
Trump erhöht H-1B-Visum-Gebühren drastisch: Wirtschaftsverbände klagen im Eilverfahren

Die amerikanische Wirtschaft steht Kopf, und das aus gutem Grund. Präsident Donald Trump hat mit einem Federstrich die Gebühren für das begehrte H-1B-Visum von maximal 5.000 Dollar auf satte 100.000 Dollar angehoben. Eine Maßnahme, die man durchaus als längst überfälligen Schutz amerikanischer Arbeitnehmer betrachten kann – auch wenn die Wirtschaftslobby erwartungsgemäß Sturm läuft.
Berufungsgericht stimmt beschleunigtem Verfahren zu
Am 5. Januar 2026 gab das Berufungsgericht für den District of Columbia dem Antrag der Kläger auf ein beschleunigtes Verfahren statt. Die US-Handelskammer, ein Wirtschaftsverband mit rund 300.000 direkten Mitgliedern, sowie die Association of American Universities, die 69 amerikanische Forschungsuniversitäten vertritt, hatten gegen die Gebührenerhöhung geklagt. Ihr Argument: Die jährliche H-1B-Visa-Lotterie beginnt bereits im März, und bis dahin müsse Klarheit herrschen.
Die Trump-Administration hatte sich dem beschleunigten Zeitplan nicht widersetzt. Mündliche Verhandlungen sollen nun bereits im Februar stattfinden. Die erste Runde der Schriftsätze war bis zum 9. Januar von den Klägern einzureichen.
Was steckt hinter dem H-1B-Programm?
Das H-1B-Visum ermöglicht es amerikanischen Arbeitgebern, ausländische Fachkräfte in sogenannten Spezialberufen vorübergehend zu beschäftigen. Dazu zählen Ingenieurwesen, Mathematik, Architektur, Medizin, Bildung, Recht und Buchhaltung. Die Voraussetzung: mindestens ein Bachelor-Abschluss oder eine gleichwertige Qualifikation in einem direkt relevanten Fachgebiet.
Jährlich werden maximal 65.000 dieser Visa vergeben, zuzüglich weiterer 20.000 für Inhaber fortgeschrittener amerikanischer Hochschulabschlüsse. Was auf dem Papier nach einem durchdachten System klingt, hat sich in der Praxis zu einem Instrument entwickelt, das amerikanische Arbeitnehmer systematisch benachteiligt.
Trumps klare Ansage an die Wirtschaft
In der Proklamation 10973 vom 19. September 2025 machte Trump unmissverständlich klar, worum es ihm geht. Der systematische Missbrauch des H-1B-Programms habe sowohl die wirtschaftliche als auch die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten untergraben. Arbeitgeber hätten das System ausgenutzt, um Löhne künstlich zu drücken und amerikanische Arbeitnehmer durch billigere ausländische Kräfte zu ersetzen.
„Die großflächige Ersetzung amerikanischer Arbeitnehmer durch systematischen Missbrauch des Programms hat sowohl unsere wirtschaftliche als auch unsere nationale Sicherheit untergraben."
Besonders betroffen seien die kritischen MINT-Bereiche – Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik. Genau jene Felder also, in denen Amerika eigentlich seine besten Köpfe fördern und halten sollte.
Kalifornien und 19 weitere Bundesstaaten klagen ebenfalls
Wenig überraschend haben sich auch demokratisch regierte Bundesstaaten gegen die Gebührenerhöhung positioniert. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta bezeichnete die 100.000-Dollar-Gebühr als „unnötige und illegale finanzielle Belastung" für öffentliche Arbeitgeber und Anbieter wichtiger Dienstleistungen. Die Maßnahme verschärfe den Arbeitskräftemangel in Schlüsselsektoren, so seine Argumentation.
Doch ist es wirklich ein Arbeitskräftemangel – oder vielmehr ein Mangel an Bereitschaft, amerikanischen Arbeitnehmern angemessene Löhne zu zahlen? Diese Frage stellt sich unweigerlich, wenn man die Hintergründe des H-1B-Missbrauchs betrachtet.
Weitere Reformen in der Pipeline
Das Heimatschutzministerium kündigte im Dezember 2025 zusätzliche Änderungen am H-1B-Visa-Prozess an. Ab dem 27. Februar 2026 soll ein „gewichtetes Auswahlverfahren" das bisherige Zufallslotteriesystem ersetzen. Künftig sollen höher qualifizierte und besser bezahlte ausländische Fachkräfte bevorzugt werden.
Die US-Einwanderungsbehörde USCIS erklärte in einer Stellungnahme vom 23. Dezember 2025, dass das bisherige Zufallsauswahlverfahren es amerikanischen Arbeitgebern ermöglicht habe, das System auszunutzen, indem sie den Auswahlpool mit geringer qualifizierten ausländischen Arbeitnehmern zu niedrigen Löhnen überschwemmten – zum Nachteil der amerikanischen Arbeitnehmerschaft.
Ein Vorbild für Europa?
Während in den USA endlich Maßnahmen ergriffen werden, um die eigene Arbeitnehmerschaft zu schützen, scheint man in Deutschland und Europa von solchen Überlegungen weit entfernt. Die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz hat zwar vollmundige Versprechen gemacht, doch ob tatsächlich die Interessen deutscher Arbeitnehmer in den Vordergrund gestellt werden, bleibt abzuwarten. Trumps Vorgehen zeigt jedenfalls, dass es möglich ist, wirtschaftliche Interessen und den Schutz der eigenen Bevölkerung in Einklang zu bringen – wenn der politische Wille vorhanden ist.
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