
Risse in der "Brandmauer": EU-Parlament beschließt Waldschutzgesetz mit AfD-Unterstützung
Im Europäischen Parlament kam es zu einer bemerkenswerten politischen Entwicklung, die die viel diskutierte "Brandmauer" gegenüber der AfD in Frage stellt. Die CDU-Abgeordnete Christine Schneider setzte mehrere Anträge für ein moderateres EU-Waldschutzgesetz durch - allerdings nur mit Hilfe der Stimmen der Alternative für Deutschland.
Knappe Mehrheit für umstrittene Gesetzesänderung
Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 306 zu 303 Stimmen wurde der zentrale Antrag angenommen. Dieser sieht die Einführung einer Kategorie von "Null-Risiko-Ländern" vor, für die künftig weniger strenge Regelungen gelten sollen. Die Abstimmungsergebnisse zeigen deutlich: Ohne die Unterstützung der AfD-Abgeordneten wäre diese Mehrheit nicht zustande gekommen.
Grüne kritisieren Annäherung nach Rechts
Die Grünen-Politikerin Jutta Paulus reagierte mit scharfer Kritik auf dieses Abstimmungsverhalten. Sie warf der CDU und der gesamten EVP-Fraktion vor, sich zunehmend der AfD anzunähern. Paulus behauptete, man würde "aus den Trümmern Brücken zur Rechten" bauen - eine Aussage, die die tiefe Spaltung in der europäischen Politik verdeutlicht.
Schneider weist Kritik zurück
Die CDU-Abgeordnete Schneider verteidigte ihr Vorgehen. Sie verwies darauf, dass es in der Vergangenheit auch Situationen gegeben habe, in denen rechte Parteien die Linken unterstützt hätten. Zudem betonte sie, dass das Gesetz in der Schlussabstimmung eine klare Mehrheit erhalten habe.
Inhalt des neuen Waldschutzgesetzes
Das beschlossene Gesetz sieht folgende zentrale Regelungen vor:
- Produkte wie Kaffee, Holz, Soja, Kakao und Palmöl dürfen nur noch in der EU verkauft werden, wenn dafür nach 2020 keine Wälder gerodet wurden
- Unternehmen müssen eine Sorgfaltserklärung vorlegen
- Bei Verstößen drohen Strafen von mindestens vier Prozent des EU-Jahresumsatzes
Die Entwicklung zeigt deutlich, wie schwierig es in der politischen Praxis ist, starre Abgrenzungslinien aufrechtzuerhalten, wenn es um konkrete Sachfragen geht. Die demokratischen Prozesse im EU-Parlament folgen oftmals einer eigenen Dynamik, die sich nicht immer mit den politischen Vorgaben aus den nationalen Parlamenten deckt.
Die Debatte um die "Brandmauer" zur AfD dürfte durch diesen Vorfall neue Nahrung erhalten. Während die einen darin einen pragmatischen Umgang mit demokratischen Mehrheitsverhältnissen sehen, warnen andere vor einer schleichenden Normalisierung der Zusammenarbeit mit rechten Parteien.

Der große Der große Das große Live-Webinar am 26. August – was jetzt über Konto, Erbe und Bargeld entschieden wird. Und wie Sie Ihr Vermögen legal schützen.
Live mit Ernst Wolff, Dr. Hans-Georg Maaßen, Prof. Dr. Ulrike Guérot, Dr. Paul Brandenburg, Gerald Grosz, Tom-Oliver Regenauer & einem anonymen Banken-Insider – moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.





Die Stimmen des Abends

ErnstWolff

Dr. Hans-GeorgMaaßen

Prof. Dr. UlrikeGuérot

Dr. PaulBrandenburg

GeraldGrosz

Tom-OliverRegenauer

Bankeninsider(anonym)
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik



















