
Von der Leyen warnt vor Atomausstieg – nachdem Deutschland seine Meiler bereits gesprengt hat
Es gibt politische Wendungen, die so grotesk anmuten, dass selbst der begabteste Satiriker sie nicht hätte erfinden können. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat in einem Alarmbrief an die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer eindringlich davor gewarnt, bestehende Kernkraftwerke stillzulegen. Man reibt sich die Augen. Denn dieselbe Ursula von der Leyen saß 2011 als Bundesministerin im Kabinett von Angela Merkel und trug den schwarz-gelben Beschluss zum deutschen Atomausstieg mit – jene Entscheidung, die sie nun selbst als „strategischen Fehler" bezeichnet.
Ein Brief, der es in sich hat
In ihrem Schreiben, das über Table.Media an die Öffentlichkeit gelangte, warnt die CDU-Politikerin vor „den schwerwiegenden geopolitischen und geoökonomischen Auswirkungen" der Krise im Nahen Osten. Die dringlichste Angelegenheit sei die Energieversorgung, insbesondere bei Öl und Gas. Zusammen mit der Kernenergie würden mittlerweile mehr als 70 Prozent des europäischen Stroms aus kohlenstoffarmen Quellen erzeugt. Dennoch seien einige Sektoren – vor allem der Verkehr – nach wie vor stark von importierten fossilen Brennstoffen abhängig.
Besonders brisant ist ein Passus, der sich wie eine direkte Ohrfeige für die deutsche Energiepolitik liest: „Auch die Vermeidung einer vorzeitigen Stilllegung von Anlagen wie bestehenden Kernkraftwerken, die weiterhin zuverlässigen, kostengünstigen und emissionsarmen Strom liefern können, kann eine Rolle spielen." Kostengünstig. Zuverlässig. Emissionsarm. Drei Adjektive, die man in der deutschen Energiedebatte jahrelang nicht in einem Satz mit dem Wort „Kernkraft" verwenden durfte, ohne als rückständiger Ewiggestriger gebrandmarkt zu werden.
Deutschland als abschreckendes Beispiel
Die Ironie könnte kaum bitterer sein. Während von der Leyen in Brüssel die europäischen Regierungen beschwört, ihre Atommeiler am Netz zu lassen, hat Deutschland seine letzten drei Kernkraftwerke im April 2023 abgeschaltet – und die Kühltürme teilweise bereits medienwirksam gesprengt. Milliarden an Investitionen, Jahrzehnte an technologischem Know-how, eine ganze Ingenieursgeneration – alles dem ideologischen Zeitgeist geopfert. Und nun steht die Bundesrepublik da: mit den höchsten Strompreisen Europas, einer deindustrialisierten Wirtschaft und der demütigenden Erkenntnis, dass man teuren Atomstrom aus Frankreich importieren muss, den man selbst hätte produzieren können.
Von der Leyen fordert in ihrem Brief „schnell die nächsten Schritte", um den Strompreis dauerhaft zu senken. Sie spricht von Maßnahmen, die „die strukturellen Ursachen der hohen Energiepreise angreifen" sollen. Strukturelle Ursachen – das ist die diplomatische Umschreibung für das, was kritische Beobachter seit Jahren anprangern: eine Energiewende, die auf dem Papier wunderbar grün aussieht, in der Realität aber Wohlstand vernichtet und Arbeitsplätze ins Ausland treibt.
Die pronukleare Wende in Europa
Was von der Leyens Brief besonders deutlich macht: Deutschland steht mit seiner antinuklearen Ideologie in Europa längst isoliert da. Die pronuklearen Staaten unter französischer Führung bilden inzwischen die Mehrheit in der EU. Mehrere Länder planen sogar den Bau neuer Kernkraftwerke. Die vermeintliche Vorreiterrolle, die Deutschland mit seiner Energiewende einnehmen wollte, hat sich in eine Rolle als warnendes Beispiel verwandelt – als Blaupause dafür, wie man es nicht machen sollte.
Selbst das linkssozialistisch regierte Spanien, das als letztes EU-Land noch einen Atomausstieg verfolgte, diskutiert seit dem verheerenden Blackout im April 2025 über eine Kehrtwende. Alle anderen europäischen Länder, die nach deutschem Vorbild aus der Kernenergie aussteigen wollten, haben sich längst von dieser Idee verabschiedet. Man könnte fast meinen, die Gesetze der Physik und der Ökonomie gelten auch dann, wenn man sie ideologisch nicht wahrhaben will.
Die unbequeme Frage der Verantwortung
Was bleibt, ist die Frage nach der politischen Verantwortung. Von der Leyen hat den Atomausstieg 2011 mitgetragen. Sie hat in Angela Merkels Kabinett gesessen, als die Entscheidung fiel, funktionierende Kraftwerke abzuschalten, die noch Jahrzehnte hätten laufen können. Nun, da sie auf dem Brüsseler Thron sitzt und die Konsequenzen dieser Politik in Form explodierender Energiepreise und schwindender Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr ignorieren kann, vollzieht sie eine bemerkenswerte Kehrtwende. Doch eine Entschuldigung? Ein Eingeständnis persönlicher Mitschuld? Fehlanzeige.
Stattdessen gibt es einen „Alarmbrief". Diplomatisch formuliert, versteht sich. Denn in der Welt der EU-Politik werden selbst die größten Fehler nicht als solche benannt, sondern in Empfehlungen für die Zukunft umgemünzt. Man warnt vor der „vorzeitigen Stilllegung" – als sei der deutsche Atomausstieg ein bedauerlicher Unfall gewesen und nicht eine bewusste politische Entscheidung, die von einer breiten Koalition aus CDU, SPD, Grünen und weiten Teilen der Medienlandschaft getragen wurde.
Für den deutschen Bürger, der jeden Monat seine Stromrechnung bezahlt und zusehen muss, wie energieintensive Unternehmen das Land verlassen, dürfte von der Leyens später Sinneswandel ein schwacher Trost sein. Die Kühltürme sind gesprengt, das Know-how wandert ab, und die Fachkräfte, die einst deutsche Kernkraftwerke betrieben, haben sich längst umorientiert. Ein Zurück wird, wenn überhaupt, Jahrzehnte dauern und Milliarden kosten. Die Rechnung für diesen „strategischen Fehler" – um von der Leyens eigene Worte zu verwenden – zahlt wie immer der Steuerzahler.
In Zeiten geopolitischer Unsicherheit, steigender Energiepreise und einer zunehmend fragilen Versorgungslage zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, Vermögenswerte zu besitzen, die nicht von politischen Fehlentscheidungen entwertet werden können. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfester Wertspeicher bewährt – unabhängig davon, welche energiepolitischen Experimente Regierungen gerade durchführen.

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