
Profit vor Verbraucherschutz: Meta toleriert systematisch chinesische Betrugsanzeigen
Ein erschütternder Einblick in die Geschäftspraktiken des Tech-Giganten Meta offenbart, was viele längst vermutet haben: Der Konzern von Mark Zuckerberg hat wissentlich milliardenschwere Betrugsmaschen aus China geduldet, um seine Werbeeinnahmen nicht zu gefährden. Interne Dokumente, die Reuters diese Woche veröffentlichte, zeichnen das Bild eines Unternehmens, das moralische Grundsätze bereitwillig über Bord wirft, wenn der Profit stimmt.
China als größte "Betrugs-Exportnation"
Die Zahlen sind alarmierend. Obwohl Meta-Plattformen wie Facebook und Instagram in China selbst gesperrt sind, dürfen chinesische Unternehmen dort Werbung für ausländische Nutzer schalten. Dieses Geschäft explodierte förmlich und erreichte 2024 einen Umsatz von mehr als 18 Milliarden Dollar – satte elf Prozent der weltweiten Meta-Einnahmen. Der Haken dabei: Interne Schätzungen zeigen, dass etwa 19 Prozent dieser Einnahmen, also mehr als drei Milliarden Dollar, aus verbotenen oder betrügerischen Anzeigen stammten.
Meta-Dokumente bezeichnen China intern als die weltweit führende "Scam Exporting Nation", verantwortlich für rund ein Viertel aller Betrugsanzeigen auf den Plattformen. Die Opfer? Arglose Investoren in den USA und Kanada, Verbraucher in Taiwan und unzählige weitere Menschen weltweit, die auf illegale Glücksspielangebote, Pornografie und andere verbotene Inhalte hereinfallen.
Kurzer Erfolg, schneller Rückzug
Dabei hatte Meta durchaus bewiesen, dass es anders geht. Ein speziell auf China fokussiertes Anti-Betrugs-Team schaffte es 2024, den Anteil problematischer Anzeigen von 19 auf neun Prozent zu halbieren. Ein beachtlicher Erfolg – der jedoch nicht lange währte. Nach einem internen Dokument zufolge "Integrity Strategy pivot and follow-up from Zuck" wurde das Team aufgefordert, seine Arbeit einzustellen.
"Die Ausmaße, von denen wir hier sprechen, sind nicht zu rechtfertigen. Ich weiß nicht, wie irgendjemand das für in Ordnung halten kann."
So kommentierte der ehemalige Facebook-Manager Rob Leathern die Enthüllungen. Und er hat recht. Meta löste die Spezialeinheit auf, hob Beschränkungen für neue chinesische Werbeagenturen auf und legte zusätzliche Anti-Betrugs-Maßnahmen auf Eis. Das Ergebnis war vorhersehbar: Bis Mitte 2025 machten verbotene Anzeigen wieder etwa 16 Prozent der China-Einnahmen aus.
Ein System, das Betrug begünstigt
Besonders perfide erscheint das Netzwerk chinesischer Werbevermittler, auf das Meta setzt. Diese erhalten Provisionen und genießen besonderen Schutz. Anzeigen, die wegen Verstößen markiert werden, bleiben während langwieriger Überprüfungen oft online – genug Zeit für Betrüger, ihre Ziele zu erreichen. Ein internes Dokument räumte freimütig ein, dass diese Verzögerung "ausreichend für Betrüger ist, um ihre Ziele zu erreichen".
Ein von Meta selbst beauftragter externer Bericht kam zu dem vernichtenden Schluss, dass die Unternehmensrichtlinien systematische Korruption begünstigen. Da die Anzeigen ausländische Nutzer ins Visier nehmen, greifen chinesische Behörden in der Regel nicht ein. Betrüger operieren praktisch risikofrei.
Gewinnmaximierung als oberstes Gebot
Am erschreckendsten ist vielleicht die kalte Berechnung, die aus den Dokumenten spricht. Meta entschied sich bewusst dafür, dauerhaft höhere Missbrauchsraten bei chinesischen Werbetreibenden zu tolerieren, anstatt die gleichen Qualitätsstandards wie anderswo anzulegen. Ein Dokument vom Februar 2025 formuliert das Ziel, lediglich den "prozentualen Anteil des globalen Schadens" aus China zu halten – nicht etwa zu reduzieren.
Meta bestreitet einzelne Aspekte der Reuters-Recherche und betont, Millionen von Anzeigen blockiert oder entfernt zu haben. Doch die internen Diskussionen zeigen ein anderes Bild: Durchsetzungsvorschläge wurden wiederholt zurückgefahren, weil "die Umsatzauswirkungen zu hoch" seien.
Dieser Fall illustriert einmal mehr, wie wenig Vertrauen große Tech-Konzerne verdienen, wenn es um den Schutz ihrer Nutzer geht. Während in Deutschland und Europa strenge Datenschutzgesetze gelten und Verbraucher vor Betrug geschützt werden sollen, operieren globale Plattformen nach ihren eigenen Regeln – und diese lauten offenbar: Profit über alles.
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