischung aus Größenwahn, Realitätsverweigerung und folgenloser Verantwortungslosigkeit, die das Land schwächt – und die nach einem echten Politikwechsel ruft, der wieder für Deutschland und seine fleißigen Bürger arbeitet statt gegen sie.

Was bleibt? Beständige Werte statt politischer Luftschlösser

Die Lehre aus solchen Debakeln ist klar: Wer sein Vermögen schützen will, sollte sich nicht auf die Versprechen der Politik oder die nächste staatlich subventionierte Zukunftsblase verlassen. Während Milliarden in fragwürdigen Großprojekten versickern und die Schuldenberge der neuen Bundesregierung mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen weiter ins Unermessliche wachsen, droht die Inflation die Ersparnisse der Bürger schleichend zu entwerten. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie ihren Wert bewahren – unabhängig davon, welche „Ehrenmänner“ gerade die Geschicke des Landes lenken. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie eine sinnvolle Säule der eigenen Absicherung darstellen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und bei Bedarf einen unabhängigen Fach-, Steuer- oder Rechtsberater hinzuzuziehen. Für Anlageentscheidungen trägt jeder selbst die volle Verantwortung. Eine Haftung für etwaige Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

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