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Roche zieht die Notbremse: Investitions-Stopp für Deutschland!

Roche zieht die Notbremse: Investitions-Stopp für Deutschland!
Symbolbild: KI-generiert

Der Schweizer Pharmariese Roche gibt in Deutschland vorerst keine neuen Investitionen mehr frei. Der Konzern beschäftigt hierzulande mehr als 18.000 Menschen. Als Grund nennt er die Sparpolitik der Bundesregierung im Gesundheitswesen. Die Nachricht kam ausgerechnet, während Kanzler Friedrich Merz in Berlin bei einem Investitionsgipfel um Kapital für den Standort warb.

Ein Konzern verliert das Vertrauen

Roche-Deutschlandchef Daniel Steiners spricht von einem massiven Vertrauensverlust. Die Politik habe zuletzt sehr viel Vertrauen zerstört, sagte er laut Medienberichten in einem Zeitungsinterview. Im Koalitionsvertrag habe die Regierung versprochen, den Pharmastandort zu stärken. Jetzt beschließe sie Maßnahmen, die Investitionen unattraktiver machten.

Stein des Anstoßes ist das sogenannte GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Medienberichten zufolge soll der gesetzliche Herstellerabschlag für viele patentgeschützte Medikamente ab Januar 2027 von sieben auf 15,5 Prozent steigen. Das ist mehr als eine Verdopplung. Nach Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums könnten die Krankenkassen dadurch bis 2030 um rund zwölf Milliarden Euro entlastet werden.

Kosmetik statt Reform?

Roche hält dagegen: Höhere Zwangsrabatte würden die strukturellen Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung nicht lösen. Sie verschlechterten nur die Bedingungen für die Hersteller. Die geplanten Entlastungen für forschende Unternehmen reichten nach Einschätzung von Steiners nicht aus. Er verlangt verlässliche Rahmenbedingungen und echte Reformen.

Ein bekanntes Muster: Es wird gespart, wo es kurzfristig am leichtesten geht. Das eigentliche Problem eines aufgeblähten Systems mit stetig steigenden Ausgaben bleibt liegen.

Milliarden, die jetzt woanders landen könnten

Für Deutschland geht es um sehr viel Geld. Allein 2025 steckte Roche rund 719 Millionen Euro in seine deutschen Standorte, so viel wie nie zuvor. Seit 2020 flossen insgesamt etwa 3,8 Milliarden Euro ins Land, vor allem nach Mannheim und ins bayerische Penzberg.

In Penzberg entsteht derzeit ein Diagnostik-Produktionszentrum für mehr als 600 Millionen Euro, das 2028 in Betrieb gehen soll. Bereits beschlossene Projekte wie dieses laufen weiter. Werksschließungen oder Stellenabbau hat Roche bislang nicht angekündigt. Für neue Vorhaben gibt es aber vorerst kein grünes Licht.

Ein Blick über den Atlantik zeigt, wohin die Reise gehen kann. Schon im April 2025 kündigte Roche an, binnen fünf Jahren rund 50 Milliarden US-Dollar in amerikanische Standorte zu investieren. Laut Unternehmen sollen dabei über 12.000 Arbeitsplätze entstehen. Einen direkten Zusammenhang mit dem deutschen Stopp gibt es nach Berichten zwar nicht. Steiners lobt aber ausdrücklich, wie die US-Politik Unternehmen beim Aufbau neuer Standorte unterstützt.

Roche ist kein Einzelfall

Der Basler Konzern reiht sich in eine beunruhigende Liste ein:

  • Eli Lilly hat geplante Investitionen in Rheinland-Pfalz deutlich gekürzt.
  • Boehringer Ingelheim strich vorgesehene Investitionen.
  • Pfizer überprüft weitere Projekte.

Pharmafabriken werden für Jahrzehnte gebaut. Wer Hunderte Millionen investiert, braucht Planungssicherheit und keine Regierung, die die Regeln nach Haushaltslage ändert. Deutschland konkurriert dabei vor allem mit den USA und China.

Reicht die "Standortklausel" als Rettungsanker?

In Berlin wird bereits über einen Ausweg gesprochen. Ein Fachgremium schlug Ende September eine Standortklausel vor: Unternehmen, die in Deutschland besonders viel forschen, produzieren und Arbeitsplätze schaffen, könnten ganz oder teilweise vom höheren Abschlag befreit werden. Der GKV-Spitzenverband warnt jedoch vor Mehrkosten von rund 1,3 Milliarden Euro.

Das Bild passt zu dieser Koalition. Zuerst wird eine Belastung beschlossen. Dann soll ein komplizierter Ausnahmekatalog den Schaden begrenzen. Seit rund 130 Jahren ist Roche in Deutschland vertreten. Eine Garantie für die Zukunft ist das nicht. Ob der Konzern wieder investiert, hängt nun von Berlin ab. Bis dahin stehen Arbeitsplätze auf dem Spiel, die gar nicht erst entstehen.

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