
Spaniens Energiewende entpuppt sich als teures Desaster
Was auf dem Papier wie ein grüner Vorzeigeerfolg aussieht, entwickelt sich in der Realität zu einem energiepolitischen Albtraum. Spanien, das Land der unbegrenzten Sonnenstunden und konstanten Atlantikwinde, versinkt trotz massiver Investitionen in erneuerbare Energien in einer strukturellen Krise, die das gesamte Stromsystem an den Rand des Kollapses treibt. Die Ironie könnte kaum größer sein: Ausgerechnet der Boom bei Solar- und Windkraft verschärft die Probleme, statt sie zu lösen.
Das Paradoxon der grünen Überproduktion
Die iberische Halbinsel produziert an sonnigen Tagen derart gewaltige Mengen an Ökostrom, dass die Netze schlichtweg kapitulieren. Diese Überproduktion drückt die Marktpreise in den Keller – so weit, dass zahlreiche Anlagenbetreiber kaum noch kostendeckend arbeiten können. Wer hätte gedacht, dass zu viel grüner Strom zum Problem werden könnte? Die Energiewende-Enthusiasten in Berlin und Brüssel sollten genau hinschauen, denn hier offenbart sich die Achillesferse einer ideologiegetriebenen Energiepolitik.
Während die Mittagssonne die Strompreise in den Keller treibt, explodieren sie in den Abendstunden regelrecht. Der Grund ist simpel: Sobald die Sonne untergeht, müssen Gaskraftwerke einspringen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Diese volatile Preisachterbahn macht jede vernünftige Planung für Haushalte und Unternehmen zur Farce.
Netzengpässe würgen Investitionen ab
Als wäre die Preismisere nicht genug, blockiert ein massiver Netzengpass den weiteren Ausbau der Infrastruktur. Die spanischen Stromnetze operieren vielerorts am absoluten Limit. Selbst Projekte mit gesicherter Finanzierung und allen erforderlichen Genehmigungen können nicht ans Netz gehen, weil schlicht die Kapazitäten fehlen. Ein klassisches Henne-Ei-Problem, das die Schieflage weiter verschärft.
Die Situation gleicht einem Stau auf der Autobahn: Alle wollen vorwärts, doch niemand kommt voran. Energieintensive Industrien beklagen ausbleibende Anschlusszusagen und verschieben dringend benötigte Investitionen auf unbestimmte Zeit.
Besonders perfide: Viele Unternehmen sichern sich vorsorglich Netzkapazitäten, die sie dann gar nicht nutzen. Dieses Horten verschärft den Engpass zusätzlich und erzeugt eine strukturelle Ineffizienz, die das gesamte System lähmt.
Der Gasanteil steigt – trotz Energiewende
Hier zeigt sich die ganze Absurdität der Situation: Um einen erneuten Blackout zu vermeiden – Spanien erlebte bereits einen verheerenden Stromausfall – muss der Anteil fossiler Gaskraftwerke im Strommix sogar steigen. Die flexible Gaskomponente ist unverzichtbar für die kurzfristige Laststeuerung, treibt aber gleichzeitig die Kosten in die Höhe. Ein Teufelskreis, aus dem es ohne massive Investitionen in Speichertechnologien keinen Ausweg gibt.
Die spanischen Verbraucher zahlen die Zeche für dieses Chaos. Obwohl das Land im EU-Vergleich noch moderate Strompreise aufweist, belastet die extreme Volatilität Haushalte und Betriebe gleichermaßen. Die Planungssicherheit tendiert gegen null.
Lehren für Deutschland
Was sich in Spanien abspielt, sollte deutschen Energiepolitikern eine deutliche Warnung sein. Die blinde Fixierung auf den Ausbau erneuerbarer Energien ohne gleichzeitige Investitionen in Netze und Speicher führt geradewegs in die Sackgasse. Spanien demonstriert eindrucksvoll, dass gute Absichten allein kein stabiles Stromsystem garantieren – im Gegenteil: Sie können es sogar destabilisieren.
Experten sehen eine Normalisierung erst dann, wenn ausreichend Speicherkapazitäten zur Verfügung stehen. Bis dahin bleibt Spanien gefangen in einer Schieflage aus Überproduktion, Netzengpässen und explodierenden Gaskosten. Ein mahnendes Beispiel dafür, wohin eine überhastete Energiewende ohne durchdachtes Gesamtkonzept führen kann.
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