
Trump-Zölle auf Gold: Futures explodieren auf Rekordhoch – Schweizer Goldhandel unter Druck
Die Goldmärkte erleben derzeit ein regelrechtes Beben. US-Gold-Futures schossen am Freitag auf ein historisches Allzeithoch von 3.534,10 Dollar, nachdem bekannt wurde, dass die Trump-Administration überraschend Zölle auf 1-Kilogramm-Goldbarren verhängt hat. Diese Entwicklung könnte weitreichende Folgen für den globalen Goldhandel haben – und zeigt einmal mehr, wie politische Entscheidungen die Edelmetallmärkte beeinflussen können.
Zollschock trifft Schweizer Goldraffineure
Die Dezember-Futures kletterten um beachtliche 1,4 Prozent auf 3.502,90 Dollar, während sich die Preisdifferenz zwischen New Yorker Futures und Spotpreisen auf über 100 Dollar ausweitete. Ein derartiger Spread ist höchst ungewöhnlich und signalisiert massive Verwerfungen im Markt. Besonders brisant: Die neuen Zollbestimmungen treffen ausgerechnet die Schweiz, das Herzstück der globalen Goldverarbeitung.
Ein Schreiben der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde vom 31. Juli bestätigte, dass sowohl 1-Kilogramm- als auch 100-Unzen-Goldbarren künftig unter einen Zollcode fallen, der mit höheren Abgaben belegt ist. Giovanni Staunovo, Rohstoffanalyst bei der UBS, brachte die Konsequenzen auf den Punkt: Der neue US-Preis entspreche nun dem Schweizer Londoner Preis plus zusätzliche Zölle – eine kostspielige Angelegenheit für Importeure.
Trumps Zollpolitik verschärft globale Handelsspannungen
Die Goldbarren-Zölle sind nur ein weiterer Baustein in Trumps aggressiver Handelspolitik. Wie bereits angekündigt, traten am Donnerstag höhere Zölle auf Importe aus Dutzenden von Ländern in Kraft. Die Schweiz, Brasilien und Indien – allesamt wichtige Handelspartner – suchen nun verzweifelt nach Wegen, bessere Konditionen auszuhandeln. Doch die Chancen stehen schlecht, denn Trump zeigt sich unnachgiebig in seinem Kurs des "America First".
"Diese Änderung tritt nicht in zwei Wochen oder einem Monat in Kraft, also kann man nicht sofort mehr Barren versenden", warnte Staunovo. Die Märkte müssen sich auf eine neue Realität einstellen.
Fed-Zinssenkung als zusätzlicher Preistreiber
Als wäre der Zollschock nicht genug, befeuern auch die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten die Goldpreise. Die schwächeren Beschäftigungszahlen der vergangenen Woche haben die Erwartungen für eine baldige Zinssenkung durch die Federal Reserve massiv verstärkt. Das FedWatch Tool der CME Group zeigt mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von satten 91 Prozent für eine Senkung um 25 Basispunkte im kommenden Monat.
Diese Gemengelage – Handelskrieg plus lockere Geldpolitik – schafft ein perfektes Umfeld für steigende Goldpreise. Während Aktienanleger nervös werden und die Unsicherheit an den Märkten zunimmt, erweist sich das gelbe Metall einmal mehr als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten.
Physisches Gold als Gewinner der Krise
Die aktuellen Entwicklungen unterstreichen die Bedeutung physischen Goldes als Vermögensschutz. Während Papiergold-Produkte und ETFs den Marktturbulenzen ausgeliefert sind, bieten physische Goldbarren und Münzen echte Sicherheit. Die Preisexplosion bei den US-Futures zeigt deutlich: Wer tatsächliches Gold besitzt, profitiert von der steigenden Nachfrage und den künstlich verknappten Importmöglichkeiten.
Besonders pikant ist die Tatsache, dass ausgerechnet die Schweiz als weltweit führender Goldverarbeitungsstandort von den neuen Zöllen betroffen ist. Dies könnte zu einer Umstrukturierung der globalen Goldhandelsströme führen – mit unabsehbaren Folgen für Verfügbarkeit und Preise.
Langfristige Perspektiven für Goldanleger
Die Kombination aus protektionistischer Handelspolitik, drohenden Zinssenkungen und geopolitischen Spannungen schafft ein Umfeld, in dem Gold seine traditionelle Rolle als Krisenwährung voll ausspielen kann. Anleger, die ihr Portfolio mit physischen Edelmetallen diversifiziert haben, dürften sich in ihrer Strategie bestätigt sehen.
Die Rekordhochs bei den Gold-Futures sind möglicherweise erst der Anfang einer längeren Aufwärtsbewegung. Solange die Trump-Administration ihren konfrontativen Handelskurs fortsetzt und die Fed gleichzeitig die Geldschleusen öffnet, spricht vieles für weiter steigende Goldpreise. In diesem Umfeld erweist sich die Beimischung physischer Edelmetalle als kluger Schachzug zur Vermögenssicherung.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss seine Investitionsentscheidungen selbst treffen und trägt die volle Verantwortung für seine Anlageentscheidungen. Wir empfehlen, vor jeder Investition ausreichend zu recherchieren und gegebenenfalls professionellen Rat einzuholen.