
Stellantis kapituliert: 22 Milliarden Euro Abschreibung markiert das Ende der E-Auto-Träumerei

Der Opel-Mutterkonzern Stellantis hat am Donnerstag einen beispiellosen Offenbarungseid geleistet. Mit Abschreibungen von sage und schreibe 22,2 Milliarden Euro und einem erwarteten Jahresverlust von bis zu 21 Milliarden Euro für 2025 korrigiert der Automobilgigant seine Elektrostrategie in einer Radikalität, die selbst hartgesottene Branchenkenner erschüttert. Die Dividende? Gestrichen. Die Aktie? Um fast ein Viertel eingebrochen. Was für ein Desaster.
Ein Konzernchef räumt ein, was viele längst wussten
Konzernchef Antonio Filosa fand erstaunlich klare Worte für das Debakel. Stellantis habe die Geschwindigkeit der sogenannten Elektrowende schlichtweg überschätzt. „Das hat uns von den Wünschen vieler Autokäufer entfernt", gestand er ein. Eine bemerkenswerte Aussage, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte. Denn während Politik und Medien jahrelang das Hohelied der Elektromobilität sangen, haben die Konzerne offenbar vergessen, ihre Kunden zu fragen, was diese eigentlich wollen.
Besonders pikant: Filosa kritisierte die operative Umsetzung unter seinem Vorgänger Carlos Tavares scharf. Doch war es nicht die gesamte Branche, die sich von ideologiegetriebenen Vorgaben aus Brüssel und Berlin hat treiben lassen? Die Zeche zahlen nun Aktionäre, Mitarbeiter und letztlich auch die Steuerzahler.
Symbolträchtiger Ausverkauf: Ein Batteriewerk für 100 Dollar
Die Absurdität der Situation manifestiert sich in einem geradezu grotesken Geschäft: Stellantis verkauft seinen Anteil am kanadischen Batteriewerk NextStar Energy an LG Energy Solution – für ganze 100 US-Dollar. Wohlgemerkt: In dieses Projekt waren über fünf Milliarden kanadische Dollar geflossen. Fünf Milliarden gegen hundert Dollar. Wenn das keine Bankrotterklärung ist, was dann?
Die Rückkehr der Vernunft: V8 statt Elektro-Träumerei
Die Konsequenzen sind weitreichend und sprechen Bände. Der rein elektrische Pick-up Ram 1500 wird ersatzlos gestrichen. Stattdessen kehrt der gute alte V8-Motor zurück – ein Eingeständnis, dass die Kunden eben doch nicht auf bewährte Technologie verzichten wollen. Bei Alfa Romeo verzögern sich die Elektropläne auf unbestimmte Zeit, Fiat bringt eine Hybridversion des 500er auf den Markt.
Und Opel? Die deutsche Traditionsmarke rückt vom ambitionierten Ziel ab, ab 2028 nur noch Elektroautos anzubieten. Ein Ziel, das von Anfang an mehr politischem Wunschdenken als wirtschaftlicher Realität entsprach.
Amerika investiert, Europa baut ab
Während in Europa Stellen abgebaut werden, investiert Stellantis satte 13 Milliarden Dollar in den US-Markt und schafft dort 5.000 neue Arbeitsplätze. Der Konzern reagiert damit auf die veränderte Politik unter Präsident Trump, der die Elektroförderung konsequent gestrichen hat. Eine bittere Ironie für den europäischen Standort: Während man hierzulande weiter an ideologischen Vorgaben festhält, schafft pragmatische amerikanische Politik Arbeitsplätze.
Zur Stabilisierung genehmigte der Aufsichtsrat Hybridanleihen von bis zu fünf Milliarden Euro. Die vollständigen Jahreszahlen folgen am 26. Februar – man darf gespannt sein, welche weiteren Hiobsbotschaften dann ans Licht kommen.
Ein Branchentrend, der Fragen aufwirft
Stellantis steht mit seinem Kurswechsel keineswegs allein. Auch Ford, General Motors und Porsche haben ihre Elektropläne deutlich zurückgefahren. Was sagt uns das? Vielleicht, dass die von der Politik forcierte Elektrowende nie auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament stand. Vielleicht, dass man den Bürgern und Verbrauchern hätte zuhören sollen, statt ihnen vorzuschreiben, was sie zu kaufen haben.
Die Frage, die sich nun stellt: Werden die politischen Entscheidungsträger in Berlin und Brüssel aus diesem Desaster lernen? Oder werden sie weiter an einer Ideologie festhalten, die Milliarden vernichtet und Arbeitsplätze kostet? Die Antwort darauf wird zeigen, ob wirtschaftliche Vernunft oder ideologische Verblendung die Oberhand behält.

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