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Kettner Edelmetalle
01.02.2026
16:14 Uhr

Wasserstoff-Träume aus der Wüste: Wie Deutschland seine Energiezukunft an Saudi-Arabien verkauft

Während die deutsche Industrie händeringend nach klimaneutralem Wasserstoff sucht, pilgert Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche nach Riad, um dort Vereinbarungen mit dem saudischen Königshaus zu unterzeichnen. Was auf den ersten Blick wie ein energiepolitischer Durchbruch erscheint, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als weiteres Kapitel einer fragwürdigen Abhängigkeitspolitik.

Von einer Abhängigkeit in die nächste

Die Ironie der Geschichte könnte kaum größer sein: Nachdem Deutschland sich mit der überstürzten Energiewende aus der Abhängigkeit von russischem Gas befreien wollte, begibt man sich nun sehenden Auges in die Arme eines autokratischen Wüstenstaates. Saudi-Arabien, das Land der Menschenrechtsverletzungen und der Journalistenmorde, soll nun zum Garanten der deutschen Klimaneutralität werden. Man fragt sich unwillkürlich, ob in Berlin noch irgendjemand die Zusammenhänge erkennt.

Die am Sonntag unterzeichneten Absichtserklärungen zwischen deutschen Unternehmen wie EnBW, Siemens Energy und Linde mit dem saudischen Staatskonzern ACWA Power klingen zunächst vielversprechend. Ein sogenannter Cracker soll im Hafen von Rostock entstehen, der aus Saudi-Arabien importiertes Ammoniak in Wasserstoff umwandeln soll. Doch wie so oft bei den großspurigen Ankündigungen der deutschen Energiepolitik steckt der Teufel im Detail.

Die Nationale Wasserstoffstrategie: Ein Luftschloss?

Die Bundesregierung hat sich in ihrer Nationalen Wasserstoffstrategie ambitionierte Ziele gesetzt, die mittlerweile in weiter Ferne liegen. Der Aufbau einer heimischen Produktion von grünem Wasserstoff stockt gewaltig, weshalb man nun verstärkt auf Importe setzt. Doch genau hier offenbart sich das fundamentale Problem dieser Strategie: Deutschland macht sich erneut abhängig von ausländischen Energielieferanten, anstatt die eigene Energieversorgung auf solide Füße zu stellen.

„Solche internationalen Partnerschaften sind entscheidend, um die Transformation des Energiesystems bezahlbar zu gestalten", verkündete EnBW-Chef Georg Stamatelopoulos.

Was der Manager dabei verschweigt: Die Kosten für den Transport von Wasserstoff über Tausende von Kilometern, die Umwandlung in Ammoniak und zurück, sowie der Aufbau der erforderlichen Infrastruktur werden die Energiepreise für deutsche Verbraucher und Unternehmen weiter in die Höhe treiben. Von einer bezahlbaren Transformation kann keine Rede sein.

Saudi-Arabiens Megaprojekte: Eine Warnung

Besonders bedenklich stimmt der Blick auf Saudi-Arabiens bisherige Erfolgsbilanz bei Großprojekten. Die futuristische Wüstenstadt „The Line", einst als revolutionäres Stadtkonzept angekündigt, wird entweder gar nicht oder nur in stark verkleinertem Umfang realisiert. Die Asiatischen Winterspiele 2029 wurden kurzerhand abgesagt. Zahlreiche weitere Megaprojekte des ambitionierten „Neom"-Programms wurden gestrichen oder auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der saudische Staatsfonds PIF, der diese Projekte finanziert, steht nach einem Jahrzehnt massiver Ausgaben unter erheblichem Druck, endlich Renditen zu erzielen. Die Neuorientierung hin zu Datenzentren und Künstlicher Intelligenz zeigt deutlich, dass die Wasserstoffpläne möglicherweise nicht die höchste Priorität genießen. Deutsche Unternehmen, die auf langfristige Lieferverträge hoffen, könnten am Ende mit leeren Händen dastehen.

Die Kostenfalle für deutsche Unternehmen

Hinzu kommt eine weitere Hürde, die deutsche Firmen zu spüren bekommen: Saudi-Arabien verlangt von Unternehmen, die staatliche Aufträge erhalten wollen, die Einrichtung eines regionalen Hauptquartiers im Königreich. Ohne dieses gibt es grundsätzlich keine Staatsaufträge. Experten warnen bereits vor einer Kostenfalle, bei der Unternehmen erhebliche Summen investieren, ohne jemals einen Zuschlag zu erhalten.

Die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet

Während Ministerin Reiche in Riad Hände schüttelt und Absichtserklärungen unterzeichnet, bleibt die eigentliche Frage unbeantwortet: Warum investiert Deutschland nicht stärker in die heimische Wasserstoffproduktion? Warum werden nicht die Rahmenbedingungen geschaffen, damit deutsche Unternehmen wettbewerbsfähig Wasserstoff produzieren können? Stattdessen setzt man auf teure Importe aus einem Land, dessen politische Stabilität und Zuverlässigkeit alles andere als gesichert sind.

Die deutsche Energiepolitik gleicht einem Schiff ohne Kompass, das von einer Abhängigkeit in die nächste treibt. Erst war es russisches Gas, nun soll es saudischer Wasserstoff sein. Die Zeche zahlen am Ende wie immer die deutschen Bürger und Unternehmen, die mit steigenden Energiepreisen und einer unsicheren Versorgungslage konfrontiert werden. Es wäre an der Zeit, dass die Verantwortlichen in Berlin endlich eine Energiepolitik betreiben, die deutsche Interessen in den Vordergrund stellt, anstatt sich von ideologischen Träumereien und fragwürdigen Partnerschaften leiten zu lassen.

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