
Wadephul auf Asien-Mission: Deutschlands verzweifelter Griff nach neuen Partnern

Während die deutsche Wirtschaft weiterhin unter den Folgen jahrelanger politischer Fehlentscheidungen ächzt, macht sich Außenminister Johann Wadephul (CDU) auf den Weg in die Indopazifik-Region. Die Botschaft ist klar: Deutschland braucht dringend neue Verbündete und Handelspartner, um die selbstverschuldeten Abhängigkeiten der Vergangenheit zu korrigieren.
Die strategische Bedeutung des Indopazifiks
Der Außenminister betonte vor seiner Abreise am Sonntag die herausragende Bedeutung der Region für Deutschland und Europa. Die wirtschaftliche Dynamik und Innovationskraft dieser Zukunftsregion sei bis nach Berlin und Brüssel spürbar, so Wadephul. Doch hinter den diplomatischen Floskeln verbirgt sich eine unbequeme Wahrheit: Deutschland hat es versäumt, rechtzeitig seine Wirtschaftsbeziehungen zu diversifizieren und steht nun unter erheblichem Zugzwang.
Die Reise führt den CDU-Minister nach Singapur, Neuseeland, Tonga, Australien und Brunei – fünf Länder, die laut Wadephul das Interesse an einer stabilen internationalen Ordnung und den Einsatz für Multilateralismus teilen würden. Man trete gemeinsam ein für klare Regeln im internationalen Miteinander, wenn dieses unter Druck gerate.
Rohstoffsicherung als Kernziel
Besonders aufschlussreich sind Wadephuls Ausführungen zur Rohstoffbeschaffung. Der Indopazifik sei eine Region mit wichtigen Partnern, wenn es darum gehe, sich bei strategisch wichtigen Rohstoffen breiter aufzustellen und Abhängigkeiten in kritischen Bereichen zu reduzieren. Diese Worte klingen wie ein spätes Eingeständnis dessen, was konservative Stimmen seit Jahren mahnen: Die einseitige Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten, insbesondere China, war ein strategischer Fehler ersten Ranges.
„Für eine große exportierende Volkswirtschaft wie die deutsche ist dies von herausragender Bedeutung", erklärte der Außenminister.
Geopolitische Spannungen als Treiber
Die Entwicklungen in der Straße von Taiwan und im Südchinesischen Meer haben weltweite Auswirkungen, wie Wadephul richtig feststellt. Im Indopazifik entscheide sich ganz maßgeblich, wie sicher die Freiheit der Seewege, globaler Lieferketten und damit die weltweite Wirtschaftsentwicklung bleibe. Diese Erkenntnis kommt spät, aber immerhin nicht zu spät.
Ein überfälliger Kurswechsel
Die neue Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz scheint zumindest in der Außenpolitik einen pragmatischeren Kurs einzuschlagen als ihre Vorgänger. Der Ausbau von Wirtschaftsbeziehungen, die auf freiem Handel, Wettbewerb und Fairness basieren, liegt im wechselseitigen Interesse – sowohl Deutschlands als auch der aufstrebenden Partner im ASEAN-Raum.
Ob diese diplomatische Offensive tatsächlich Früchte tragen wird, bleibt abzuwarten. Die Konkurrenz um Einfluss in der Region ist groß, und Deutschland hat durch die ideologiegetriebene Politik der Ampel-Jahre wertvolle Zeit verloren. Es bleibt zu hoffen, dass die neue Regierung die Zeichen der Zeit erkannt hat und Deutschland wieder als verlässlichen Wirtschaftspartner positionieren kann – bevor andere Nationen die strategisch wichtigen Partnerschaften für sich beanspruchen.












