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Kettner Edelmetalle
30.03.2026
15:09 Uhr

Selenskyjs Basar-Diplomatie: Wenn Drohnen zum neuen Exportschlager werden

WĂ€hrend an der ukrainischen Front weiterhin tĂ€glich Menschen sterben, hat PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj offenbar ein neues BetĂ€tigungsfeld entdeckt: den internationalen Waffenhandel. In schwarzer Trauerkleidung – man könnte meinen, die Symbolik sei durchaus gewollt – landete der ukrainische Staatschef am vergangenen Sonntag in Jordaniens Hauptstadt Amman. Was auf den ersten Blick wie ein diplomatischer Höflichkeitsbesuch wirkt, entpuppt sich bei nĂ€herer Betrachtung als knallharte GeschĂ€ftsreise.

Die Ukraine als WaffenhĂ€ndler – aus der Not geboren

Die Zahlen sprechen eine unmissverstĂ€ndliche Sprache. Mehr als 30 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts pumpt die Ukraine mittlerweile in den Verteidigungssektor. Über 70 Milliarden US-Dollar flossen allein im vergangenen Jahr in militĂ€rische Zwecke – ein geradezu grotesker Anstieg gegenĂŒber den 6,9 Milliarden von 2021. Und genau hier liegt der Kern der Sache: Dieses Geld muss irgendwoher kommen. Denn Berichten zufolge könnten der Ukraine bereits im Sommer die finanziellen Mittel ausgehen.

Selenskyj traf in Amman König Abdullah II. und bot ihm an, was die Ukraine inzwischen am besten kann – Drohnenabwehr. „Die Ukraine ist offen fĂŒr eine Zusammenarbeit bei der Abwehr von Drohnen- und Raketenangriffen", ließ der PrĂ€sident verlauten. Man habe seit dem russischen Angriff 2022 ein effizientes System entwickelt, insbesondere gegen iranische Shahed-Drohnen. Ein Verkaufsargument, das angesichts der jĂŒngsten iranischen Angriffe auf US-StĂŒtzpunkte in Saudi-Arabien, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Jordanien durchaus verfĂ€ngt.

Europas Steuerzahler als grĂ¶ĂŸter Geldgeber

Was bei all der GeschĂ€ftstĂŒchtigkeit Selenskyjs gerne unter den Tisch fĂ€llt: Es ist vor allem europĂ€isches Geld, das diesen Krieg am Laufen hĂ€lt. Mehr als 167 Milliarden Euro hat die EU bislang zugesagt – und Deutschland ist dabei der wichtigste europĂ€ische UnterstĂŒtzer. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: WĂ€hrend hierzulande BrĂŒcken bröckeln, Schulen verfallen und die Infrastruktur auf dem Niveau eines Schwellenlandes angekommen ist, fließen Milliarden in ein Land, das nun seinerseits als RĂŒstungsexporteur in der Golfregion auftreten möchte.

Gleichzeitig liegt in BrĂŒssel ein 90-Milliarden-Euro-Hilfspaket auf Eis, und ein Korruptionsskandal erschĂŒttert die ukrainische Regierung. Man fragt sich unwillkĂŒrlich, ob die deutschen Steuerzahler jemals gefragt wurden, ob sie diese Art der „Investition" mittragen wollen.

Drohnen als „das neue Öl"

Besonders aufschlussreich ist eine Aussage des ukrainischen Außenministers Andrij Sybiha. Er bezeichnete die eigenen Drohnen und Abwehrsysteme als „das Öl der Ukraine" – eine strategische Ressource, die in wirtschaftliche und militĂ€rische StĂ€rke umgewandelt werden mĂŒsse. Bereits Mitte MĂ€rz wurden ĂŒber 200 ukrainische Drohnenexperten in die Golfregion entsandt, um PartnerlĂ€nder bei der Abwehr iranischer Drohnen zu unterstĂŒtzen. Der Krieg als GeschĂ€ftsmodell – zynischer lĂ€sst sich die Lage kaum zusammenfassen.

Trump erteilt Selenskyj eine Abfuhr

Nicht alle zeigen sich von Selenskyjs Charmeoffensive beeindruckt. US-PrĂ€sident Donald Trump kommentierte das ukrainische Angebot einer Drohnen-Kooperation mit gewohnter Direktheit: „Wir brauchen keine Hilfe. Der Letzte, von dem wir Hilfe brauchen, ist Selenskyj." Eine Ohrfeige, die in Kiew schmerzen dĂŒrfte – zumal die Beziehungen zu Washington ohnehin angespannt sind.

FĂŒr einen diplomatischen Eklat sorgte unterdessen auch Rheinmetall-Chef Armin Papperger, der die ukrainische Drohnenproduktion als „wie mit Lego spielen" bezeichnete. In den Fabriken arbeiteten „ukrainische Hausfrauen" mit 3D-Druckern – das sei keine echte Innovation. Die Reaktion aus Kiew kam prompt: PrĂ€sidentenberater Oleksandr Kamyschin konterte, diese „Lego-Drohnen" hĂ€tten bereits mehr als 11.000 russische Panzer zerstört. Rheinmetall ruderte daraufhin zurĂŒck und betonte seinen „Respekt" fĂŒr die ukrainischen Leistungen.

Ein strategischer Balanceakt mit ungewissem Ausgang

Selenskyjs Reise durch die Golfstaaten offenbart das ganze Dilemma der Ukraine. Das Land sucht gleichzeitig militĂ€rische Partner, politische UnterstĂŒtzung und frisches Geld. Die Kooperationen mit Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen neue SpielrĂ€ume eröffnen – sicherheitspolitisch wie wirtschaftlich. Doch je lĂ€nger dieser Krieg dauert, desto mehr verwandelt sich die Ukraine von einem HilfsempfĂ€nger in einen Akteur, der den Krieg selbst zur GeschĂ€ftsgrundlage macht.

FĂŒr den deutschen Steuerzahler stellt sich dabei eine unbequeme Frage: Wie lange soll Europa noch als Hauptfinanzier eines Konflikts fungieren, dessen Ende nicht absehbar ist? Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen bereits genug finanzielle Abenteuer eingeleitet. Dass Deutschland gleichzeitig der grĂ¶ĂŸte europĂ€ische UnterstĂŒtzer der Ukraine bleibt, wĂ€hrend die eigene Wirtschaft schwĂ€chelt und die BĂŒrger unter steigenden Preisen Ă€chzen, ist eine PrioritĂ€tensetzung, die man durchaus hinterfragen darf – und muss.

Eines steht fest: Nicht nur an der Front entscheidet sich die Zukunft der Ukraine, sondern auch auf den internationalen MĂ€rkten. Ob Selenskyjs Basar-Diplomatie am Golf die erhofften FrĂŒchte trĂ€gt, bleibt abzuwarten. Die Geschichte lehrt allerdings, dass LĂ€nder, die den Krieg zum GeschĂ€ftsmodell erheben, selten den Frieden als oberstes Ziel verfolgen.

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