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Kettner Edelmetalle
19.02.2026
20:59 Uhr

Stuttgarter Parteitags-Theater: Merz inszeniert die große CDU-Familienfeier

Es gibt Momente in der Politik, die so sorgfältig choreographiert sind, dass man fast vergessen könnte, wie brüchig die Kulissen dahinter wirklich sind. Der 38. Parteitag der CDU in Stuttgart ist ein solcher Moment. Die Christdemokraten haben sich versammelt, um Einheit zu demonstrieren – und man muss zugeben: Die Inszenierung ist beeindruckend. Alle noch lebenden Parteivorsitzenden auf einer Bühne, von Angela Merkel über Armin Laschet bis Annegret Kramp-Karrenbauer. Dazu der 90-jährige Heinz Riesenhuber, einst Forschungsminister unter Helmut Kohl. Eine Ahnengalerie der Macht, aufgereiht wie Porzellanfiguren in einer Vitrine.

Die Rückkehr der Doppelspitze aus Kanzleramt und Parteivorsitz

Fünf Jahre lang fiel in der CDU der Parteivorsitz nicht mit der Kanzlerschaft zusammen. Fünf Jahre des Suchens, des Streitens, des Scheiterns. Nun steht Friedrich Merz als Bundeskanzler an der Spitze der Partei – und die Erwartungen könnten kaum höher sein. Doch die entscheidende Frage lautet: Kann ein Mann, der jahrelang als Spalter galt, tatsächlich zum großen Versöhner werden?

Die Parteiführung bemüht die altbekannten Formeln. „Maß und Mitte", „Vernunft", „Ausgleich" – Begriffe, die so abgeschliffen sind wie Kieselsteine am Rheinufer. Generalsekretär Carsten Linnemann beschwört die Volkspartei als Zusammenführerin unterschiedlicher Strömungen. Man kennt diese Rhetorik. Sie ist so alt wie die Bundesrepublik selbst.

269 Anträge und die unbequeme Wahrheit

Hinter der polierten Fassade der Geschlossenheit brodelt es gewaltig. Nicht weniger als 269 Anträge liegen dem Parteitag vor – von der Schuldenbremse über die Regulierung sozialer Medien bis hin zur Steuerpolitik und dem drängenden Fachkräftemangel. Das sind keine Petitessen. Das sind die Sollbruchstellen einer Partei, die sich zwar als monolithischer Block präsentieren möchte, in Wahrheit aber von inneren Widersprüchen durchzogen ist wie ein Schweizer Käse.

Besonders pikant: Die Debatte um die Schuldenbremse dürfte manchem Delegierten die Zornesröte ins Gesicht treiben. Schließlich hat Friedrich Merz im Wahlkampf vollmundig versprochen, keine neuen Schulden zu machen. Was folgte, war ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur – ein fiskalischer Kraftakt, der kommende Generationen auf Jahrzehnte hinaus mit Zinszahlungen belasten wird. Von der im Grundgesetz verankerten Klimaneutralität bis 2045 ganz zu schweigen. Wer solche Versprechen bricht, muss sich nicht wundern, wenn das Vertrauen der Basis bröckelt.

Die AfD als unbequemer Spiegel

Der baden-württembergische Spitzenkandidat Manuel Hagel nennt die AfD ein „Fieberthermometer der Gesellschaft" – nicht das Problem selbst, sondern ein Hinweis auf tieferliegende Störungen. Eine bemerkenswert ehrliche Diagnose, die freilich die Frage aufwirft: Was genau hat die CDU in den vergangenen Jahren getan, um diese „tieferliegenden Störungen" zu behandeln? Die Antwort fällt ernüchternd aus.

Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Die Sozialversicherungssysteme ächzen unter dem demographischen Wandel. Der Fachkräftemangel verschärft sich mit jedem Quartal. Und die Kriminalität in Deutschland hat ein Niveau erreicht, das viele Bürger zutiefst verunsichert. Messerangriffe, Gewalttaten, ein allgemeines Gefühl der Unsicherheit – all das sind Symptome einer verfehlten Politik, die über Jahre hinweg die Sorgen der Menschen ignoriert hat.

Wahljahr 2026: Die CDU in der Offensive?

Der Parteitag markiert zugleich den Auftakt in ein Wahljahr, das die CDU als historische Chance begreift. Baden-Württemberg, Kommunalwahlen in Hessen, Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, im Herbst Sachsen-Anhalt – die Partei sieht sich in der Offensive. Manuel Hagel spricht von einer „geschlossenen und entschlossenen" Union und preist die wirtschaftliche Stärke des Südwestens als Modell für die gesamte Republik.

Doch Vorsicht ist geboten. Geschlossenheit auf Parteitagen zu demonstrieren ist das eine. Die realen Probleme der Menschen zu lösen, das andere. Die Bürger dieses Landes haben ein feines Gespür dafür entwickelt, wann ihnen politisches Theater vorgespielt wird – und wann tatsächlich regiert wird. Die CDU täte gut daran, weniger Zeit in die Inszenierung von Einheit zu investieren und mehr in die Lösung jener Probleme, die Deutschland seit Jahren lähmen.

Merz' Bewährungsprobe

Am Ende wird alles auf die Rede des Kanzlers zulaufen. Friedrich Merz muss beweisen, dass er nicht nur führen, sondern auch zusammenführen kann. Dass er die Partei hinter sich hat – und das Land vor sich. Es ist eine Aufgabe, an der schon ganz andere gescheitert sind.

Der Parteitag in Stuttgart ist mehr als ein organisatorisches Treffen. Er ist ein Ritual der Selbstvergewisserung – eine Partei, die sich ihrer Geschichte erinnert, um ihre Zukunft zu behaupten. Ob diese Zukunft allerdings so strahlend ausfällt, wie die Stuttgarter Bühnenbeleuchtung suggeriert, steht auf einem ganz anderen Blatt. Denn die Deutschen erwarten von ihrer Regierung keine schönen Worte mehr. Sie erwarten Taten. Und daran wird sich Friedrich Merz messen lassen müssen – ob er will oder nicht.

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