
Radwege in Peru statt Wohlstand daheim: Deutschland steigt zum weltgrößten Entwicklungshilfe-Geber auf
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Land, dessen eigene Infrastruktur bröckelt, dessen Mittelstand unter explodierenden Energiekosten ächzt und dessen Bürger mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen, schwingt sich zum größten Entwicklungshilfe-Geber der Welt auf. Rund 26 Milliarden Euro hat die Bundesrepublik im Jahr 2025 für öffentliche Entwicklungshilfe ausgegeben – und das, obwohl der Etat bereits um fast eine Milliarde Euro gekürzt wurde. Willkommen in der Realität deutscher Haushaltspolitik.
Spitzenreiter wider Willen
Dass Deutschland nun an der Spitze der internationalen Geberländer steht, ist freilich kein Grund zum Feiern. Es ist vielmehr das Ergebnis einer grotesken Arithmetik: Die Bundesrepublik kürzt zwar um satte 23 Prozent, doch die anderen kürzen noch drastischer. Allen voran die USA, die unter Präsident Trump ihre Entwicklungshilfe um atemberaubende 56,9 Prozent zusammenstrichen und die Entwicklungsbehörde USAID faktisch abwickelten. Mit 29 Milliarden US-Dollar – umgerechnet etwa 24,6 Milliarden Euro – fielen die Vereinigten Staaten knapp hinter Deutschland zurück. Großbritannien folgt mit 14,6 Milliarden Euro auf Platz drei, Japan mit 13,7 Milliarden Euro auf Platz vier.
Die OECD spricht vom „stärksten jährlichen Rückgang in der Geschichte der Entwicklungshilfe". Ein Minus von 23,1 Prozent über alle Geberländer hinweg – das ist keine Delle, das ist ein tektonischer Bruch. Und Deutschland steht mittendrin, als unfreiwilliger Primus einer schrumpfenden Solidargemeinschaft.
Das UN-Ziel bleibt eine Fata Morgana
Trotz der enormen Summen verfehlt Deutschland erneut die auf UN-Ebene vereinbarte Zielmarke von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens. Tatsächlich erreichte die Bundesrepublik lediglich 0,56 Prozent. Und selbst diese Zahl ist geschönt: Rund 17 Prozent der angerechneten Entwicklungshilfe entfallen auf Ausgaben für Flüchtlinge im Inland. Rechnet man diese heraus, liegt die tatsächliche Quote bei mageren 0,46 Prozent. Nur vier Länder – Dänemark, Luxemburg, Norwegen und Schweden – erreichten die UN-Zielmarke. Der Durchschnitt aller OECD-Staaten sank auf klägliche 0,26 Prozent.
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan von der SPD betonte, die deutschen Beiträge flössen hauptsächlich in die Bekämpfung von Armut, Hunger und den Folgen des Klimawandels. Angesichts der knapperen Mittel kündigte sie eine „strengere Priorisierung" an. Ob diese Priorisierung tatsächlich bei den Bedürftigsten ankommt oder sich erneut in ideologischen Lieblingsprojekten verliert, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.
Radwege in Peru und Gender-Trainings: Die Absurditäten der Entwicklungspolitik
Denn die Geschichte der deutschen Entwicklungshilfe ist auch eine Geschichte spektakulärer Fehlallokationen. Schon der damalige Bundesfinanzminister Christian Lindner hatte während der Ampel-Koalition den Finger in die Wunde gelegt und unmissverständlich erklärt:
„Bundeswehr und Ukraine ja, aber wir können nicht mehr jeden Radweg in Peru mit dem Geld der deutschen Steuerzahler bezahlen."
Lindner spielte damit auf ein Projekt an, bei dem der Bund zwischen 2020 und 2022 rund 44 Millionen Euro Zuschüsse für Fahrradschnellwege in Peru bereitgestellt hatte – ergänzt durch Kredite für ein umweltschonendes Bussystem. 44 Millionen Euro für Radwege am anderen Ende der Welt, während in deutschen Kommunen die Straßen verfallen und Schulgebäude sanierungsbedürftig sind. Man könnte lachen, wenn es nicht so bitter wäre.
Auch Ökonomen übten scharfe Kritik. So wurde im „Handelsblatt" moniert, man fördere unter dem Banner der Entwicklungshilfe vor allem das, „was hierzulande gefällt, nicht, was wirklich den Ländern hilft". Als Beispiele wurden Projekte zu „feministischer Entwicklungspolitik", Gender-Trainings und sogenannte „Graswurzelorganisationen" genannt. Ein erheblicher Teil der Mittel versickere zudem in ineffizienten Strukturen oder lande schlicht in den Taschen korrupter Eliten. Das ist keine Entwicklungshilfe – das ist organisierte Geldverbrennung mit dem Segen des Steuerzahlers.
Geopolitisches Vakuum: China und Russland stehen bereit
Sicherheitsexperten warnen derweil vor den geopolitischen Konsequenzen des Rückzugs westlicher Geberländer. Wo der Westen seine Präsenz reduziere, würden China und Russland einspringen und ihren Einfluss in den Empfängerländern systematisch ausbauen. Eine „tödliche Lücke" entstehe, so die Einschätzung des Berliner Thinktanks „Global Public Policy Institute". Die Bundesregierung betont zwar, die Verknüpfung von Entwicklungshilfe mit Stabilitäts- und Sicherheitszielen könne deren Wirksamkeit erhöhen. Doch Lippenbekenntnisse allein werden Peking und Moskau kaum beeindrucken.
Bemerkenswert ist auch, dass in den Empfängerländern selbst zunehmend Kritik am westlichen Modell der Entwicklungshilfe laut wird. Der Vorwurf: Der Westen bestimme auf „paternalistische Weise", wohin sich die Entwicklung zu vollziehen habe. Wenn selbst die Empfänger das System infrage stellen, sollte das in Berlin eigentlich alle Alarmglocken schrillen lassen.
Die Rechnung zahlt der deutsche Steuerzahler
Der Bundesverband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen (VENRO) rechnet damit, dass die deutsche Entwicklungshilfequote bis 2027 auf 0,39 Prozent sinken könnte. Die OECD selbst prognostiziert für das laufende Jahr einen weiteren Rückgang um etwa 5,8 Prozent. OECD-Generalsekretär Mathias Cormann mahnte, angesichts wachsender Krisen müsse die Wirkung der eingesetzten Mittel maximiert werden.
Maximierung der Wirkung – das klingt vernünftig. Doch solange deutsche Steuergelder in ideologisch motivierte Projekte fließen, solange Gender-Trainings in Afrika wichtiger erscheinen als funktionierende Brunnen, und solange Milliarden in Strukturen versickern, deren Effizienz niemand ernsthaft überprüft, bleibt diese Forderung eine hohle Phrase. Der deutsche Steuerzahler, der unter der Last von Inflation, steigenden Abgaben und einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen ächzt, hat ein Recht darauf zu erfahren, wohin sein Geld fließt. Und er hat ein Recht darauf, dass seine Regierung zuerst an die eigenen Bürger denkt, bevor sie sich als moralischer Weltmeister inszeniert.
Es wäre an der Zeit, dass die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hier klare Prioritäten setzt. Deutschland kann und sollte international Verantwortung übernehmen – aber nicht um den Preis des eigenen Wohlstands und schon gar nicht durch die Finanzierung ideologischer Wunschprojekte, die weder den Empfängern noch den Gebern wirklich nützen.

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