
Ölmarkt unter Druck: Eisige Temperaturen legen US-Produktion lahm
Die Rohölpreise der Sorte WTI zeigen sich am heutigen Handelstag schwächer, obwohl ein dramatischer Einbruch der amerikanischen Lagerbestände eigentlich für steigende Notierungen sprechen würde. Was auf den ersten Blick paradox erscheint, offenbart bei genauerem Hinsehen die komplexe Gemengelage aus geopolitischen Spannungen, extremen Wetterbedingungen und einer grundsätzlich überversorgten Marktlage.
Arktische Kälte trifft amerikanische Ölfelder
Die eisigen Temperaturen, die weite Teile der Vereinigten Staaten heimgesucht haben, hinterlassen deutliche Spuren in der heimischen Ölproduktion. Die Förderung in den unteren 48 Bundesstaaten ist auf den niedrigsten Stand seit November 2024 gefallen. Besonders betroffen sind die bedeutenden Fördergebiete im Permian-Becken und in der Bakken-Formation, wo die Bohrarbeiten durch den Frost massiv beeinträchtigt wurden.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Innerhalb von nur zwei Monaten ist die Produktion um beachtliche 632.000 Barrel pro Tag eingebrochen. Seit Anfang Dezember summiert sich der Produktionsausfall auf insgesamt 4,4 Millionen Barrel. Noch dramatischer fiel der Rückgang bei den Erdgasflüssigkeiten aus – hier verzeichnete man den größten wöchentlichen Einbruch seit Beginn der Aufzeichnungen.
Lagerbestände im freien Fall – doch der Markt bleibt skeptisch
Das American Petroleum Institute (API) meldete einen massiven Rückgang der Rohölbestände um 11,1 Millionen Barrel – weit mehr als die erwarteten 700.000 Barrel. Die offiziellen Daten des Energieministeriums bestätigten zwar einen Abbau, fielen mit 3,45 Millionen Barrel jedoch deutlich moderater aus. Bei den Destillaten wurde der stärkste Rückgang seit Februar 2021 verzeichnet, was maßgeblich auf den erhöhten Heizölbedarf an der Ostküste zurückzuführen ist.
„Dies sind außergewöhnliche Tage, Wochen und Monate, in denen das wahrgenommene Überangebot überwältigend ignoriert wurde, es aber dennoch in der Lage ist, eine Preisobergrenze zu setzen", kommentierte PVM Oil Associates die Marktlage.
Geopolitische Spannungen als Preistreiber
Während die fundamentalen Daten eigentlich für niedrigere Preise sprechen würden, halten die Spannungen im Nahen Osten die Notierungen künstlich hoch. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi und der US-Gesandte Steve Witkoff werden am Freitag in Oman indirekte Verhandlungen über das iranische Atomprogramm führen. Gleichzeitig schossen US-Marineeinheiten im Arabischen Meer eine iranische Drohne ab, die sich einem Flugzeugträger näherte.
Torgrim Reitan, Finanzvorstand des norwegischen Energiekonzerns Equinor, brachte es auf den Punkt: „Die geopolitischen Spannungen treiben den Markt wirklich an. Das zugrundeliegende Gleichgewicht deutet auf einen niedrigeren Preis hin als den heutigen, aber bei allem, was gerade passiert, ist es sehr schwer zu sagen, wo das enden wird."
Straße von Hormus bleibt Nadelöhr
Die Straße von Hormus, durch die täglich mehr als 20 Millionen Barrel Öl aus dem Persischen Golf transportiert werden, rückt erneut in den Fokus. Iranische Schnellboote belästigten dort ein unter US-Flagge fahrendes Handelsschiff – ein weiterer Beweis dafür, wie fragil die Lage in dieser strategisch wichtigen Region bleibt.
Für Anleger, die in diesen turbulenten Zeiten nach Stabilität suchen, könnten physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine sinnvolle Ergänzung des Portfolios darstellen. Anders als volatile Rohstoffmärkte bieten sie einen bewährten Schutz gegen geopolitische Unsicherheiten und inflationäre Tendenzen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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