
Patriot-Alarm: Deutschlands Luftschirm stößt an seine Grenzen

Ein Brigadegeneral spricht aus, was in Berlin lange umschifft wurde: Bei der Flugabwehr ist die Bundeswehr am Limit. Deutschland kann der Ukraine kaum noch Patriot-Systeme und Abfangraketen liefern, ohne den eigenen Schutz zu gefährden. Das berichtete zuletzt das Portal Politico unter Berufung auf Aussagen aus dem Verteidigungsministerium.
Brigadegeneral Jürgen Schrödl aus dem Bundesverteidigungsministerium wird mit klaren Worten zitiert:
«Wir stossen hier wirklich an unsere Grenzen» – «Wir müssen auch unseren eigenen Schutz gewährleisten.»
Drei Systeme abgegeben, zwei weitere «organisiert»
Drei Patriot-Systeme hat die Bundeswehr laut den Berichten bereits aus eigenen Beständen abgegeben. Zwei weitere wurden über eine Vereinbarung mit Washington möglich gemacht, nach der die USA die deutschen Lücken später wieder auffüllen sollen.
Medienberichten zufolge sank der Bestand der Truppe dadurch von neun auf sieben Systeme, acht neue seien bestellt. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte zusätzliche Raketen zugesagt – allerdings unter der Bedingung, dass auch andere Europäer liefern.
Die Rechnung, die nicht aufgeht
Der Engpass betrifft vor allem die Abfangraketen PAC-3 und PAC-2. Sie sind eines der wenigen Mittel der Ukraine gegen schnelle ballistische Raketen – und sie kosten pro Stück einen Millionenbetrag.
Wie dramatisch die Lücke ist, zeigt eine Zahl aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Pistorius habe zuletzt mit erheblicher Mühe rund 30 Raketen zusammengetragen. Ein Rüstungsexperte der Norwegischen Militärakademie schätzt, dass Russland derzeit 700 bis 800 ballistische Raketen pro Jahr fertige – nötig wären demnach 1.400 bis 1.600 Abfangraketen jährlich. Präsident Selenskyj fordert Berichten zufolge allein bis zum Winter ein Notpaket von 300 Stück.
Auch die Amerikaner sind knapp
Der Nachschub aus den USA stockt ebenfalls. Nach einer Analyse des Washingtoner Thinktanks CSIS sollen zwischen Februar und Juli 2026 rund 65 Prozent der amerikanischen Patriot-Abfangraketen verbraucht worden sein – vor allem im Krieg gegen den Iran. Von 2.330 verfügbaren Raketen seien weniger als 850 geblieben. Präsident Trump wird knapp zitiert: «Wir wollen auch Raketen.»
Eine Produktion älterer PAC-2-Raketen in Deutschland soll ab Herbst anlaufen. Der Ukraine dürfte sie frühestens im kommenden Jahr helfen. Hightech lässt sich eben nicht per Kabinettsbeschluss herbeireden.
Was das für die Bürger bedeutet
Aus Sicht unserer Redaktion legt dieser Vorgang eine unbequeme Wahrheit offen: Jahrzehnte politischer Sparsamkeit an der falschen Stelle rächen sich – und jetzt wird über Bestände verhandelt, die es schlicht nicht gibt. Wer 500 Milliarden Euro Sondervermögen mobilisiert, während beim Kernauftrag Landesverteidigung Mangelwirtschaft herrscht, muss sich kritische Fragen gefallen lassen.
Für Sparer heißt das: Geopolitische Unsicherheit ist keine Randnotiz mehr, sondern Dauerzustand. In solchen Phasen haben physische Edelmetalle historisch ihre Rolle als krisenfeste Beimischung bewiesen – als Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen, nicht als Wette.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst informieren.
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