
Prinz Andrew vor dem Aus: Britische Regierung will den gefallenen Royal aus der Thronfolge streichen

Es ist ein beispielloser Vorgang in der Geschichte der britischen Monarchie – und doch erscheint er längst überfällig. Die Regierung des Vereinigten Königreichs arbeitet offenbar an einem Gesetz, das Andrew Mountbatten-Windsor, den in Ungnade gefallenen Bruder von König Charles III., endgültig aus der Thronfolge entfernen soll. Der 66-Jährige, der noch immer auf Platz acht der Erbfolge steht, wurde erst kürzlich vorübergehend festgenommen – zum ersten Mal seit über 350 Jahren, dass ein ranghoher Royal in Polizeigewahrsam genommen wurde.
Ein Skandal, der die Krone erschüttert
Die Verstrickungen des ehemaligen Herzogs von York in den Epstein-Skandal sind seit Jahren bekannt. Wegen seiner Verbindungen zum verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wurden Andrew sämtliche bedeutenden Titel und militärischen Ehren entzogen. Er musste sein Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor räumen. Doch trotz all dieser Maßnahmen blieb eine Absurdität bestehen: Der Mann, der sich mit einem der berüchtigtsten Sexualverbrecher der jüngeren Geschichte umgab, stand weiterhin in der Thronfolge. Nur sieben Herzschläge trennten ihn theoretisch von der Krone.
Am vergangenen Donnerstag dann der Paukenschlag. Andrew wurde festgenommen und rund elf Stunden in Polizeigewahrsam gehalten, bevor er „unter dem Vorbehalt weiterer Ermittlungen" wieder entlassen wurde. Die Metropolitan Police gab anschließend bekannt, ihre Ermittlungen auszuweiten und ehemalige Personenschützer des Ex-Prinzen befragen zu wollen. Der letzte vergleichbare Fall liegt mehr als drei Jahrhunderte zurück: Damals war König Charles I. während des Bürgerkriegs wegen Hochverrats angeklagt worden.
Die Regierung handelt – der Palast schweigt vielsagend
Verteidigungsstaatssekretär Luke Pollard bezeichnete den geplanten Schritt im BBC als „angemessen" – und zwar völlig unabhängig vom Ausgang der laufenden Ermittlungen. Die Regierung habe gemeinsam mit dem Buckingham-Palast an Plänen gearbeitet, um zu verhindern, dass der Ex-Prinz „potenziell nur einen Herzschlag vom Thron entfernt" bleibe. Finanzstaatssekretär James Murray ergänzte gegenüber Sky News, man prüfe alle weiteren erforderlichen Schritte und schließe nichts aus.
Bemerkenswert ist die Reaktion aus dem Buckingham-Palast selbst. Eine von der „Times" zitierte Palastquelle erklärte, die Entfernung aus der Thronfolge sei „eine reine Angelegenheit des Parlaments". Man werde dies „niemals behindern oder sich dem Willen des Parlaments widersetzen". Eine diplomatischere Art, grünes Licht zu geben, lässt sich kaum formulieren. König Charles III. selbst hatte zur Festnahme seines Bruders lediglich mitgeteilt: „Lassen Sie mich klarstellen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen." Kühler kann ein Bruder kaum reagieren.
Das Volk hat längst entschieden
Während sich Politiker und Palast noch in vorsichtigen Formulierungen üben, hat die britische Bevölkerung ihr Urteil längst gefällt. Eine von Sky News zitierte YouGov-Umfrage zeigt ein vernichtendes Bild: 82 Prozent der Briten sprechen sich dafür aus, Andrew den Status als potenzieller Thronfolger zu entziehen. Lediglich sechs Prozent waren dagegen, zwölf Prozent hatten keine Meinung. Selten war die öffentliche Stimmung in einer Frage der Monarchie derart eindeutig.
Doch so klar der Volkswille auch sein mag – die juristische Umsetzung ist alles andere als trivial. Um Andrew dauerhaft aus der Thronfolge zu streichen, müsste ein entsprechendes Gesetz beide Kammern des Parlaments passieren und anschließend vom Monarchen selbst unterzeichnet werden. Darüber hinaus müssten auch die 14 weiteren Commonwealth-Staaten, darunter Australien und Kanada, einer solchen Änderung zustimmen. Ein bürokratischer Kraftakt, der die Entschlossenheit der Beteiligten auf die Probe stellen dürfte.
Ein Lehrstück über den Verfall von Institutionen
Der Fall Andrew ist mehr als nur ein royaler Skandal. Er ist ein Sinnbild dafür, wie lange überkommene Strukturen Personen schützen können, die diesen Schutz längst nicht mehr verdienen. Dass ein Mann, dem sämtliche Titel und Ehren aberkannt wurden, der aus seinem Anwesen geworfen und nun sogar festgenommen wurde, formal weiterhin König werden könnte – das grenzt an Realsatire. Es zeigt, wie träge selbst demokratische Systeme reagieren, wenn es darum geht, Privilegien zu beschneiden, die auf Geburtsrecht statt auf Verdienst beruhen.
Andrew selbst hat sich bislang nicht zu den jüngsten Vorgängen geäußert. Frühere Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal, bei denen es um Sexualdelikte ging, hatte er stets zurückgewiesen. Ob sein Schweigen diesmal eine kluge Strategie oder schlicht Ausdruck der Ratlosigkeit ist, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Uhr tickt für den gefallenen Prinzen. Und diesmal scheint niemand mehr gewillt, sie anzuhalten.
Platz eins der Thronfolge hält unverändert Prinz William inne, gefolgt von seinem zwölfjährigen Sohn George. Die Zukunft der britischen Monarchie liegt damit in deutlich jüngeren – und hoffentlich unbescholteneren – Händen.
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