
Sprengsatz vor jüdischer Schule in Amsterdam – Antisemitischer Terror erschüttert Europa
Was sich in der Nacht zum Samstag an einer jüdischen Schule in Amsterdam abspielte, lässt frösteln. Ein Unbekannter deponierte einen Sprengsatz an der Außenmauer des Gebäudes – die Detonation riss Teile der Fassade auf. Dass niemand verletzt wurde, grenzt an ein Wunder. Oder besser gesagt: Es ist dem Umstand zu verdanken, dass die Tat feige in den Nachtstunden verübt wurde, als sich keine Kinder und Lehrkräfte in der Schule befanden.
Eine Serie des Hasses
Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema verurteilte den Anschlag als einen „feigen Akt der Aggression" gegen die jüdische Gemeinschaft. Die Polizei verfüge über Videoaufnahmen, die einen Mann beim Deponieren des Sprengsatzes zeigten. Ermittlungen seien eingeleitet worden. Doch so entschlossen diese Worte auch klingen mögen – sie können nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser Vorfall kein isoliertes Ereignis ist.
Bereits Tage zuvor hatte es nahezu identische Angriffe gegeben: Vor Synagogen im belgischen Lüttich und im niederländischen Rotterdam detonierten ebenfalls nächtlich platzierte Sprengsätze. Das Muster ist unverkennbar. Die Vorgehensweise nahezu identisch. Hier agiert offenbar jemand – oder eine Gruppe – mit System und erschreckender Kaltblütigkeit.
Europa versagt beim Schutz jüdischen Lebens
Man muss die Dinge beim Namen nennen: Was wir hier erleben, ist eine Eskalation antisemitischer Gewalt in Westeuropa, die in ihrer Brutalität und Systematik an düsterste Kapitel der Geschichte erinnert. Dass jüdische Schulen, Synagogen und Gemeindezentren im Jahr 2025 wieder zu Zielscheiben werden, ist eine Schande für den gesamten Kontinent.
Besonders Amsterdam hat in dieser Hinsicht eine traurige Vorgeschichte. Bereits im November 2024 wurden israelische Fußballfans nach einem Spiel von Ajax Amsterdam auf offener Straße gejagt und brutal zusammengeschlagen – Szenen, die weltweit für Entsetzen sorgten. Und was geschah danach? Betroffenheitsbekundungen, mahnende Worte, Lichterketten. Doch an der grundlegenden Bedrohungslage hat sich offensichtlich nichts geändert.
Wo bleibt die konsequente Strafverfolgung?
Die entscheidende Frage lautet: Warum gelingt es den europäischen Sicherheitsbehörden nicht, jüdische Einrichtungen wirksam zu schützen? Warum können Täter ungehindert Sprengsätze an Schulen und Gotteshäusern platzieren – und das gleich in mehreren Ländern innerhalb weniger Tage? Die Videoaufnahmen, über die die Amsterdamer Polizei verfügt, sind ein Anfang. Doch sie sind auch ein Eingeständnis: Man hat den Täter gefilmt, aber nicht aufgehalten.
Europa steht an einem Scheideweg. Die jahrelange Politik der offenen Grenzen, gepaart mit einer erschreckenden Naivität gegenüber importiertem Antisemitismus, zeigt ihre hässlichen Früchte. Wer jüdisches Leben in Europa schützen will, muss endlich aufhören, das Problem zu relativieren, und stattdessen mit aller Härte des Rechtsstaats durchgreifen. Alles andere wäre nicht nur ein Versagen der Politik – es wäre ein Verrat an den Grundwerten unserer Zivilisation.
Die jüdische Gemeinschaft in den Niederlanden, in Belgien und in ganz Europa verdient mehr als warme Worte. Sie verdient Sicherheit. Und zwar nicht morgen, sondern jetzt.
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