
Steuer-Selbstgeißelung: Wenn ein Millionär nach höheren Abgaben ruft
Es gibt Momente, in denen man sich verwundert die Augen reibt. Ein Unternehmer und Regierungsberater tritt vor die Presse und erklärt, er könnte doch eigentlich gerne mehr Steuern zahlen. Klingt zunächst nach einem Akt selbstloser Bürgertugend – ist aber bei näherer Betrachtung ein weiteres Kapitel im Trauerspiel deutscher Wirtschaftspolitik. Harald Christ, seines Zeichens vermögender Geschäftsmann und Berater der Regierung, hat sich im Gespräch mit dem "Focus" offen für höhere Abgaben für Spitzenverdiener gezeigt.
Der Ruf nach mehr Steuern – ein fatales Signal
"Menschen, die sehr viel verdienen – und dazu gehöre auch ich –, könnten durchaus auch etwas höhere Steuern verkraften", ließ Christ verlauten. Voraussetzung sei allerdings, dass die zusätzlichen Milliarden auch tatsächlich dazu beitrügen, Deutschland wieder wettbewerbsfähiger zu machen. Ein hehrer Wunsch. Doch wer die Realität deutscher Haushaltspolitik kennt, der weiß: Zusätzliche Einnahmen versickern in diesem Land zuverlässiger als Regenwasser im Wüstensand.
Bemerkenswert ist der blinde Fleck in dieser Argumentation. Denn die Wahrheit, die selten ausgesprochen wird, lautet: Die sogenannten Reichen tragen bereits heute die mit Abstand größte Steuerlast dieses Landes. Das oberste Zehntel der Einkommensbezieher schultert mehr als die Hälfte des gesamten Einkommensteueraufkommens. Wer hier immer noch nach höheren Abgaben ruft, der hat entweder die Zahlen nicht studiert – oder er betreibt eine Art moralisches Ablasshandeln auf Kosten der Leistungsträger.
Wir erleben gerade quasi einen Investitionsstreik.
Der Widerspruch, der alles entlarvt
Und genau hier offenbart sich die ganze Absurdität. Im selben Atemzug, in dem Christ höhere Steuern begrüßt, beklagt er einen "Investitionsstreik" der Unternehmen. Viele Firmen, so seine Beobachtung, verfügten über ausreichend Kapital und wären grundsätzlich bereit zu investieren – doch sie warteten auf verlässliche Rahmenbedingungen, auf Klarheit über die Körperschaftssteuer und dringend nötige Reformen. Merkt hier eigentlich noch jemand den Widerspruch? Man kann nicht gleichzeitig die Steuerschraube weiter anziehen und sich über ausbleibende Investitionen wundern.
Bei der Erbschaftsteuer wird es plötzlich ernst
Immerhin: Beim Thema Erbschaftsteuer zeigt Christ ein feineres Gespür. Er warnt eindringlich davor, die deutschen Familienunternehmen – das eigentliche Rückgrat unserer Wirtschaft – zu stark zu belasten. Die Politik müsse verhindern, dass die Steuer "den Ausverkauf des deutschen Mittelstands an ausländische Investoren begünstigt". Ein berechtigter Einwand. Wer den Mittelstand über Generationen aufgebaut hat, soll ihn nicht am Finanzamt vorbei an internationale Heuschrecken verlieren. Gewisse Härtefallausnahmen könne man zwar überprüfen, so Christ – doch der Grundgedanke bleibt richtig.
Deutschland braucht keine höheren Steuern, sondern weniger Verschwendung
Was dieses Land wirklich benötigt, ist keine weitere Belastung der ohnehin geschröpften Leistungsträger. Es braucht endlich einen sparsamen Staat, der mit dem Geld seiner Bürger verantwortungsvoll umgeht. Doch stattdessen häuft die Große Koalition unter Friedrich Merz munter neue Schulden an – jenes 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur wird kommende Generationen auf Jahrzehnte hinaus knechten. Und das ausgerechnet von einem Kanzler, der versprochen hatte, keine neuen Schulden zu machen.
Wer glaubt, man könne ein marodes System durch immer höhere Steuern retten, der irrt gewaltig. Die Botschaft an fleißige Bürger und wagemutige Unternehmer lautet doch längst: Wer sich anstrengt, wird zur Kasse gebeten. Kein Wunder, dass Kapital und kluge Köpfe zunehmend ins Ausland abwandern.
Warum Sachwerte in dieser Gemengelage an Bedeutung gewinnen
In einem Umfeld aus wachsender Schuldenlast, drohender Inflation und politischer Unberechenbarkeit gewinnen physische Edelmetalle wie Gold und Silber ihre zeitlose Bedeutung zurück. Sie kennen keine Körperschaftssteuer-Debatten und keinen Investitionsstreik. Als bewährter Baustein zur Vermögenssicherung und zur Beimischung in ein breit gestreutes Portfolio bieten sie das, was der deutsche Staat seinen Bürgern zunehmend verweigert: einen verlässlichen Wertspeicher jenseits politischer Willkür.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Ebenso handelt es sich hierbei weder um eine Steuer- noch um eine Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und für seine Entscheidungen selbst Verantwortung zu übernehmen. Ziehen Sie bei steuerlichen und rechtlichen Fragen stets einen qualifizierten Berater hinzu.

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