
Scheidungszahlen steigen wieder: Das langsame Sterben der traditionellen Familie?

Es ist eine Statistik, die mehr verrät als bloße Zahlenkolonnen: Zum zweiten Mal in Folge ist die Zahl der Ehescheidungen in Deutschland gestiegen. Das Statistische Bundesamt legte am vergangenen Freitag die nüchternen Daten vor – und sie zeichnen das Bild einer Gesellschaft, die sich von ihren Fundamenten zu verabschieden scheint. Rund 130.100 Ehen wurden 2025 per richterlichem Beschluss aufgelöst, ein Plus von 0,6 Prozent oder 716 geschiedenen Verbindungen gegenüber dem Vorjahr.
Zwei Anstiege in Folge – ein stiller Trendwechsel?
Auf den ersten Blick mag der Zuwachs marginal erscheinen. Doch wer genauer hinschaut, erkennt eine bemerkenswerte Kehrtwende. Über zwei Jahrzehnte hinweg waren die Scheidungszahlen – mit wenigen Ausnahmen – kontinuierlich gesunken. Im Jahr 2003, dem traurigen Höhepunkt seit der Wiedervereinigung, lagen sie noch satte 39 Prozent über dem heutigen Niveau. 2023 markierte dann den Tiefststand. Seitdem geht es wieder bergauf. Auf 1.000 Einwohner kamen 2025 exakt 1,56 Scheidungen – ein leichter, aber eben spürbarer Anstieg gegenüber den 1,54 des Vorjahres.
Die eigentliche Katastrophe: Niemand heiratet mehr
Doch das wahre Alarmsignal liegt anderswo. Die Zahl der Eheschließungen erreichte 2025 mit 348.800 geschlossenen Ehen den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: In über siebzig Jahren haben sich noch nie so wenige Menschen das Ja-Wort gegeben. Gegenüber 2003 ist die Zahl um 8,9 Prozent eingebrochen. Die Ehe – einst Grundpfeiler unserer Gesellschaft, Versprechen für die Zukunft und Keimzelle der Familie – scheint im modernen Deutschland zum Auslaufmodell zu verkommen.
Eine Gesellschaft, die das Heiraten verlernt, verliert nach und nach jenes Fundament, auf dem Generationen vor uns Wohlstand, Sicherheit und Zusammenhalt aufgebaut haben.
Wenn Kinder die Leidtragenden sind
Besonders bitter wird die Statistik dort, wo sie die Jüngsten betrifft. Bei mehr als der Hälfte aller Scheidungen – genau 51,7 Prozent beziehungsweise rund 67.200 Fällen – waren minderjährige Kinder betroffen. Insgesamt mussten etwa 113.400 Minderjährige im vergangenen Jahr erleben, wie die Ehe ihrer Eltern zerbrach. Auffällig dabei: Der Anteil der Scheidungen mit zwei oder mehr Kindern nimmt zu, während Trennungen mit nur einem Kind seltener werden. Bei den geschiedenen Familien mit Nachwuchs hatten 40,5 Prozent zwei Kinder, 11,9 Prozent sogar drei oder mehr.
Die Ehe hält länger – bis sie dann doch zerbricht
Im Durchschnitt hielten die im Jahr 2025 geschiedenen Verbindungen 14 Jahre und 7 Monate. Bemerkenswert: Immer mehr Paare lassen sich erst nach der Silberhochzeit scheiden. Bei rund 20.800 Paaren, also 16 Prozent, fiel die Trennung auf das 25. Ehejahr oder später. In den 1990er-Jahren lag dieser Anteil noch bei mageren 10 bis 11 Prozent. Selbst nach Jahrzehnten gemeinsamen Lebens scheint die Beständigkeit also keine Selbstverständlichkeit mehr zu sein.
Gleichgeschlechtliche Scheidungen nehmen zu
Ein eigenes Kapitel widmen die Statistiker den gleichgeschlechtlichen Ehen. Rund 1.700 solcher Paare ließen sich 2025 scheiden – ein Anstieg von 10 Prozent oder 154 Fällen gegenüber dem Vorjahr. Damit machten diese Scheidungen 1,3 Prozent aller Auflösungen aus. Die sogenannte „Ehe für alle“ war im Oktober 2017 eingeführt worden – ein politisches Prestigeprojekt, dessen langfristige gesellschaftliche Folgen sich erst nach und nach zeigen.
Was uns diese Zahlen wirklich sagen
Man kann diese Statistik als bloße Ansammlung von Prozenten abtun. Oder man erkennt darin, was sie ist: ein Spiegel einer Gesellschaft im Wandel – und nicht unbedingt zum Besseren. Während die Politik sich mit Gendersternchen, ideologischen Symboldebatten und immer neuen Umverteilungsfantasien beschäftigt, erodiert im Stillen das, was unser Land über Jahrhunderte zusammengehalten hat: die Familie. Wer junge Menschen mit explodierenden Lebenshaltungskosten, einer ausufernden Steuerlast und einer ungewissen Zukunft konfrontiert, der darf sich nicht wundern, wenn Ehe und Kinder zum kalkulierbaren Risiko statt zum Lebensglück werden.
Die Rückbesinnung auf traditionelle Werte – auf Familie, Verlässlichkeit und Zusammenhalt – wäre dringender denn je. Doch davon ist im politischen Berlin wenig zu spüren.
Beständigkeit, die niemand wegscheiden kann
In Zeiten, in denen so vieles ins Wanken gerät – Ehen, gesellschaftliche Gewissheiten, das Vertrauen in Politik und Währung – suchen viele Menschen nach echter Beständigkeit. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie ihren Wert bewahren, ganz gleich, welche Stürme über Gesellschaften hinwegfegen. Als krisensichere Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen bieten sie das, was Papierversprechen und politische Modeerscheinungen nicht leisten können: greifbare Substanz, die niemand per Beschluss auflösen kann.
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