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Kettner Edelmetalle
20.02.2026
19:29 Uhr

Olympia 2036: Schröder stellt sich gegen Steinmeiers Geschichtspessimismus

Es ist eine Debatte, die tief ins Selbstverständnis der Bundesrepublik greift: Darf Deutschland sich für die Olympischen Sommerspiele 2036 bewerben – genau hundert Jahre nach den berüchtigten Spielen von 1936 in Berlin? Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier meint offenbar: Nein. Altbundeskanzler Gerhard Schröder hält dagegen. Und er hat damit einen Nerv getroffen.

Steinmeier sieht das Jahr 2036 als „historisch problematisch"

Wie der Spiegel berichtet, lehne Steinmeier eine deutsche Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele im Jahr 2036 ab. Das Jahr sei „historisch problematisch" für eine deutsche Kandidatur, so die Begründung aus dem Schloss Bellevue. Die Logik dahinter ist so durchsichtig wie vorhersehbar: Weil das nationalsozialistische Regime 1936 die Spiele in Berlin als Propagandaveranstaltung missbrauchte, dürfe Deutschland hundert Jahre später nicht einmal daran denken, sich erneut zu bewerben.

Man muss sich diese Argumentation auf der Zunge zergehen lassen. Ein demokratisches, freies, wirtschaftlich bedeutendes Land soll sich selbst eine Bewerbung versagen – nicht wegen mangelnder Infrastruktur, nicht wegen fehlender Mittel, sondern wegen einer Jahreszahl. Als ob die Ziffern auf dem Kalender eine moralische Kontamination trügen, die sich nicht abwaschen ließe.

Schröder kontert: „Wir haben allen Grund, stolz zu sein"

Altbundeskanzler Gerhard Schröder widersprach dem Bundespräsidenten auf der Plattform LinkedIn – und seine Worte verdienen Beachtung. Die Bedenken des Bundespräsidenten seien zwar „gewiss ernst zu nehmen", so Schröder, gleichwohl teile er sie nicht. Eine Austragung der Spiele gerade zu diesem Datum in Deutschland würde vielmehr die Chance eröffnen, der Weltöffentlichkeit und der jungen Generation deutlich zu machen, was das demokratische Deutschland aus seiner Geschichte gelernt habe.

„Wir haben allen Grund, auf diesen Teil unserer Geschichte stolz zu sein und das der Weltöffentlichkeit auch deutlich zu machen."

Schröder erinnerte zudem an den „Geist von München" 1972, als sich die Olympischen Spiele – zumindest bis zum tragischen Attentat – als fröhlich und weltoffen präsentierten. Dieser Geist gehöre „gewiss zum Besten, was diese Spiele in Deutschland und für unser Land nach außen bewirken können".

Deutschlands ewige Selbstgeißelung

Was Schröder hier anspricht, ist weit mehr als eine sportpolitische Frage. Es geht um das fundamentale Problem eines Landes, das sich seit Jahrzehnten in einer Endlosschleife der Selbstbezichtigung befindet. Achtzig Jahre nach Kriegsende, fast ein Jahrhundert nach den Spielen von 1936, soll Deutschland immer noch nicht in der Lage sein, selbstbewusst auf die Weltbühne zu treten? Welches Signal sendet das an die junge Generation – dass man sich für sein Land grundsätzlich zu schämen habe?

Frank-Walter Steinmeier, der als Bundespräsident eigentlich die Aufgabe hätte, das Land zu einen und ihm Zuversicht zu geben, erweist sich einmal mehr als Meister der moralischen Bedenkenträgerei. Statt die Chance zu ergreifen, der Welt ein modernes, demokratisches Deutschland zu präsentieren, duckt er sich weg hinter dem Schatten der Geschichte. Es ist genau diese Art von politischer Führungslosigkeit, die viele Bürger zunehmend frustriert.

Ein Land, das sich nicht traut

Dabei wäre gerade das Jahr 2036 eine einmalige Gelegenheit. Welch stärkeres Zeichen könnte ein demokratisches Deutschland setzen, als genau hundert Jahre nach der Propaganda-Olympiade von 1936 weltoffene, freie und friedliche Spiele auszurichten? Es wäre der ultimative Beweis dafür, dass dieses Land seine Lehren gezogen hat – nicht durch permanentes Büßertum, sondern durch gelebte Demokratie und Weltoffenheit.

Doch offenbar fehlt es in den höchsten Ämtern der Republik an genau jenem Selbstbewusstsein, das eine solche Bewerbung erfordern würde. Während andere Nationen stolz ihre Kandidaturen vorantreiben, versinkt Deutschland in historischen Skrupeln. Man fragt sich unwillkürlich: Wie lange noch? Wann darf dieses Land endlich wieder stolz auf sich sein, ohne dass sofort der moralische Zeigefinger erhoben wird?

Gerhard Schröder – bei aller berechtigten Kritik, die man an seinem politischen Erbe üben mag – hat mit seinem Widerspruch einen Punkt getroffen, den viele Deutsche empfinden, aber kaum einer auszusprechen wagt. Es ist höchste Zeit, dass Deutschland aufhört, sich permanent selbst kleinzumachen. Ein gesunder Patriotismus, der die dunklen Kapitel der Geschichte kennt, aber nicht von ihnen gelähmt wird, wäre ein Zeichen wahrer Stärke – und nicht etwa von Geschichtsvergessenheit.

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