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Kettner Edelmetalle
11.08.2026
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Rhein fast trocken: Jetzt drosselt die Industrie die Produktion

Rhein fast trocken: Jetzt drosselt die Industrie die Produktion
Symbolbild: KI-generiert

Deutschlands wichtigste Wasserstraße wird zum Nadelöhr: Wegen des extremen Niedrigwassers am Rhein rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit Produktionskürzungen in der Grundstoffindustrie. Der Chemiekonzern Covestro meldet bereits konkrete Einschränkungen bei Rohstoffversorgung und Lieferungen. Am Pegel Kaub zwischen Mainz und Koblenz wurden zu Wochenbeginn Medienberichten zufolge nur noch 17 Zentimeter gemessen.

Ein Fluss, zwei Hälften – und dazwischen nichts

Kaub ist der Taktgeber der Rheinschifffahrt. Fällt der Pegel dort unter kritische Marken, wird der Fluss faktisch geteilt. Genau davor warnt IW-Verkehrsexperte Thomas Puls in der „Rheinischen Post“.

„Südlich von Kaub droht jetzt ein komplettes Abschneiden der Transportwege und damit eine Zweiteilung des Rheins. Da weder Straße noch Schiene in der Lage sind, die anfallenden Güter aufzunehmen, besteht die wahrscheinlichste Reaktion der Grundstoffindustrien in einer Produktionsreduktion“

Nördlich der Engpassstelle könnten die Schiffe laut Puls nur noch deutlich weniger Ladung aufnehmen. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt erwartet Berichten zufolge im Wochenverlauf erstmals einen einstelligen Pegelwert bei Kaub – der bisherige Tiefstwert stammt aus dem Dürrejahr 2018 und lag bei 25 Zentimetern.

60 Lkw für ein einziges Schiff

Ein Sprecher von Covestro erklärte, der Rohstoff- und Warenverkehr sei „derzeit erheblich eingeschränkt“, mit Folgen für Produktion und Auslieferung einzelner Betriebe und Produkte. Die gelockerten Sonntagsfahrverbote für Lkw helfen nach Einschätzung des Unternehmens nur begrenzt.

Die Rechnung ist ernüchternd: Ein Binnenschiff mit 1.500 Tonnen Tragfähigkeit ersetzt rund 60 Lastwagen. Wer glaubt, man könne den Rhein einfach auf die Autobahn umleiten, hat weder die Fahrzeugflotte noch die Fahrer noch die Straßen dafür.

Warum das jeden Verbraucher trifft

Über den Rhein fließen Kohle, Erze, Mineralöl, Chemikalien, Baustoffe. Bricht diese Ader ein, steigen die Frachtraten, danach die Erzeugerpreise – und am Ende die Preise im Regal. Nach Berechnungen von Ökonomen sanken im August 2018 die transportierten Frachtmengen um rund 21 Prozent; Untersuchungen zum damaligen Niedrigwasser zeigen, dass die Industrieproduktion bei anhaltend niedrigen Pegelständen spürbar nachgibt.

Aus Sicht unserer Redaktion legt die Krise vor allem eines offen: die jahrelange Vernachlässigung der Infrastruktur. Marode Brücken, überlastete Schienenwege, ein Fluss ohne ausreichende Anpassung der Fahrrinne – während Milliarden in Prestigeprojekte und Bürokratie flossen. Ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf Pump ersetzt keine funktionierende Logistik.

Standort unter Dauerdruck

Die Grundstoffindustrie kämpft ohnehin mit hohen Energiepreisen, Abgabenlast und schwacher Nachfrage. Kommt nun ein Transportstopp hinzu, entscheiden manche Konzerne womöglich schneller über Verlagerungen ins Ausland, als der Rhein wieder steigt.

Für Anleger ist das ein bekanntes Muster: Reale Lieferketten sind verwundbar, Produktionsausfälle schlagen auf Gewinne und Preise durch. Wer sein Vermögen breit absichern will, schätzt in solchen Phasen physische Edelmetalle als krisenerprobte Beimischung – Gold und Silber brauchen weder Fahrrinne noch Fahrplan.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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