
Verrat im Pentagon? Hegseth feuert Top-Strategen wegen Iran-Lecks

Paukenschlag in Washington: US-Kriegsminister Pete Hegseth hat Generalleutnant Brett Sylvia, den obersten militĂ€rischen Planer im Generalstab, mit sofortiger Wirkung entlassen. Ein Pentagon-Sprecher bestĂ€tigte den Schritt am spĂ€ten Mittwoch. Der Vorwurf wiegt schwer: Der General soll geheime Informationen ĂŒber den Iran-Krieg und den Ukraine-Krieg an die Presse durchgestochen haben.
Der Zeitpunkt könnte brisanter kaum sein. Medienberichten zufolge spielt die Trump-Regierung gerade Optionen fĂŒr eine neue, verschĂ€rfte Angriffswelle gegen den Iran durch. Sie könnte nach den Zwischenwahlen kommen.
Drei LĂŒgendetektortests, drei Mal durchgefallen
Sylvia leitete knapp elf Monate lang die Direktion fĂŒr Strategie, PlĂ€ne und Politik, intern âJ5â genannt. Diese Abteilung berĂ€t den Generalstabschef Dan Caine bei der langfristigen Planung. Zuvor kommandierte Sylvia die legendĂ€re 101. Luftlandedivision.
Was genau ihm vorgeworfen wird, haben US-Medien unter Berufung auf einen anonymen Regierungsvertreter berichtet. Demnach habe Sylvia drei Polygraphentests zu möglichen Weitergaben an Journalisten nicht bestanden. Der Fall liege inzwischen beim Justizministerium. Weil Reporter das Pentagon nur noch in Begleitung betreten dĂŒrfen, habe sich der General angeblich auĂerhalb des GebĂ€udes mit ihnen getroffen.
Das AusmaĂ der Lecks sei so gravierend gewesen, dass Hegseth sofort habe handeln mĂŒssen, heiĂt es aus dem Ministerium. Wörtlich:
âUrgent action was needed and could not wait another second.â
Wichtig fĂŒr die Einordnung: Sylvia selbst hat sich bislang nicht geĂ€uĂert. Bis zum Ende der Ermittlungen gilt die Unschuldsvermutung. LĂŒgendetektortests sind unter Fachleuten zudem seit Jahrzehnten umstritten.
SĂ€uberung oder ĂŒberfĂ€lliges AufrĂ€umen?
FĂŒr Kritiker ist der Fall Teil einer regelrechten âSĂ€uberungâ. Seit Trumps Amtsantritt hat Hegseth rund zwei Dutzend hochrangige Offiziere und zivile Spitzenbeamte aus ihren Positionen gedrĂ€ngt. Auch Sylvias VorgĂ€nger, Generalleutnant Joseph McGee, musste den J5-Posten rĂ€umen. Das ist der zweite Wechsel auf diesem SchlĂŒsselposten innerhalb von rund einem Jahr.
Hegseths Verteidiger sehen die Sache anders. Die GeneralsrĂ€nge seien aufgeblĂ€ht und voller Doppelstrukturen. Ein Apparat, der Interna offenbar schneller an die Presse gibt als an die eigene FĂŒhrung, brauche eine harte Hand.
Ein Ministerium im Belagerungszustand
Laut Reuters jagt Hegseth seit Monaten mutmaĂliche Informanten. Dazu gehören eine eigene Taskforce und reihenweise LĂŒgendetektortests bei Spitzenbeamten. Journalisten, die seine neuen Medienregeln nicht unterschreiben wollten, verloren ihre Akkreditierung. PrĂ€sident Trump erklĂ€rte vor Reportern, man suche intensiv nach den Leakern. Den General hielt er dabei offenbar fĂŒr eine Frau.
Ein unpopulÀrer Krieg und unbequeme Wahrheiten
Hinter dem Personalbeben steht ein Konflikt, der fĂŒr Washington zunehmend zur Belastung wird. Der Iran-Krieg lĂ€uft Berichten zufolge inzwischen im neunten Monat und ist in der Bevölkerung unpopulĂ€r. Medien haben wiederholt dokumentiert, dass iranische VergeltungsschlĂ€ge mindestens ein Dutzend US-StĂŒtzpunkte am Golf und im Nahen Osten praktisch unbewohnbar gemacht haben sollen. Im WeiĂen Haus kam diese Berichterstattung offenbar schlecht an.
Ein Vertreter des Ministeriums betont, Sylvia sei kein zentraler Planer des Iran-Kriegs gewesen. DafĂŒr seien das Regionalkommando CENTCOM und dessen Befehlshaber Admiral Cooper zustĂ€ndig. Der Generalstab selbst gab sich auffallend verbindlich: Man danke Sylvia und seiner Familie fĂŒr 32 Jahre herausragenden Dienst. Einen Nachfolger gibt es bislang nicht.
Was das fĂŒr Anleger bedeutet
Ein Pentagon, das mitten in der Planung neuer Angriffe seine Strategieabteilung austauscht, ist kein Bild der StabilitĂ€t. Sollte der Konflikt am Golf wieder eskalieren, drohen Turbulenzen beim Ălpreis und an den Börsen. FĂŒr Sparer zeigt sich einmal mehr, warum physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio ihren Platz haben. Sie hĂ€ngen weder von GeneralstĂ€ben noch von Wahlkampfkalendern ab.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte eigenstĂ€ndig recherchieren und ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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