
Während Deutschland abschaltet, baut Holland auf: Staatsbetrieb soll vier Kernkraftwerke errichten
Es gibt Momente, in denen der Blick über die Landesgrenze geradezu schmerzhaft ist. Während Deutschland seine letzten Kernkraftwerke im April 2023 vom Netz nahm und sich damit weltweit zum energiepolitischen Sonderling machte, gehen die Niederlande nun den exakt entgegengesetzten Weg – und zwar mit einer Entschlossenheit, die man sich hierzulande kaum noch vorstellen kann.
NEO NL: Ein Staatsbetrieb mit klarer Mission
Die niederländische Regierung hat einen eigenen Staatsbetrieb namens NEO NL gegründet, dessen einziger Daseinszweck der Bau und spätere Betrieb neuer Kernkraftwerke ist. Zunächst sollen zwei Reaktoren entstehen, langfristig plant Den Haag sogar vier. Die geschätzten Kosten für die ersten beiden Anlagen bewegen sich zwischen 20 und 30 Milliarden Euro – eine gewaltige Summe, die aber zeigt, wie ernst es den Niederländern mit ihrer energiepolitischen Kehrtwende ist.
NEO NL entstand ursprünglich als Abteilung innerhalb des Ministeriums für Klima und Grünes Wachstum, steht mittlerweile jedoch als eigenständige Organisation auf eigenen Beinen. Das Ministerium bleibt alleiniger Eigentümer, der Staat behält also die volle Kontrolle. Bereits rund 100 Mitarbeiter arbeiten für den neuen Betrieb, und das Team soll kontinuierlich wachsen. Ein konkreter Standort für die ersten beiden Reaktoren stehe zwar noch nicht fest, eine vorläufige Entscheidung sei jedoch für 2026 angekündigt. Frühestens in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre könnten die ersten Anlagen ans Netz gehen.
Versorgungssicherheit statt ideologischer Träumerei
Was die niederländische Strategie so bemerkenswert macht, ist ihre nüchterne Pragmatik. Die frühere Klimaministerin Sophie Hermans habe den Kurs mit der Versorgungssicherheit begründet. Kernkraftwerke in den Niederlanden würden zu einer stabilen und zukunftsfähigen Energieversorgung beitragen, wodurch das Land weniger abhängig vom Ausland werde. Genau diese geringere Abhängigkeit sei ein Kernmotiv der Strategie, weil Energieimporte politisch und wirtschaftlich immer stärker ins Gewicht fielen.
Im Koalitionsvertrag der neuen Regierung in Den Haag steht klipp und klar: Mindestens vier Kernkraftwerke sollen gebaut werden. Neben klassischen Großreaktoren mit über 1.000 Megawatt Leistung kommen auch kleinere modulare Reaktoren – sogenannte SMR – in Betracht. Diese leisten zwar nur rund 300 Megawatt und existieren bislang überwiegend in experimenteller Form, doch sie könnten eine flexible Ergänzung darstellen.
Ein europäischer Trend, an dem Deutschland nicht teilnimmt
Die Niederlande stehen mit ihrem Kurswechsel keineswegs allein. Schweden hat milliardenschwere Programme für neue Kernkraftwerke aufgelegt, Frankreich kürzt seine Zielwerte für Wind- und Solarenergie zugunsten des Atomausbaus, und selbst Dänemark – das seit 1985 ein Atomkraftverbot hat – prüft mittlerweile offiziell den Einsatz von Mini-Reaktoren. Sogar EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen soll den deutschen Atomausstieg jüngst als „strategischen Fehler" bezeichnet haben.
Und Deutschland? Hier diskutiert man lieber über Windräder, die bei Flaute stillstehen, und Solarpanels, die nachts keinen Strom liefern. Während unsere Nachbarn die physikalischen Realitäten der Energieversorgung anerkennen und entsprechend handeln, klammert sich die deutsche Politik an eine Ideologie, die das Land industriell auszubluten droht. Die Strompreise in Deutschland gehören zu den höchsten weltweit, Unternehmen wandern ab, und 1.700 Firmen haben erst kürzlich in einem dramatischen Appell vor dem aktuellen Energiekurs gewarnt.
Der niederländische Staatsbetrieb NEO NL markiert einen Wendepunkt – nicht nur für die Niederlande, sondern als Signal für ganz Europa. Es ist ein Signal, das in Berlin offenbar niemand hören will. Denn während unsere Nachbarn in die Zukunft investieren, zehrt Deutschland von der Substanz einer Infrastruktur, die einst Weltklasse war. Wie lange sich ein Industrieland diesen energiepolitischen Geisterfahrerkurs noch leisten kann, dürfte eine der drängendsten Fragen der kommenden Jahre sein. Die Antwort könnte bitter ausfallen.

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