
Spaniens Mega-Blackout entlarvt die fatale Achillesferse der Energiewende
Es war der schlimmste Stromausfall, den Europa in zwei Jahrzehnten erlebt hat – und er kam nicht durch einen Terroranschlag, nicht durch ein Erdbeben, nicht durch menschliches Versagen im klassischen Sinne. Er kam durch jene Technologie, die uns als Heilsbringer der Energiezukunft verkauft wird: Wind- und Solarkraft. Der nun veröffentlichte Abschlussbericht des Verbands europäischer Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-e zum verheerenden Blackout auf der iberischen Halbinsel vom 28. April 2025 liest sich wie ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn ideologiegetriebene Energiepolitik auf physikalische Realität trifft.
Ein sonniger Frühlingstag wird zum Albtraum
Am 28. April 2025, einem strahlend schönen Frühlingstag, ging um kurz nach 12:30 Uhr auf der gesamten iberischen Halbinsel das Licht aus. Spanien und Portugal versanken im Dunkel – mitten am Tag, bei besten Wetterbedingungen. Was zunächst paradox klingt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als bittere Logik: Gerade weil die Sonne so kräftig schien, gerade weil die erneuerbaren Energien auf Hochtouren liefen, kam es zur Katastrophe.
Bereits gegen 9 Uhr morgens hatte die Netzspannung in Spanien begonnen zu schwanken. Um 10:30 Uhr erreichte sie in Teilen des 400-Kilovolt-Übertragungsnetzes kurzzeitig 435 Kilovolt – ein deutliches Warnsignal. In der halben Stunde vor dem totalen Zusammenbruch traten dann zwei schwere Frequenzstörungen auf, die der Bericht als „konverterbedingtes Instabilitätsphänomen" klassifiziert. Konverter – das sind jene Wechselrichter, die in Solar- und Windkraftanlagen den erzeugten Gleichstrom in netzkompatiblen Wechselstrom umwandeln. Ohne sie funktioniert keine einzige Photovoltaikanlage.
Die Kettenreaktion der „sauberen" Energie
Was dann folgte, war eine Kettenreaktion von erschreckender Geschwindigkeit. Die Frequenzabweichungen destabilisierten das Netz. Die Übertragungsnetzbetreiber versuchten gegenzusteuern, reduzierten den Stromexport nach Frankreich, koppelten Leitungen um. Doch diese Maßnahmen führten zu einem Spannungsanstieg im iberischen Netz. Um 12:33 Uhr kletterte die Spannung an manchen Knotenpunkten auf über 462 Kilovolt – weit jenseits dessen, was die Systeme verkraften konnten.
Nun begann das große Abschalten. Überspannungsschutzeinrichtungen lösten reihenweise aus. Zuerst fielen 208 Megawatt Windkraft- und Solaranlagen im Norden und Süden Spaniens aus. Dann trennte ein Überspannungsschutz im Raum Granada mehrere Photovoltaik-, Windkraft- und Solarthermieanlagen vom Netz – 355 Megawatt auf einen Schlag. Sekunden später folgten im Raum Badajoz weitere 727 Megawatt. Zwischen 12:33:17 und 12:33:18 Uhr – innerhalb einer einzigen Sekunde – brachen nochmals 928 Megawatt weg.
Innerhalb von nur 80 Sekunden waren insgesamt 2.500 Megawatt Erzeugungsleistung verschwunden – rund ein Zehntel der gesamten Stromproduktion zu jenem Zeitpunkt. Das restliche Netz konnte diesen Verlust nicht mehr kompensieren. Die iberische Halbinsel lag im Dunkeln.
76 Prozent ohne Momentanreserve – ein Spiel mit dem Feuer
Ein besonders alarmierendes Detail des Berichts verdient besondere Aufmerksamkeit: Kurz vor dem Blackout verfügten nur noch 24 Prozent aller einspeisenden Kraftwerke über eine sogenannte Momentanreserve. Das ist die physikalische Trägheit rotierender Turbinenmassen in konventionellen Kraftwerken, die Frequenzschwankungen abfedern kann wie ein Stoßdämpfer. Die restlichen 76 Prozent – hauptsächlich Photovoltaikanlagen – besaßen diese stabilisierende Eigenschaft nicht. Stattdessen erzeugten sie hohe Blindleistung, die die Netzspannung weiter in die Höhe trieb.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Drei Viertel der Stromerzeugung hatten keinerlei physikalische Pufferfunktion. Das Netz glich einem Hochseilartisten ohne Netz – ein einziger Windstoß genügte, um alles zum Einsturz zu bringen. Wer angesichts solcher Zahlen noch behauptet, die Energiewende sei ein risikoloses Unterfangen, der lebt in einer Parallelwelt.
