
Traditionsunternehmen Mocopinus am Ende: 160 Jahre Industriegeschichte versinken im Strudel der Wirtschaftskrise
Es ist ein Bild, das sich in Deutschland mittlerweile mit erschreckender Regelmäßigkeit wiederholt: Ein traditionsreiches Unternehmen, das Generationen überdauert hat, zwei Weltkriege überstand und sich immer wieder neu erfand, kapituliert vor den wirtschaftlichen Realitäten unserer Zeit. Der Holzspezialist Mocopinus aus Ulm – gegründet 1865 als bescheidenes Sägewerk, aufgestiegen zu einem der führenden Industriehobelwerke Europas – schließt nach gescheiterter Investorensuche alle drei deutschen Standorte. Rund 270 Menschen stehen vor dem Nichts.
Vergebliche Rettungsversuche in einem feindlichen Wirtschaftsklima
Die Chronologie des Scheiterns liest sich wie ein Lehrstück über den Niedergang des Industriestandorts Deutschland. Anfang Dezember 2025 meldete Mocopinus Insolvenz an und versuchte sich anschließend an einem Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Geschäftsführung und gerichtlich bestellte Berater durchkämmten den Markt nach einem Investor – vergeblich. Am 5. März 2026 kam dann die bittere Nachricht: Kein Käufer, keine Zukunft, kein Mocopinus mehr.
CEO Ulrich Braig sprach von einem „extrem bitteren Tag" für das Unternehmen und seine Mitarbeiter. Man habe bis zuletzt alles versucht, den Betrieb zu retten. Selbst eine operative Stabilisierung in den vergangenen Wochen habe nicht ausgereicht, um einen Käufer zu überzeugen. Doch wer kann es potenziellen Investoren verdenken? Wer investiert schon gerne in einem Land, dessen Energiekosten explodieren, dessen Bürokratie jede unternehmerische Initiative im Keim erstickt und dessen politische Führung sich lieber mit ideologischen Prestigeprojekten beschäftigt als mit der Sicherung industrieller Arbeitsplätze?
270 Schicksale – und ein Land, das zusieht
Die Beschäftigten erfuhren ihr Schicksal in einer Mitarbeiterversammlung. Am Standort Karlsruhe arbeiten etwa 180 Menschen, in Ammelshain bei Leipzig rund 60 und in der Verwaltung in Ulm etwa 30. Für sie alle heißt es nun: Aufträge abarbeiten, Licht ausmachen, gehen. Die Werke in Karlsruhe und Ammelshain werden bestehende Aufträge in den kommenden Monaten noch geordnet fertigstellen – danach ist endgültig Schluss.
Ein winziger Hoffnungsschimmer bleibt: Die Tochtergesellschaft Lignum-Finish GmbH im Kreis Ravensburg sei von der Stilllegung vorerst nicht betroffen. Für dieses Unternehmen liefen weiterhin Gespräche über eine mögliche Zukunft. Ob daraus tatsächlich etwas wird, steht freilich in den Sternen.
Symptom einer tiefgreifenden Strukturkrise
Der Fall Mocopinus ist kein Einzelfall – er ist ein Symptom. Ob Chemiekonzerne in Leuna, Papierhersteller in Hagen oder Spielwarenketten mit über hundert Filialen: Die Insolvenzwelle rollt durch Deutschland wie ein Tsunami durch ein Küstendorf. Und die Politik? Sie schaut zu, debattiert über Gendersprache und Klimaneutralität bis 2045, während die produktive Basis dieses Landes Stück für Stück wegbricht.
Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz mag auf dem Papier beeindruckend klingen. Doch was nützen Infrastrukturmilliarden, wenn die Unternehmen, die diese Infrastruktur nutzen sollten, längst das Handtuch geworfen haben? Was nützen Sonntagsreden über den Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft, wenn dieses Rückgrat Wirbel für Wirbel bricht?
161 Jahre Unternehmensgeschichte enden nicht einfach so. Sie enden, weil ein ganzes System versagt hat – ein System aus überbordender Regulierung, explodierenden Energiekosten, erdrückender Steuerlast und einer politischen Klasse, die den Kontakt zur wirtschaftlichen Realität offenkundig verloren hat. Mocopinus ist tot. Die Frage ist nur: Wie viele traditionsreiche Unternehmen müssen noch sterben, bevor dieses Land aufwacht?
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