
Silberpreis vor historischem Höhenflug: Citigroup prognostiziert 150 Dollar je Unze
Was sich derzeit am Silbermarkt abspielt, lässt selbst hartgesottene Analysten staunen. Die renommierte Citigroup erwartet, dass der Spotpreis für Silber innerhalb der nächsten drei Monate auf sagenhafte 150 Dollar je Unze klettern könnte – ein absolutes Rekordniveau. Bereits im Januar 2026 hat das weiße Edelmetall einen Preisanstieg von nahezu 50 Prozent hingelegt, eine Rallye, die ihresgleichen sucht.
China treibt die Nachfrage auf beispiellose Höhen
Die Analysten um Max Layton sehen den Kaufdruck aus China als wesentlichen Treiber dieser explosiven Entwicklung. Das Reich der Mitte scheint regelrecht nach dem Edelmetall zu gieren, und ein Ende dieser Nachfrage ist nicht in Sicht. Die Experten der Citigroup formulieren es drastisch: Silber verhalte sich derzeit wie „Gold zum Quadrat" oder „Gold auf Steroiden". Diese bildhafte Sprache verdeutlicht, mit welcher Wucht das Metall die Märkte aufmischt.
Am vergangenen Montag erreichte Silber mit 117,71 Dollar ein neues Allzeithoch, nachdem es innerhalb eines einzigen Handelstages um bis zu 14 Prozent zugelegt hatte. Ein derart massiver Tagesanstieg wurde zuletzt während der globalen Finanzkrise 2008 beobachtet. Die Parallelen zur damaligen Flucht in sichere Häfen sind kaum zu übersehen.
Das Gold-Silber-Verhältnis als Wegweiser
Besonders interessant erscheint die Analyse des historischen Verhältnisses zwischen Gold und Silber. Sollte dieses Verhältnis auf das Tief von 2011 zurückkehren – damals lag es bei 32 zu 1 – könnte Silber sogar auf atemberaubende 170 Dollar je Unze steigen, so die Citigroup-Analysten. Ein Szenario, das vor wenigen Monaten noch als völlig unrealistisch gegolten hätte.
„Silber verhält sich wie Gold zum Quadrat oder Gold auf Steroiden. Und wir glauben, dass dies wahrscheinlich so lange anhält, bis Silber im historischen Vergleich zu Gold teuer aussieht."
Warnende Stimmen werden lauter
Doch nicht alle Marktbeobachter teilen den Optimismus der Citigroup. Marc Loeffert von Heraeus Precious Metals mahnt zur Vorsicht. Die Geschichte zeige, dass diese Rallye ihrem Ende näher sei als ihrem Anfang. Das Gold-Silber-Verhältnis habe zwar in der Vergangenheit bereits niedrigere Werte erreicht, doch selten sei eine derart massive Verschiebung in so kurzer Zeit zu beobachten gewesen.
Bemerkenswert ist, dass der Preisanstieg trotz mehrerer eigentlich bärischer Faktoren erfolgt: Abflüsse aus silbergedeckten ETFs, Verkäufe von Spekulanten an den Terminmärkten und sinkende Lagerbestände in US-Lagerhäusern – all dies hätte normalerweise dämpfend wirken müssen. Stattdessen scheint die physische Nachfrage und das spekulative Interesse in einem relativ illiquiden Markt alle Gegenargumente zu überrollen.
Edelmetalle als Stabilitätsanker in turbulenten Zeiten
Die aktuelle Entwicklung am Silbermarkt unterstreicht einmal mehr die Bedeutung physischer Edelmetalle als Bestandteil einer ausgewogenen Vermögensstrategie. Während Papierwerte und digitale Anlagen den Launen der Märkte und politischen Entscheidungen ausgeliefert sind, bieten Gold und Silber seit Jahrtausenden einen bewährten Schutz vor Kaufkraftverlust und wirtschaftlicher Unsicherheit.
Gerade in Zeiten, in denen die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz trotz gegenteiliger Wahlversprechen ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen plant und damit die Schuldenlast künftiger Generationen weiter erhöht, erscheint die Beimischung physischer Edelmetalle zum Anlageportfolio als vernünftige Maßnahme zur Vermögenssicherung.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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