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Schwarz-Rot-Gold weg: Palästina-Flagge weht vor dem Reichstag!

Schwarz-Rot-Gold weg: Palästina-Flagge weht vor dem Reichstag!
Symbolbild: KI-generiert

Mitten in Berlin, vor dem Sitz des Deutschen Bundestages, hat ein Mann am Sonntag, 8. November 2026, die Deutschlandfahne von einem Fahnenmast geholt und eine palästinensische Flagge gehisst. Zwei Komplizen filmten das Ganze vom Boden aus. Erst nach über einer Stunde war der Kletterer wieder unten. Alle drei Verdächtigen wurden festgenommen.

Eine Stunde Bühne vor Hunderten Zuschauern

Ein Polizeisprecher schilderte den Ablauf gegenüber der Bild-Zeitung so:

„Gegen 11.15 Uhr war ein Mann den Mast hinaufgeklettert und hatte die Palästinenser-Fahne gehisst“

Zuschauer gab es reichlich. Vor dem Reichstagsgebäude drängten sich Touristen, und auch Besucher der gläsernen Kuppel konnten die Aktion aus nächster Nähe verfolgen. Zwei weitere Männer, die ebenfalls als tatverdächtig gelten, sollen am Boden gefilmt haben. Medienberichten zufolge wurde die Aktion sogar live auf TikTok übertragen. Eine bessere Bühne für Aufmerksamkeit dürfte sich kaum finden lassen.

Drehleiter statt Prävention

Um den Mann vom Mast zu holen, musste die Feuerwehr mit einer Drehleiter anrücken. Gegen 12.30 Uhr stand der Kletterer wieder auf festem Boden. Die palästinensische Fahne hing da allerdings noch immer am Mast. Mehr als eine Stunde lang wehte vor dem deutschen Parlament also nicht Schwarz-Rot-Gold, sondern das Symbol eines anderen Konflikts.

Zu den Hintergründen und möglichen strafrechtlichen Folgen gab es zunächst keine Angaben. Auch eine Frage ist offen, die viele Bürger umtreiben dürfte: Wie konnten die Verdächtigen mit einer so großen Fahne an den Mast gelangen, obwohl die Polizei des Bundestages ganz in der Nähe ist?

Wer trägt die Verantwortung?

Die Bundestagspolizei untersteht der Bundestagspräsidentin, seit 2025 ist das Julia Klöckner (CDU). Wer im Reichstag welche Flagge zeigen darf, war schon oft Streitthema. Klöckner hatte vergangenes Jahr entschieden, die Regenbogenfahne nicht mehr zum Berliner CSD zu hissen, und dafür viel Kritik einstecken müssen. Nun hängt dort eine ganz andere Fahne, und gefragt hat niemand. Wer über Flaggen am Parlament entscheidet, muss auch dafür sorgen, dass sie nicht einfach ausgetauscht werden.

Staatssymbole sind kein Kletterspielzeug

Rechtlich steht einiges auf dem Spiel. Nach Paragraf 90a des Strafgesetzbuchs macht sich strafbar, wer eine öffentlich gezeigte Flagge der Bundesrepublik entfernt, zerstört oder beschädigt. Das Gesetz sieht dafür bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe vor, schon der Versuch ist strafbar. Ob und wie die Ermittler diesen Vorwurf prüfen, ist bislang nicht bekannt. Für die drei Festgenommenen gilt die Unschuldsvermutung.

Ganz neu ist das Muster nicht. Im März 2025 kletterte in London ein Mann mit einer Palästina-Flagge auf den Elizabeth Tower, besser bekannt als Big Ben, und hielt die Polizei viele Stunden in Atem. Auch die Bilder vom August 2020 sind nicht vergessen, als Demonstranten bis auf die Treppe des Reichstags kamen. Danach wurde viel über neue Sicherheitskonzepte geredet.

Ein Symbol mit Signalwirkung

Aus Sicht unserer Redaktion ist der Vorfall mehr als ein Kletterstreich. Wenn ausgerechnet vor dem Herz der deutschen Demokratie die Nationalflagge vom Mast verschwindet, ohne dass es jemand verhindert, wirkt der Staat hilflos. Und solche Bilder verbreiten sich schnell im Netz.

Ein Staat, der seine eigenen Symbole nicht schützen kann, verliert Vertrauen bei den Bürgern. Die Verantwortlichen im Bundestag müssen jetzt erklären, wie so etwas passieren konnte und was sie dagegen tun wollen. Mit Betroffenheit allein ist es nicht getan.

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