
UN-GeneralsekretÀr strebt umfassende Notstandsbefugnisse an: Ein Schritt zur globalen Kontrolle?
Gut versteckt im hinteren Teil eines bereits ausverhandelten Zukunftspakts, der auf einem UN-Zukunftsgipfel ab dem 22. September verabschiedet werden soll, findet sich eine brisante Aufforderung an den UN-GeneralsekretĂ€r. Dieser soll das Protokoll fĂŒr den Umgang mit kĂŒnftigen, von ihm auszurufenden globalen NotstĂ€nden ausarbeiten. Koordiniert wurde die Ausarbeitung dieses Pakts von der Bundesregierung, zusammen mit der Regierung Namibias.
MaĂnahme 57: Ein Weckruf
Wer sich durch den langen Text des Pact for the Future kĂ€mpft, stöĂt bei MaĂnahme 57 auf eine Formulierung, die aufhorchen lĂ€sst: âWir werden die internationale Reaktion auf komplexe globale Schocks verstĂ€rken.â Diese Schocks sind Ereignisse, die schwerwiegende Störungen und nachteilige Folgen fĂŒr einen betrĂ€chtlichen Teil der Weltbevölkerung mit sich bringen. Der GeneralsekretĂ€r wird aufgefordert, Protokolle fĂŒr die Einberufung und den Betrieb von Notfallplattformen vorzulegen. Diese sollen flexibel auf verschiedene globale Schocks reagieren können, jedoch keine stĂ€ndige Institution darstellen.
Die Rolle des GeneralsekretÀrs
In einem Policy Brief von MĂ€rz 2023 hat der UN-GeneralsekretĂ€r genauer ausgefĂŒhrt, welche Notstandsrechte er gerne hĂ€tte. Er schlĂ€gt vor, dass die Generalversammlung ihm und dem UN-System eine stĂ€ndige Vollmacht erteilt, um im Falle eines kĂŒnftigen komplexen globalen Schocks automatisch eine Notfallplattform einzuberufen und einzusetzen. Diese Plattform wĂŒrde die Beteiligung aller relevanten Akteure ermöglichen, die einen sinnvollen Beitrag zur globalen Reaktion leisten können, einschlieĂlich des privaten Sektors, der Zivilgesellschaft, Fachexperten und Akademiker.
Koordination und Kontrolle
Der GeneralsekretĂ€r oder diejenigen, die hinter ihm stehen, könnten nach GutdĂŒnken âwillige Regierungenâ, Institutionen und Organisationen auswĂ€hlen, von denen sie annehmen, dass sie ihre Macht im Sinne der UN ausĂŒben. Die beteiligten Regierungen wĂŒrden genötigt, an den Parlamenten vorbei Selbstverpflichtungen einzugehen, fĂŒr deren Einhaltung sie Rechenschaft ablegen mĂŒssen. Regierungen mit wenig Geld könnten unter Druck gesetzt werden, indem die Internationalen Finanzorganisationen ihre UnterstĂŒtzung von einer konstruktiven Haltung gegenĂŒber den Empfehlungen der Notstandsplattform abhĂ€ngig machen.
Corona-Krise als Vorbild
Wer bei diesen PlĂ€nen an den Umgang mit der Corona-Krise denkt, liegt nicht falsch. Corona wird als Musterbeispiel eines komplexen globalen Schocks angefĂŒhrt. Die Lehre daraus sei, dass die globale Reaktion auf COVID-19 nicht ausreichend koordiniert war. Dabei war doch viel auffĂ€lliger, wie weltweit abgestimmt und koordiniert die Kommunikation der Regierenden in Sachen Covid war. Dieses Koordinationsmodell, das in der Corona-Krise so gut funktionierte, soll nun formalisiert und auf alle möglichen anderen Krisen angewendet werden.
Eine bedenkliche Entwicklung
Auf kaltem Weg soll die UN zu einer Art Weltregierung ausgebaut werden, die zwar formal nur Empfehlungen aussprechen kann, welche aber durch alle möglichen Formen des Drucks immer mehr zu Befehlen werden. Das ist umso bedenklicher, als die UN durch systematisches Aushungern abhĂ€ngig gemacht wurde von Spenden der groĂen Konzerne und freiwilligen Leistungen der groĂen Mitgliedstaaten. Eine solche Entwicklung könnte die SouverĂ€nitĂ€t der Nationalstaaten weiter untergraben und die Macht in die HĂ€nde weniger Akteure legen.
Es bleibt abzuwarten, wie die internationale Gemeinschaft auf diese PlĂ€ne reagieren wird. Eines ist jedoch sicher: Die Diskussion um globale Notstandsbefugnisse und die Rolle der UN in kĂŒnftigen Krisen wird weiter an Brisanz gewinnen.
FĂŒnf Pakete fĂŒr Ihre finanzielleSelbstverteidigung.
Sechs GĂ€ste, fĂŒnf Pakete: zu jedem groĂen Thema des Abends eine Antwort in Gold und Silber, von Dominik Kettner zusammengestellt.
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