Chinas stiller Griff nach Europas Stromversorgung
Doch der Bericht offenbart noch eine weitere, womöglich noch beunruhigendere Dimension des Problems. Rund 70 Prozent der in Spanien eingesetzten Wechselrichter stammen aus China. Die Marktführer heißen Huawei (36,5 Prozent), Sungrow (29,7 Prozent) und GoodWe (14,5 Prozent). In Deutschland sieht die Lage sogar noch dramatischer aus: Hier sind etwa 80 Prozent der Solarwechselrichter „made in China".
Der europäische PV-Branchenverband ESMC warnte nur wenige Tage nach dem Blackout vor der Anfälligkeit dieser Geräte. Der Hersteller könne bei Bedarf über die Software auf das Gerät zugreifen und es fernsteuern. Christoph Podewils, Generalsekretär des ESMC, brachte es auf den Punkt:
„Heute sind bereits über 200 GW der europäischen PV-Leistung an in China hergestellte Wechselrichter angeschlossen – das entspricht mehr als 200 Kernkraftwerken. Das bedeutet, dass Europa die Fernsteuerung eines großen Teils seiner Strominfrastruktur faktisch aus der Hand gegeben hat."
Europa hat sich also nicht nur von russischem Gas abhängig gemacht – eine Lektion, die man nach 2022 eigentlich gelernt haben sollte –, sondern begibt sich sehenden Auges in eine möglicherweise noch gefährlichere Abhängigkeit von chinesischer Technologie. Die Ironie könnte kaum größer sein: Im Namen der „Energiesouveränität" hat man die Kontrolle über die eigene Stromversorgung an Peking delegiert.
Deutschland auf demselben Irrweg – nur noch schneller
Was in Spanien geschah, ist kein exotisches Randphänomen. Es ist eine Blaupause für das, was auch Deutschland droht. Die Bundesrepublik treibt den Ausbau erneuerbarer Energien mit einer Vehemenz voran, die angesichts der spanischen Erfahrungen geradezu fahrlässig anmutet. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz soll unter anderem in Infrastruktur fließen – doch ob dabei die Netzstabilität die Priorität erhält, die sie verdient, darf bezweifelt werden.
Deutschland hat seine letzten Kernkraftwerke im April 2023 abgeschaltet und damit genau jene Momentanreserve vernichtet, die in Spanien so schmerzlich fehlte. Die Physik lässt sich nicht durch Parteiprogramme überlisten. Rotierende Turbinenmassen stabilisieren Stromnetze – Solarpanels und Windräder tun das nicht. So einfach ist das, und kein noch so eloquenter Grünen-Politiker kann diese Tatsache wegdiskutieren.
Ein Weckruf, der verhallen wird?
Der ENTSO-e-Bericht ist ein schonungsloses Dokument. Er zeigt schwarz auf weiß, dass die Begriffe „solar", „PV" und „wind" zusammen fast 500 Mal im Bericht auftauchen – während konventionelle Kraftwerkstypen wie Kernkraft, Gas und Kohle zusammen auf gerade einmal 67 Nennungen kommen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Die erneuerbaren Energien standen im Zentrum dieser Katastrophe.
Wird dieser Weckruf gehört werden? Die Erfahrung lehrt Skepsis. Zu tief sitzt die ideologische Verblendung, zu mächtig ist die Lobby der Erneuerbaren-Branche, zu bequem ist es, unbequeme physikalische Wahrheiten zu ignorieren. Doch die Gesetze der Physik kennen keine politische Korrektheit. Sie schlagen zurück – wie am 28. April 2025 auf der iberischen Halbinsel. Und sie werden es wieder tun, wenn wir nicht endlich bereit sind, eine ehrliche Debatte über die Grenzen und Risiken der Energiewende zu führen.
Für den deutschen Bürger bedeutet all dies vor allem eines: Unsicherheit. Unsicherheit über die Stabilität der Stromversorgung, Unsicherheit über steigende Energiepreise und Unsicherheit über eine Zukunft, in der kritische Infrastruktur von ausländischen Mächten ferngesteuert werden kann. In solch unsicheren Zeiten erweist sich einmal mehr der Wert physischer Vermögenswerte – allen voran Gold und Silber – als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung, der weder von Stromausfällen noch von digitalen Fernzugriffen betroffen ist.

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