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Kettner Edelmetalle
19.06.2026
05:56 Uhr

Trumps „bedingungslose Kapitulation" – wie der US-Präsident den Iran-Konflikt zum Triumph erklärt und Demokraten toben

Es gibt Momente in der Weltpolitik, in denen Worte mehr verraten als jeder unterzeichnete Vertrag. Donald Trump hat einen solchen Moment geliefert. In einem Interview mit dem Portal Axios behauptete der 47. Präsident der Vereinigten Staaten allen Ernstes, er verfüge über grenzenlose Macht – und das mit dem Iran erzielte Abkommen sei nichts Geringeres als die „bedingungslose Kapitulation" Teherans. Ein Satz, der nicht nur seine Gegner auf die Palme bringt, sondern auch zeigt, mit welchem Selbstverständnis dieser Mann das Weiße Haus regiert.

Ein Deal nach dreieinhalb Monaten Eskalation

Was vorausging, war alles andere als ein Spaziergang. Dreieinhalb Monate dauerte der Konflikt, der die Straße von Hormus lahmlegte und die globalen Energiemärkte ins Wanken brachte. Am Donnerstag unterzeichneten die USA und der Iran schließlich ein Abkommen, das ein 60-tägiges Verhandlungsfenster eröffnen soll. Auf dem Papier klingt das nach Frieden. In der Realität bleiben zentrale Fragen offen – jene Details, an denen sich bekanntlich der Teufel zu schaffen macht.

Trump selbst gab sich überzeugt, mit dem Abkommen eine globale Wirtschaftsdepression verhindert zu haben. Die Memorandum-of-Understanding-Vereinbarung sieht eine Wiedereröffnung der strategisch entscheidenden Meerenge sowie einen Rahmen für künftige Nukleargespräche vor. Tatsächlich nahm der Schiffsverkehr durch Hormus bereits wieder Fahrt auf – das Maritime-Intelligence-Unternehmen Windward zählte zwischen dem 17. und 18. Juni mindestens 18 Durchfahrten, der höchste Wert seit Konfliktbeginn.

„Ich habe diese Lektion noch nicht gelernt. Ich weiß, dass es Grenzen gibt, aber es gibt keine Grenzen", soll Trump auf die Frage geantwortet haben, was ihn der Krieg über die Grenzen seiner Macht gelehrt habe.

Wenn der Präsident von „unbegrenzter Macht" spricht

Man muss kein Trump-Kritiker sein, um bei solchen Sätzen kurz innezuhalten. Denn die Vorstellung eines Staatsmannes, der sich selbst keine Grenzen zugesteht, hat in westlichen Demokratien traditionell für Unbehagen gesorgt. Andererseits – und das sei den ewigen Mahnern ins Stammbuch geschrieben – ist es genau jene Entschlossenheit, die in Washington jahrelang schmerzlich vermisst wurde, während man in Berlin lieber über Gendersternchen und Heizungsverbote stritt.

Das Centcom zieht sich zurück

Das US-Zentralkommando teilte mit, sämtliche Blockademaßnahmen gegen den Schiffsverkehr in den iranischen Küstengewässern seien eingestellt worden. „Alle militärischen Blockadebemühungen der USA wurden beendet", hieß es. Gleichwohl blieben Marineeinheiten in der Region, um die Einhaltung des Abkommens zu überwachen. Vizepräsident J.D. Vance sagte unterdessen eine geplante Reise in die Schweiz ab, wo die 60-tägigen Verhandlungen hätten beginnen sollen – angeblich aus logistischen Gründen.

Demokraten in heller Aufregung

Während Trump triumphiert, kochen seine innenpolitischen Gegner vor Wut. Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, sprach von einer „sehr schlechten Verhandlungsleistung" und nannte das Ergebnis „eine der größten amerikanischen Katastrophen". Senator Peter Welch bezifferte die Kriegskosten auf rund 100 Milliarden Dollar und sprach von einem „Fehlschlag", weil weder ein Regimewechsel noch ein Ende des iranischen Raketen- und Nuklearprogramms erreicht worden seien.

Trump konterte in gewohnter Manier: Wer ihn für zu weich halte, sei entweder „eifersüchtig, schlecht oder dumm". Eine Wortwahl, die manchen die Schamesröte ins Gesicht treibt – die aber zugleich offenbart, dass dieser Präsident sich keinen Deut um den feinen Ton der politischen Eliten schert.

Was bedeutet das für den deutschen Anleger?

Für uns Mitteleuropäer ist die entscheidende Frage nicht, wer in Washington das größere Ego pflegt. Entscheidend ist, was geopolitische Eskalationen wie diese mit unseren Vermögen anstellen. Die Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des Welt-Öls fließt, ist ein neuralgischer Punkt der Weltwirtschaft. Jedes Mal, wenn dort die Kanonen donnern, zittern die Energiemärkte – und mit ihnen die ohnehin gebeutelte Kaufkraft der Bürger.

In Zeiten, in denen ein einziges Interview eines US-Präsidenten ganze Märkte ins Wanken bringen kann, zeigt sich der wahre Wert krisenfester Sachwerte. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie sich von politischen Egos, Kriegen und Verhandlungspoker unbeeindruckt zeigen. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio bieten sie genau jene Stabilität, die Papierwerte in turbulenten Zeiten vermissen lassen.

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