
Politbeben in Wien: Kickls FPÖ enteilt der Regierung – Dreierkoalition im freien Fall
Es ist ein politisches Erdbeben, dessen Nachbeben bis nach Berlin zu spüren sein dürften. In Österreich stürzt die ungeliebte Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und den liberalen Neos ab wie ein Stein im Bergsee. Nur noch magere 42 Prozent vereinen die drei Regierungsparteien laut einer aktuellen Umfrage für die Kronen Zeitung auf sich. Und während das Establishment in Wien in Schockstarre verfällt, dreht ein Mann seine einsamen Runden an der Spitze: Herbert Kickl.
Die Quittung für eine Politik gegen das eigene Volk
Nach gerade einmal eineinhalb Jahren im Amt liegt die Regierung von Kanzler Christian Stocker (ÖVP) am Boden. Erstmals verlieren alle drei Koalitionspartner gleichzeitig – ein Vertrauensverlust, der symptomatischer kaum sein könnte. Besonders die einst stolze SPÖ von Vizekanzler Andreas Babler erlebt ein Debakel: Auf klägliche 15 Prozent sind die Sozialdemokraten abgerutscht. Das sind satte sechs Punkte weniger als beim ohnehin historisch miserablen Ergebnis der Nationalratswahl 2024.
Die ÖVP? Nur noch jeder fünfte Wähler würde der Kanzlerpartei die Stimme geben. Die Neos verkümmern auf sieben Prozent. Man reibt sich die Augen und fragt sich: Wie kann eine Regierung so schnell so tief fallen?
Die Antwort liegt auf der Hand: Sparmaßnahmen auf dem Rücken der kleinen Leute, schwache Wirtschaftsdaten, endlose interne Grabenkämpfe und die üblichen Postenschacher-Debatten – ein Cocktail, der den Bürger anwidert.
Kickl auf dem Weg ins Kanzleramt?
Während die Regierungsparteien um jeden Prozentpunkt bangen, marschiert die FPÖ von Herbert Kickl mit stolzen 37 Prozent unaufhaltsam voran. Der Vorsprung auf ÖVP und SPÖ wächst und wächst. Kickl, den das linksliberale Establishment jahrelang mit allen Mitteln vom Kanzleramt fernzuhalten versuchte, rückt seinem Ziel unaufhaltsam näher. Die Botschaft der Österreicher ist unmissverständlich.
Neuwahl-Gerüchte werden laut
Kein Wunder, dass in Wien nun erstmals offen über vorgezogene Neuwahlen gemunkelt wird. Selbst aus den Reihen der SPÖ mehren sich die Stimmen der Verzweiflung. Der burgenländische SPÖ-Klubobmann Roland Fürst soll laut Heute geäußert haben, ihn beschleiche das Gefühl, dass man im Bund bald vor Wahlen stehe, sollte im Herbst kein Wunder geschehen. Ein bemerkenswertes Eingeständnis der eigenen Machtlosigkeit.
Auch von links wächst der Druck
Interessant ist ein weiterer Wert dieser Erhebung: Die Kommunisten der KPÖ kommen auf fünf Prozent und lägen damit über der Vierprozenthürde. Erstmals seit Jahrzehnten stünde damit den Kommunisten wieder der Einzug in den Nationalrat bevor. Für die schwächelnde SPÖ ein weiteres Alarmsignal – sie verliert nicht nur nach rechts, sondern nun auch nach links an Boden. Ein Zangenangriff, der die einstige Volkspartei zu zerreiben droht.
Eine Lehre auch für Deutschland
Wer nach Wien blickt, erkennt ein vertrautes Muster. Auch hierzulande wenden sich die Bürger scharenweise von einem politischen Establishment ab, das an den Sorgen der eigenen Bevölkerung vorbeiregiert. Explodierende Kosten, ein aufgeblähter Staatsapparat und eine Politik, die alles andere im Blick zu haben scheint als das Wohl der eigenen Nation – das rächt sich an der Wahlurne. Die österreichischen Umfragewerte sind ein deutliches Warnsignal an alle etablierten Parteien: Wer gegen sein Volk regiert, wird von diesem irgendwann abgewählt.
Es bleibt spannend, ob die Wiener Koalition den Herbst politisch überlebt – oder ob Herbert Kickl schneller im Kanzleramt sitzt, als es dem alten Establishment lieb sein kann.
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