
Schweden macht Ernst: Drastische Verschärfung der Einbürgerungsregeln als Vorbild für Europa?
Während Deutschland sich noch immer in endlosen Debatten über Migrationspolitik verliert, schafft Schweden Fakten. Die konservative Regierung in Stockholm hat eine Gesetzesvorlage präsentiert, die das Einbürgerungsrecht des skandinavischen Landes grundlegend umkrempeln soll. Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer Schwede werden will, muss es sich verdienen.
Acht Jahre statt fünf – und das ist erst der Anfang
Der Kern der Reform liest sich wie ein Kontrastprogramm zur jahrelangen Willkommenskultur, die Schweden einst zum Magneten für Hunderttausende Migranten machte. Die erforderliche Aufenthaltsdauer für eine Einbürgerung soll von fünf auf acht Jahre angehoben werden. Doch damit nicht genug: Antragsteller müssen künftig nachweisen, dass sie sich selbst finanzieren können – mit einem Monatseinkommen von mindestens 20.000 schwedischen Kronen, umgerechnet rund 1.800 Euro. Verpflichtende Prüfungen in schwedischer Sprache und Landeskunde kommen hinzu.
Migrationsminister Johan Forssell begründete die Verschärfungen damit, dass es derzeit „praktisch keine Anforderungen" gebe, um schwedischer Staatsbürger zu werden. Eine bemerkenswert ehrliche Selbstkritik, die man sich von so manchem deutschen Politiker wünschen würde. Die Staatsbürgerschaft solle belegen, dass jemand „vollständig Teil der Gesellschaftsgemeinschaft" geworden sei – und nicht bloß als Reisedokument dienen.
Vorstrafen als Ausschlusskriterium
Besonders bemerkenswert ist der verschärfte Umgang mit straffällig gewordenen Einbürgerungswilligen. Wer beispielsweise eine vierjährige Haftstrafe verbüßt habe, müsse künftig 15 Jahre warten, bevor ein Antrag überhaupt gestellt werden könne. Eine Regelung, die in Deutschland vermutlich sofort als „unverhältnismäßig" gebrandmarkt würde – in Schweden hingegen findet sie breite Unterstützung.
Die Schwedendemokraten, die die konservative Minderheitsregierung parlamentarisch stützen, begrüßen den Kurs ausdrücklich. Deren migrationspolitischer Sprecher Ludvig Aspling erklärte, die schwedische Gemeinschaft solle „in erster Linie ordentlichen und ehrlichen Menschen vorbehalten" sein. Die Partei macht eine aus ihrer Sicht verfehlte Einwanderungspolitik für die zunehmende Bandenkriminalität im Land verantwortlich – ein Zusammenhang, den man auch hierzulande nicht länger leugnen kann.
Die bittere Lektion von 2015
Schweden hat seine Lektion auf die harte Tour gelernt. Im Jahr 2015 strömten rund 160.000 Asylsuchende in das kleine Land mit damals knapp zehn Millionen Einwohnern. Die Folgen waren verheerend: explodierende Kriminalitätsraten, Parallelgesellschaften, überlastete Sozialsysteme. Seitdem haben wechselnde Regierungen die Migrationspolitik schrittweise verschärft. Erst vergangene Woche kündigte Stockholm strengere Regeln für Asylbewerber an.
Die neuen Einbürgerungsvorschriften sollen voraussichtlich am 6. Juni 2026 in Kraft treten – ausgerechnet am schwedischen Nationalfeiertag. Ein symbolisches Datum, das kaum zufällig gewählt sein dürfte. Der Vorschlag muss allerdings noch vom Parlament verabschiedet werden.
Deutschland hinkt hinterher
Man fragt sich unweigerlich: Wann zieht Deutschland nach? Während Schweden konsequent handelt, ertrinken hierzulande die Verwaltungsgerichte in Asyl- und Einbürgerungsklagen. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar vollmundige Versprechen gemacht, doch von einer vergleichbar entschlossenen Reform des Einbürgerungsrechts ist man in Berlin noch weit entfernt. Dabei zeigt der schwedische Weg, dass eine strenge, aber faire Migrationspolitik kein Widerspruch sein muss – sondern schlicht eine Frage des politischen Willens.
Die konservative Wende in der schwedischen Migrationspolitik dürfte auch bei den anstehenden Parlamentswahlen im September eine zentrale Rolle spielen. Umfragen deuten darauf hin, dass die Bevölkerung den restriktiveren Kurs mehrheitlich unterstützt. Ein Signal, das auch in Berlin gehört werden sollte – wenn man denn bereit ist, hinzuhören.

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