
Tennis statt Krisenstab: Wie ein Regierender Bürgermeister sich um Kopf und Kragen redet

Es gibt Geschichten, die schreibt das politische Berlin selbst – und sie lesen sich wie eine Satire, die niemand für möglich gehalten hätte. Kai Wegner, Regierender Bürgermeister der Hauptstadt und Spitzenkandidat der CDU, steht mit dem Rücken zur Wand. Am kommenden Freitag ruft die Berliner CDU zur Krisensitzung. Der Anlass? Ein Stromausfall im Berliner Südwesten – und ein Krisenmanagement, das offenbar auf dem Tennisplatz stattfand.
Der Blackout und die Legende vom fleißigen Bürgermeister
Als im Berliner Südwesten die Lichter ausgingen, hätte man von einem Regierenden Bürgermeister eines erwartet: dass er sich an die Spitze der Krisenbewältigung stellt. Wegner tat das – zumindest auf dem Papier. In einem Interview bei Welt TV schilderte er detailfreudig, er habe bereits „um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen“. Von Krisenstäben war die Rede, von Kontakten zu Stromnetz Berlin, von Gesprächen mit der Bundesebene. Ein Bild fleißiger Verantwortungsübernahme.
Nur: Es stimmte nicht. Wenige Tage nach dem Blackout kam heraus, dass Wegner an jenem Tag Tennis spielen war. Zuvor hatte er behauptet, den ganzen Tag durchgearbeitet zu haben. Und nun, durch eine gerichtlich erzwungene Auskunft ans Licht gebracht, verdichtet sich das Bild endgültig: Am Vormittag des Blackout-Tages habe der Regierende Bürgermeister keine einzige dienstliche Telefonate geführt. Das erste dienstliche Gespräch – mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey – habe erst um 12.45 Uhr stattgefunden. Nicht um 8.08 Uhr. Nicht am Morgen. Sondern zur Mittagszeit.
„Kai Wegner hat sich für diese Aufgabe vollständig disqualifiziert.“ – SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach
Wenn selbst der Koalitionspartner die Reißleine zieht
Bemerkenswert ist, dass die schärfste Kritik nicht etwa von der Opposition kommt, sondern aus den eigenen Reihen der Regierungskoalition. Der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach befand, jemand, der die Berliner über sein Krisenmanagement nachweislich getäuscht und mehrfach gelogen habe, sei für das Amt des Regierenden Bürgermeisters schlicht ungeeignet. Deutliche Worte für einen Koalitionspartner – man ahnt, dass das gemeinsame Regieren nur noch ein müder Zweckverbund ist.
Auch aus der eigenen Partei bröckelt der Rückhalt. Der Chef der Berliner Jungen Union, Harald Burkart, forderte Wegner offen zum Rücktritt auf. Wenn die eigene Jugendorganisation die Fahne der Rebellion hisst, dann ist das kein gutes Zeichen für einen Amtsinhaber.
Ein Symptom der politischen Krise
Man mag die Causa Wegner als Berliner Provinzposse abtun. Doch sie steht sinnbildlich für ein größeres Problem: Politiker, die im Zweifel lieber die Wahrheit zurechtbiegen, als Verantwortung zu übernehmen. Die Bürger dieses Landes haben ein feines Gespür dafür, wann sie belogen werden – und ihr Vertrauen in die politische Klasse schwindet ohnehin rapide. Ein Regierender Bürgermeister, der einen Blackout mit dem Tennisschläger in der Hand aussitzt und die Öffentlichkeit anschließend mit erfundenen Uhrzeiten füttert, ist Wasser auf die Mühlen jener, die sagen: Die da oben nehmen uns nicht mehr ernst.
Ob die Krisensitzung am Freitag Wegner rettet oder sein politisches Ende einläutet, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Berliner haben Besseres verdient als Ausreden, wenn im wörtlichen Sinne die Lichter ausgehen. Diese Erkenntnis dürfte längst nicht nur die Meinung unserer Redaktion sein, sondern die eines Großteils der Menschen in diesem Land, die von ihren gewählten Vertretern schlicht erwarten, dass sie ihre Arbeit tun – und ehrlich darüber berichten.
In turbulenten politischen Zeiten wie diesen suchen viele Bürger nach Beständigkeit. Während Politiker kommen und gehen und ihre Versprechen sich als brüchig erweisen, bieten physische Edelmetalle wie Gold und Silber seit jeher einen krisenfesten Anker zur Vermögenssicherung – unabhängig von tagespolitischen Verwerfungen und als sinnvolle Beimischung eines breit gestreuten Portfolios.

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