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"Verräterischer Abschaum": Trump attackiert Medien im Iran-Krieg

"Verräterischer Abschaum": Trump attackiert Medien im Iran-Krieg
Symbolbild: KI-generiert

US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social einen Frontalangriff gegen die amerikanische Presse gestartet. Der Vorwurf: Berichte über schwindende Raketen- und Abfangvorräte im Iran-Krieg seien schlicht falsch. Die Verfasser bezeichnete er als "verräterischen Abschaum".

Die USA verfügten über "praktisch unbegrenzte Mengen" an Munition mittlerer und hoher Qualität, schrieb Trump. Zugleich räumte er ein, man verkaufe derzeit nichts davon an andere, sondern produziere und lagere auf einem "nie dagewesenen" Niveau.

Ein Widerspruch, der Fragen aufwirft

Wer unbegrenzt hat, muss nicht horten. Genau an diesem Punkt hakt die Kritik ein – während Europa fieberhaft nach Wegen sucht, weitere Patriot-Systeme in die Ukraine zu bringen. Präsident Selenskyj setzt seine Verteidigung praktisch auf amerikanische Abfangraketen.

Trump machte erneut die Vorgängerregierung unter Joe Biden verantwortlich: Diese habe "Hunderte Milliarden Dollar" an die Ukraine und die NATO verteilt – kostenlos.

Was Berichte und Analysen nahelegen

Medienberichten zufolge sprachen ein US-Verteidigungsvertreter in Europa und ein NATO-Vertreter gegenüber der Nachrichtenagentur AP von einem "jenseits von kritisch" liegenden Mangel an modernen Abfangraketen in Europa. Der Pentagon-Sprecher wies Berichte über Munitionsengpässe als falsch zurück; man habe alles, was für Schläge zum gewünschten Zeitpunkt nötig sei.

Die Washingtoner Denkfabrik CSIS schätzt laut Berichten, dass der Iran-Krieg rund 65 Prozent der amerikanischen Patriot-Bestände verschlungen habe – etwa 1.500 von rund 2.330 Abfangraketen. Ein Patriot-Flugkörper kostet rund vier Millionen Dollar, eine iranische Angriffsdrohne des Typs Shahed-136 Berichten zufolge etwa 50.000 Dollar. Ökonomisch ist das ein Tauschgeschäft, das kein Rüstungsbudget der Welt lange durchhält.

Nicht ohne Grund weitete die US-Armee einen Einjahresvertrag mit Lockheed Martin nach eigenen Angaben auf sieben Jahre und ein Volumen von 58 Milliarden Dollar aus.

"Bester VerbĂĽndeter des Iran"

Auch Finanzminister Scott Bessent teilte aus. Beim G20-Treffen in Asheville warf er den Medien vor, sie druckten die LĂĽgen Teherans ungeprĂĽft nach.

"Einer der besten Verbündeten, die der Iran hat, sind die Medien, weil die Medien sofort alle Lügen veröffentlichen, die sie erzählen."

Jeder im Saal und jede Redaktion solle sich schämen, ergänzte Bessent sinngemäß. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte in den vergangenen Monaten ähnlich argumentiert und ebenfalls den Begriff Verrat bemüht.

Aus vier Wochen wurden sechs Monate

Der Krieg hat diese Woche die Sechs-Monats-Marke überschritten. Ursprünglich hatten Vertreter des Weißen Hauses die Amerikaner darauf eingestimmt, es handle sich um eine Operation von vier bis sechs Wochen. Auf Nachfragen zu knappen Präzisionswaffen verwies Trump am Montag im Oval Office darauf, man könne immer auf "ältere Sachen" zurückgreifen.

Für Europa ist das mehr als eine amerikanische Innenpolitik-Posse. Beobachter sehen die Abhängigkeit des Kontinents von US-Beständen schonungslos offengelegt – während Berlin Milliarden in Sondervermögen umschichtet, aber die industrielle Basis dünn bleibt.

Was das fĂĽr Anleger bedeutet

Die Märkte reagieren nüchtern auf laute Worte: Der Ölpreis erreichte Berichten zufolge Sechs-Wochen-Hochs, Gold notierte zuletzt oberhalb von 4.300 US-Dollar je Unze. In Zeiten, in denen Regierungen und Medien über die Faktenlage streiten, bleibt physisches Edelmetall ein Wertspeicher, der keine Pressemitteilung braucht – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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