
Teheran zitiert deutschen Botschafter herbei: Merz' harte Linie gegen Revolutionsgarden provoziert diplomatischen Eklat
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Iran haben einen neuen Tiefpunkt erreicht. Das iranische Außenministerium bestellte am Donnerstag den deutschen Botschafter Axel Dittmann ein – ein Schritt, der in der Diplomatie als scharfer Protest gilt. Der Grund: Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zur möglichen Einstufung der Iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation.
Teheran wirft Berlin „interventionistische" Politik vor
Bei dem Treffen übermittelte der stellvertretende Außenminister Alireza Yousefi dem deutschen Diplomaten den offiziellen Protest der iranischen Regierung. Die Positionen deutscher Offizieller seien „interventionistisch und verantwortungslos", ließ das Ministerium über die staatliche Nachrichtenagentur Irna verlauten. Eine bemerkenswert scharfe Wortwahl, die zeigt, wie angespannt das Verhältnis zwischen beiden Ländern mittlerweile ist.
Im Kern des Konflikts steht die seit langem diskutierte Frage, ob die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) auf europäischer Ebene als Terrororganisation eingestuft werden sollten. Yousefi warnte eindringlich: Eine solche Maßnahme gegen einen Teil der offiziellen Streitkräfte der Islamischen Republik verstoße gegen internationales Recht und verletze die nationale Souveränität Irans. Teheran werde darauf reagieren – eine kaum verhüllte Drohung.
Iran kontert mit historischen Vorwürfen
Doch damit nicht genug. Die iranische Seite holte zum Gegenschlag aus und stellte die Glaubwürdigkeit Deutschlands in Menschenrechtsfragen grundsätzlich infrage. Yousefi verwies auf die deutsche Unterstützung für den Irak während des Krieges gegen Iran in den 1980er Jahren, bei der auch chemische Waffen geliefert worden seien. Berlin habe nie Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen oder Entschädigungen geleistet – ein Vorwurf, der historisch durchaus Substanz hat und Deutschland in eine unangenehme Defensive drängt.
Der stellvertretende Außenminister ging noch weiter und kritisierte die deutsche Haltung gegenüber Israel. Er bezeichnete Berlins Unterstützung als Beihilfe zum „Völkermord an den Palästinensern" – eine Formulierung, die angesichts der aktuellen Eskalation im Nahen Osten besonders brisant wirkt. Kanzler Merz fehle jede moralische Grundlage, um Iran Vorhaltungen zu machen, so Yousefi.
Merz' härtere Gangart zeigt Wirkung
Die Einbestellung des Botschafters verdeutlicht, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz offenbar einen deutlich konfrontativeren Kurs gegenüber dem Mullah-Regime fährt als ihre Vorgänger. Während die Ampel-Koalition trotz aller Lippenbekenntnisse oft zögerlich agierte, scheint die Große Koalition bereit, klarere Kante zu zeigen. Ob dies klug ist oder lediglich die ohnehin angespannte Lage im Nahen Osten weiter anheizt, bleibt abzuwarten.
Botschafter Dittmann sagte zu, die iranischen Positionen nach Berlin zu übermitteln. Eine Stellungnahme des Auswärtigen Amtes lag zunächst nicht vor – ein Schweigen, das Bände spricht. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Deutschland seinen Worten auch Taten folgen lässt oder ob es bei symbolischer Rhetorik bleibt.

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