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Kettner Edelmetalle
26.05.2026
05:59 Uhr

Trump lässt iranische Raketenstellungen bombardieren – Showdown um 400 Kilogramm angereichertes Uran

Trump lässt iranische Raketenstellungen bombardieren – Showdown um 400 Kilogramm angereichertes Uran

Während in Hinterzimmern noch verhandelt wird, sprechen vor der iranischen Küste längst wieder die Waffen. Das US-Militär hat am Montag iranische Raketenstellungen im Süden des Landes angegriffen und gleichzeitig Boote in der Straße von Hormus ausgeschaltet, die offenbar damit beschäftigt waren, Seeminen auszubringen. Ein Sprecher des amerikanischen Regionalkommandos Centcom bezeichnete die Schläge als „Angriffe zur Selbstverteidigung im Südiran“, die ausschließlich dem Schutz der eigenen Truppen vor Bedrohungen durch iranische Streitkräfte gedient hätten. Man werde sich verteidigen, ansonsten aber Zurückhaltung üben – so die offizielle Lesart aus Washington.

Das Faustpfand Teherans: 400 Kilogramm hochangereichertes Uran

Der eigentliche Konfliktstoff lagert allerdings nicht in den Wüsten am Persischen Golf, sondern in den unterirdischen Anlagen der Mullahs. Rund 400 Kilogramm hochangereichertes Uran soll der Iran nach aktuellen Schätzungen vorhalten – Material, das sich nach Einschätzung westlicher Geheimdienste mit überschaubarem Aufwand in waffenfähiges Spaltmaterial umwandeln ließe. Genau hier liegt der Knackpunkt der laufenden Verhandlungen: Sowohl die Vereinigten Staaten als auch Israel haben unmissverständlich klargestellt, dass ein iranischer Griff zur Atombombe niemals geduldet werde.

US-Präsident Donald Trump zeigte sich am Montag entschlossen wie selten. Der Iran werde sein angereichertes Uran „entweder unverzüglich“ an die Vereinigten Staaten übergeben, damit es dort vernichtet werden könne – oder die Vernichtung müsse „vor Ort“ beziehungsweise an einem anderen akzeptablen Ort erfolgen. Eine Überwachung durch die Internationale Atomenergiebehörde oder eine vergleichbare Instanz sei Bedingung. Klare Worte, die sich wohltuend von der gewundenen Diplomatie europäischer Spitzenpolitiker abheben, denen man inzwischen kaum mehr zutraut, einen Kindergeburtstag zu organisieren, geschweige denn einen Weltkonflikt zu entschärfen.

Zwischen Dealmaking und Drohkulisse

Typisch Trump: Am Samstag noch verkündete er, ein Abkommen stehe kurz vor der Unterzeichnung, einen Tag später wies er seine Unterhändler an, „keinen übereilten Deal“ abzuschließen. Am Montag dann die nächste Volte – es werde entweder einen „großartigen Deal für alle“ geben oder eben gar keinen. Die unausgesprochene Alternative ist jedem Beobachter klar: eine Rückkehr zu militärischen Schlägen in einer Größenordnung, die das Mullah-Regime ins Mark treffen würde. US-Außenminister Marco Rubio gibt sich derweil moderater und hält ein Abkommen weiterhin für möglich.

Nach Informationen des Portals Axios werde derzeit erwogen, die seit April geltende Waffenruhe um weitere 60 Tage zu verlängern. Im Gegenzug solle die Straße von Hormus dauerhaft für den Schiffsverkehr geöffnet werden, und auch die Sanktionen gegen iranisches Öl stünden zur Disposition. Eine durchaus reizvolle Aussicht für Teheran – sofern die Mullahs bereit sind, ihren atomaren Trumpf aus der Hand zu geben.

Ölpreis als Seismograph der Weltlage

Wie sehr die Energiemärkte an den Lippen der Verhandlungsführer hängen, zeigt ein Blick auf den Rohölpreis. Allein die Hoffnung auf eine Einigung ließ den Preis der Sorte Brent am Montag um sieben Prozent auf 96,30 US-Dollar je Barrel einbrechen. Anfang Mai hatte der Iran amerikanische Schnellboote und Militärschiffe mit Raketen angegriffen, das US-Militär hatte mit Schlägen gegen Festlandsziele reagiert. Die zeitweilige Blockade der Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs fließt, ließ die Notierungen kurzzeitig durch die Decke schießen.

Was Anleger aus dieser Gemengelage lernen sollten

Wer in diesen Tagen ruhig schlafen will, sollte sich vergegenwärtigen, was geopolitische Krisen mit Papierwerten anstellen können. Aktien, Anleihen, Fondsanteile – all das hängt am seidenen Faden von Friedenshoffnungen, Notenbankentscheidungen und politischen Stimmungslagen. Sobald in der Straße von Hormus auch nur ein Schuss zu viel fällt, gerät die gesamte Wertpapierwelt ins Wanken. Physische Edelmetalle hingegen haben in Jahrtausenden bewiesen, dass sie genau in solchen Momenten ihre Stärke ausspielen. Gold und Silber kennen keinen Emittenten, der pleitegehen könnte, und keine Regierung, die per Federstrich ihren Wert auf null setzt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sind sie daher ein bewährter Anker – gerade dann, wenn die Welt einmal mehr beweist, wie zerbrechlich der scheinbar selbstverständliche Wohlstand des Westens ist.

Fazit: Der Westen braucht Stärke, kein Lavieren

Während sich die deutsche Politik in Klima-Sondervermögen, Genderdebatten und ideologischen Nebelkerzen verstrickt, zeigt Washington, wie man Realpolitik buchstabiert: mit einer klaren Sprache, glaubwürdiger Abschreckung und der Bereitschaft, im Zweifel auch zu handeln. Ob Trumps Mischung aus Drohung und Deal-Angebot am Ende den großen Wurf bringt oder die Region erneut ins Chaos stürzt, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. Sicher ist nur eines: Die Zeiten, in denen Berlin glaubte, mit moralischen Belehrungen Weltpolitik gestalten zu können, sind endgültig vorbei.

Hinweis der Redaktion: Der vorliegende Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Sämtliche Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen anzustellen und – sofern erforderlich – einen qualifizierten Anlage-, Steuer- oder Rechtsberater zu konsultieren. Für Anlageentscheidungen trägt jeder Anleger die alleinige Verantwortung. Eine Haftung für Vermögensschäden, die aus der Nutzung der hier veröffentlichten Informationen resultieren, wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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