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Ukraine-Stratege an die Spitze: Freuding wird oberster Soldat!

Ukraine-Stratege an die Spitze: Freuding wird oberster Soldat!
Symbolbild: KI-generiert

Die Bundeswehr bekommt einen neuen Chef in Uniform. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat am Donnerstag angekündigt, dass Generalleutnant Christian Freuding, derzeit Inspekteur des Heeres und Leiter des Sonderstabs Ukraine, im Februar 2027 Generalinspekteur wird. Amtsinhaber Carsten Breuer wechselt zur Nato nach Brüssel.

Damit steigt der Mann zum höchsten Soldaten der Republik auf, der seit Kriegsbeginn die deutsche Militärhilfe für Kiew koordiniert. Ein Signal, das kaum jemand übersehen kann.

Die Ukraine als Bewerbungsmappe

Pistorius stützt seine Wahl nach eigenen Angaben vor allem auf Freudings Erfahrung bei der Unterstützung der Ukraine. Als Chef des Sonderstabs habe der General die technische Entwicklung des Krieges ausgewertet und daraus Konsequenzen für die eigene Truppe gezogen. Als Beispiel nennt der Minister das erste Drohnenregiment des Heeres.

Bemerkenswert ist das Tempo. Medienberichten zufolge führt Freuding das Heer erst seit gut einem Jahr. Jetzt folgt schon der nächste Sprung nach oben. Wer in Berlin die richtigen Akten auf dem Tisch hatte, macht offenbar schnell Karriere.

„Der Feind wartet nicht“

Der 55-Jährige gilt als Verfechter einer harten Abschreckungslinie gegenüber Russland. Im September formulierte er gegenüber der Landeszeitung für die Lüneburger Heide einen Satz, der seitdem die Runde macht:

„Der Feind wartet nicht auf unsere Fertigmeldung.“

Deutschland müsse, so Freuding damals, einen möglichen Angriff durch glaubwürdige militärische Stärke von vornherein verhindern. Neben technischer Innovation hält er die Weiterbildung der Soldaten für entscheidend, um „an Kampfkraft und an Einsatzwert zu gewinnen“.

Das klingt nach Klartext. Die entscheidende Frage aber bleibt: Wer bezahlt die Rechnung? Seit der Grundgesetzänderung vom März 2025 sind Verteidigungsausgaben oberhalb von einem Prozent der Wirtschaftsleistung von der Schuldenbremse ausgenommen. Kritiker sehen darin einen Blankoscheck auf Pump, der am Ende bei den Steuerzahlern und ihren Kindern landet.

Ein Karrieremann aus dem Ministerium

Freudings Lebenslauf liest sich wie aus dem Lehrbuch des modernen Stabsoffiziers:

  • Generalstabslehrgang in Großbritannien
  • Auslandseinsätze in Bosnien und Afghanistan
  • Adjutant der damaligen Ministerin Ursula von der Leyen (CDU)
  • Leiter des Planungs- und Führungsstabs unter Pistorius

Ein Mann der Front ebenso wie des Ministeriums also. Beobachter werden genau hinsehen, ob er sich als unabhängiger militärischer Berater der Politik versteht – oder vor allem als verlängerter Arm der Hausleitung.

Breuer zieht weiter nach Brüssel

Sein Vorgänger Carsten Breuer, seit März 2023 im Amt, soll in Brüssel den Vorsitz des Nato-Militärausschusses übernehmen. Gewählt wurde er dafür bereits vor rund einem Monat. Bundesweit bekannt wurde Breuer, als er unter der Ampel-Regierung den Corona-Krisenstab des Bundes leitete – ein Kapitel, das viele Bürger bis heute nicht vergessen haben.

Abschreckung ja – aber mit Augenmaß?

Dass die Bundeswehr nach Jahrzehnten des Kaputtsparens wieder einsatzfähig werden muss, bestreitet kaum jemand ernsthaft. Doch mit Freuding setzt Pistorius sichtbar auf einen Mann, dessen Profil untrennbar mit dem Ukraine-Krieg verbunden ist.

Für viele Bürger stellt sich damit eine unbequeme Frage: Rüstet Deutschland zur eigenen Verteidigung auf – oder wird die Truppe immer stärker auf einen Konflikt ausgerichtet, dessen Ende niemand absehen kann? Der neue Generalinspekteur wird diese Frage ab Februar 2027 beantworten müssen. Nicht mit markigen Zitaten, sondern mit Ergebnissen.

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