
Spritpreise explodieren – doch die Bundesregierung schaut seelenruhig zu
Während deutsche Autofahrer an den Zapfsäulen inzwischen mehr als zwei Euro pro Liter berappen müssen, übt sich Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in stoischer Gelassenheit. Von einer Spritpreisbremse oder gar einer Steuersenkung will sie nichts wissen. Erst bei „schwersten Verwerfungen" käme ein Eingreifen überhaupt in Betracht, ließ die Ministerin verlauten. Man fragt sich unwillkürlich: Was genau muss eigentlich noch passieren, damit diese Regierung den Handlungsbedarf erkennt?
Reiche vertröstet – das Kartellamt soll es richten
Am 5. März 2026 erklärte die Wirtschaftsministerin, Deutschland verfüge noch über Ölreserven für 90 Tage. Bevor ein Tankrabatt auch nur in Erwägung gezogen werden könne, wolle sie „zunächst erst gerne die Märkte beobachten". Markteingriffe führten aus ihrer Sicht lediglich dazu, die Taschen von Spekulanten zu füllen. Maßnahmen müssten „sehr, sehr gut bedacht sein", mahnte Reiche. Zudem benötige man für eine Gesetzesänderung den Deutschen Bundestag – und dort sei man noch lange nicht.
Stattdessen verwies die Ministerin auf die Markttransparenzstelle Kraftstoffe im Bundeskartellamt, die die Preisentwicklung beobachten solle. Ein Sprecher ihres Ministeriums empfahl den geplagten Bürgern derweil allen Ernstes, doch bitte Apps und Webseiten zu nutzen, um die günstigsten Tankstellen in ihrer Umgebung zu finden. Man könnte meinen, das sei ein schlechter Witz – ist es aber leider nicht.
Der Staat als größter Profiteur der Preisexplosion
Was die Bundesregierung bei ihrer demonstrativen Zurückhaltung geflissentlich verschweigt: Der Fiskus verdient an jedem Liter kräftig mit. Bei einem E10-Preis von 2,05 Euro fließen satte 113,93 Cent – also mehr als 55 Prozent – direkt in die Staatskasse. Beim Diesel sind es bei 2,15 Euro pro Liter immerhin noch 101,33 Cent. Die Zusammensetzung ist dabei ein Meisterwerk fiskalischer Kreativität: Energiesteuer, Ökosteuer, CO₂-Abgabe und obendrauf die Mehrwertsteuer, die wohlgemerkt auf die bereits enthaltenen Steuern und Abgaben noch einmal erhoben wird. Eine Steuer auf die Steuer – absurder geht es kaum.
Das perfide System funktioniert dabei wie ein Selbstbedienungsladen für den Staat: Je höher der Warenwert steigt, desto üppiger sprudeln die Mehrwertsteuereinnahmen. Die Bundesregierung hat also keinerlei finanziellen Anreiz, die Preise zu senken. Im Gegenteil – sie profitiert von jeder Preissteigerung automatisch mit. Dass ausgerechnet eine CDU-geführte Regierung, die einst in der Opposition noch eine zweijährige Senkung der Energiesteuer auf das EU-Minimum gefordert hatte, nun in der Verantwortung plötzlich nichts mehr davon wissen will, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.
Klingbeil fordert Prüfung – doch wie ernst ist das gemeint?
Vizekanzler und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) gab sich zuletzt deutlich aktiver. Es dürfe „keine Abzocke" geben, die Politik müsse „klar und konsequent vorgehen", forderte er im ZDF. Er habe seine Kabinettskollegin Reiche persönlich gebeten, „sehr schnell zu prüfen", was gegen Mineralölkonzerne unternommen werden könne, die versuchten, aus dem Irankrieg und der aktuellen geopolitischen Lage Profit zu schlagen. Ob daraus mehr als warme Worte werden, bleibt abzuwarten.
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Einschätzung des Tankstellen-Interessenverbands. Dessen Sprecher Herbert W. Rable stellte unmissverständlich klar, dass es „überhaupt keinen Grund" gebe, die Preise derzeit zu erhöhen. Mindestens eine Woche vergehe, bis ein gestiegener Ölpreis tatsächlich an den deutschen Zapfsäulen ankomme. Was aktuell in den Tanks der Tankstellen lagere, sei noch zu Vorkriegskonditionen eingekauft worden. Die Mineralölkonzerne nutzten die Krisenstimmung offenbar schamlos aus, um ihre Margen aufzublähen.
Lehren aus dem Sommer 2022 – oder auch nicht
Die letzte politisch motivierte Spritpreisbremse gab es zwischen Juni und August 2022, als die damalige Ampelregierung angesichts des Ukraine-Krieges die Energiesteuer senkte. Benzin wurde damals um knapp 30 Cent pro Liter günstiger, Diesel um rund 14 Cent. Mehr ließ das EU-Recht nicht zu. Die Unionsfraktion hatte seinerzeit sogar eine zweijährige Absenkung gefordert. Doch was in der Opposition noch als dringend notwendig galt, scheint in der Regierungsverantwortung plötzlich keine Priorität mehr zu haben.
Für den deutschen Bürger, der täglich auf sein Auto angewiesen ist – sei es für den Weg zur Arbeit, den Einkauf oder die Fahrt zum Arzt –, sind diese Preise eine enorme Belastung. Besonders hart trifft es Pendler im ländlichen Raum, wo es schlicht keine Alternative zum eigenen Fahrzeug gibt. Während die politische Klasse in Berlin über Beobachtung und Prüfung philosophiert, wird der Geldbeutel der Bürger jeden Tag dünner.
Wenn der Staat zur Belastung wird, schützt nur Eigenvorsorge
Die aktuelle Situation an den Tankstellen ist symptomatisch für ein tieferliegendes Problem: Der deutsche Staat hat sich über Jahrzehnte hinweg zum größten Kostentreiber für seine eigenen Bürger entwickelt. Ob Energiesteuer, CO₂-Abgabe oder die berüchtigte Steuer auf die Steuer – das System ist darauf ausgelegt, den Bürger maximal zu belasten. Und wenn dann geopolitische Krisen wie der Irankonflikt die Rohstoffpreise in die Höhe treiben, potenziert sich die Belastung noch einmal.
In solchen Zeiten zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen gegen Kaufkraftverlust und politische Willkür abzusichern. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – unabhängig von Regierungsentscheidungen, Steuererhöhungen und geopolitischen Verwerfungen. Wer sein Portfolio mit Edelmetallen diversifiziert, schafft sich ein Stück finanzielle Souveränität in einer Welt, in der der Staat immer tiefer in die Taschen seiner Bürger greift.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, gründlicher Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Anlageentscheidungen und deren Folgen übernehmen wir keinerlei Haftung.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











